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Unglücksursache soll menschliches Versagen sein

Es ist eines der schwersten Zugunglücke der vergangenen Jahre in Deutschland: Zehn Menschen fanden in Bayern den Tod. Ursache ist offenbar menschliches Versagen.

Rettungskräfte in Bad Aibling

Die Rettungskräfte konnten nicht alle Fahrgäste lebend aus den Trümmern der Züge in Bad Aibling befreien

Bei einem der schwersten Zugunglücke in Deutschland in den vergangenen Jahren sind auf der Strecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei spricht zudem von 17 Schwerverletzten und zahlreichen weiteren Verletzten. Die Unfallursache soll menschliches Versagen gewesen sein. Der im Überblick.

+++ 22.01 Uhr: Fahrdienstleiter gerät ins Visier der Ermittler +++

Die verhängnisvolle Fehlentscheidung eines Fahrdienstleiters im Stellwerk von Bad Aibling ist offenbar der Grund für das Zugunglück mit mindestens zehn Toten, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Das Blatt beruft sich dabei auf das RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Demnach habe ein Bahnbediensteter das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt, um einen verspäteten Triebwagen noch "quasi von Hand durchzuwinken", schreibt die Zeitung. Um den entgegenkommenden Zug auszuweichen, hätte der Triebwagen rechtzeitig einen sogenannten Begegnungspunkt erreichen müssen, wo die eingleisige Strecke zweigleisig wird. Doch der Triebwagen schaffte es demnach nicht rechtzeitig bis zu diesem Punkt. Fatalerweise bekam der entgegenkommende Zug grünes Licht, obwohl das reguläre Signalsystem auf Rot stand. Nichtsahnend sei der Lokführer dann aus dem zwei- wieder in den eingleisigen Streckenabschnitt gefahren - und geradewegs in die Katastrophe gesteuert.

+++ 20.47 Uhr: Schweigeminute beim DFB-Pokalspielen +++

Nach dem schweren Zugunglück in Bayern laufen die Mannschaften im DFB-Pokal-Viertelfinale mit Trauerflor auf. Zudem gibt es vor den Partien Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen und VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund jeweils eine Schweigeminute.

+++ 20.19 Uhr: Ursache ist menschliches Versagen +++

Die Ursache für das schwere Zugunglück in Bayern ist nach ersten Ermittlungen "menschliches Versagen". Das erfährt die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus zuverlässiger Quelle. Wer genau für das Unglück verantwortlich zu machen ist, ist zunächst nicht bekannt. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

+++ 19.43 Uhr: Schweres Gerät ab Mittwoch +++

Erst am Mittwoch soll damit begonnen werden, die Zugwracks mit schwerem Gerät zu entfernen. Auch die Suche nach der an der Unfallstelle noch immer vermissten Person solle dann fortgesetzt werden, teilt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit.

+++ 18.08 Uhr: CDU sagt Aschermittwochs-Veranstaltung mit Merkel ab +++

Die CDU sagt eine Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern ab. Das teilt die CDU-Zentrale in Berlin mit.

+++ 17.30 Uhr: Zahl der Toten erhöht sich auf zehn +++

Die Zahl der Todesopfer  hat sich auf zehn erhöht. Zudem werde noch eine Person vermisst, teilt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit.

+++ 16.47 Uhr: Bitte keine Anfragen zu Blutspenden ans Bürgertelefon +++


+++ 16.23 Uhr: Auch SPD, Linke und Grüne sagen Politischen Aschermittwoch ab +++

Auch SPD, Grüne und Linke sagen ihre traditionellen Aschermittwochs-Veranstaltungen in Niederbayern ab. Der bayerische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold sagt: "Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum. Wir empfehlen unseren Parteigliederungen, diesem Beispiel zu folgen."

+++ 15.34 Uhr: CSU sagt Politischen Aschermittwoch ab +++

Die CSU sagt ihren traditionellen Politischen Aschermittwoch ab. Das teilt CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer per Twitter mit. "Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt", schreibt er.

Die CSU nutzt wie andere Parteien in Bayern den Aschermittwoch normalerweise für deftige Attacken auf den politischen Gegner.


+++ 15.07 Uhr: Große Bereitschaft zu Blutspenden +++

Die Hilfsbereitschaft ist groß: Wie der Blutspendedienst München bekannt gibt, haben sich genug Spender gemeldet.


+++ 14.48 Uhr: Stadt Rosenheim sagt Faschingsfeiern ab +++

Wegen des Zugunglücks sagt Rosenheim die Faschingsfeierlichkeiten ab. "Aus einem Tag der Unbeschwertheit ist ein Tag tiefer Trauer geworden", sagt Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.

+++ 14.21 Uhr: Sicherungssystem erst vor einer Woche überprüft +++

Das den Bahnverkehr in Deutschland sichernde System "Punktförmige Zugbeeinflussung" (PZB) war im Fall des Zugunglücks von Bad Aibling erst vor rund einer Woche technisch überprüft worden. Dabei habe es keine Probleme gegeben, sagt der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) für Bayern, Klaus-Dieter Josel.

Zugunglück in Oberbayern: Bayerns "schwärzester Faschingsdienstag"
  Helfer bergen Leichen an der Unglücksstelle. Den Rettungskräften bot sich vor Ort ein "erschreckendes Bild", wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte.

Helfer bergen Leichen an der Unglücksstelle. Den Rettungskräften bot sich vor Ort ein "erschreckendes Bild", wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte.

+++ 14.19 Uhr: Kanzlerin bestürzt über das Unglück +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich bestürzt über das schwere Zugunglück in Bayern. "Ich vertraue darauf, dass die zuständigen Behörden alles daran setzen werden, aufzuklären, wie es zu diesem Unglück kommen konnte", erklärt die Kanzlerin. "Mein Mitgefühl gilt vor allem den Familien der neun Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben. In Gedanken bin ich auch bei den zahlreichen Verletzten, die mit den Folgen des Unglücks ringen." Sie wünsche ihnen eine schnelle und möglichst vollständige Genesung.

+++ 13.49 Uhr: Ermittlungen "in alle Richtungen" +++

Der leitende Staatsanwalt Wolfgang Giese sagt, die Ermittlungen gestalteten sich schwierig. Er bittet darum, auch mit Rücksicht auf die Angehörigen nicht zu spekulieren. Das Ermittlungsverfahren werde "in alle Richtungen" geführt - sowohl in Richtung technischer Ursachen als auch in Richtung menschliches Versagen.

+++ 13.37 Uhr: Zwei Menschen vermisst +++

Robert Kopp, Polizeipräsident Rosenheim, spricht auf der Pressekonferenz. Man gehe davon aus, dass die Züge mit insgesamt rund 150 Menschen besetzt gewesen seien. Es sei ein Glück, dass Faschingsdienstag sei, sonst wären wohl noch mehr Menschen betroffen gewesen. Zum jetzigen Zeitpunkt gelten zwei Personen noch als vermisst.

+++ 13.23 Uhr: Eine Blackbox wird noch gesucht +++ 

Es gebe drei Blackboxen. Zwei seien bereits gesichert, eine dritte solle im Verlauf des Tages geborgen werden. Man müsse sie auswerten und auf die Ergebnisse dieser Analyse warten. Alles andere sei Spekulation, so Dobrindt.

+++ 13.20 Uhr: Strecke mit automatischem System gesichert +++

Die Strecke liege in einem Abschnitt, der mit einem automatischen Zugsicherungssystem gesichert sei, sagt Dobrindt. Das System PZB 90 solle dafür sorgen, dass Züge nicht aufeinander treffen, indem sie zwangsgebremst werden. Es sei in ganz Deutschland nach dem Zugunglück von Hordorf im Januar 2011 eingeführt worden.

+++ 13.17 Uhr: Züge trafen "weitestgehend ungebremst" aufeinander +++

Die Pressekonferenz beginnt. Alexander Dobrindt beschreibt die Unglücksstelle. Es sei ein "erschreckendes" Bild, sagt er. "Der eine Zug hat sich förmlich in den anderen hineingebohrt und die Kabine des zweiten Zugs komplett auseinander gerissen." Die Züge müssten mit sehr hoher Geschwindigkeit aufeinander geprallt sein. Dort seien Geschwindigkeiten von rund 100 km/h möglich. "Die Strecke liegt in einer Kurve, so dass man davon ausgehen muss, dass die beiden Zugführer auch keinen Sichtkontakt vorher hatten und weitestgehend ungebremst aufeinander getroffen sind."

+++ 12.55 Uhr: Unglücksursache weiter unklar +++

Es ist weiter unklar, warum die beiden Regionalzüge zusammengestoßen sind. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagt nahe der Unglücksstelle, man müsse klären, wo technisch oder menschlich die Ursache liege. Er sei in Gedanken bei den Opfern.

+++ 12.34 Uhr: Zahl der Toten steigt auf neun +++

Die Polizei bestätigt, dass neun Menschen bei dem Unglück gestorben sind. Zuvor hatte das bereits der Bayerische Rundfunk berichtet. Die Zahl könnte aufgrund der vielen schweren Verletzungen noch weiter steigen. 


+++ 12.14 Uhr: Pressekonferenz verzögert sich +++

Die angekündigte Pressekonferenz der Polizei wird sich bis ca. 13 Uhr verzögern. Auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt soll teilnehmen. Er wolle sich jedoch erst vor Ort ein Bild von der Situation machen, sagt ein Sprecher.

+++ 12.10 Uhr: Bergung offenbar fast abgeschlossen +++

Wie Reporter vor Ort berichten, sind fast alle Toten und Verletzten geborgen.

+++ 11.58 Uhr: Blutspendedienst München ruft zur Blutspende auf +++

Der Blutspendedienst in München bittet um Blutspenden. Möglich ist das bei mobilen Terminen oder in der Blutspendezentrale.

+++ 11.47 Uhr: Zahlreiche Pendler in den Zügen +++

"Man weiß, dass die Züge voll waren", sagt eine Reporterin von N24. Das Unglück habe sich im Berufsverkehr ereignet, zahlreiche Pendler seien unterwegs gewesen. Dank der Faschingsferien seien aber keine Schülergruppen mitgefahren.

+++ 11.45 Uhr: Pressekonferenz um 12 Uhr angekündigt +++

Um 12 Uhr will die Polizei in einer Pressekonferenz bekanntgeben, was man bisher weiß.

+++ 11.37 Uhr: Züge waren offenbar Schülerzüge +++

+++ 11.26 Uhr: Züge kollidierten bei niedriger Geschwindigkeit +++

Trotz der verheerenden Folgen: Nach Angaben der Polizei sind die beiden Regionalzüge mit niedrigem Tempo aufeinandergeprallt. Wie es dazu kam, dass die beiden Bahnen die eingleisige Strecke gleichzeitig befuhren, ist weiter unklar.

+++ 11.10 Uhr: Fast 50 Schwerverletzte +++

Neben den acht Todesopfern sind nach Angaben der Polizei rund 100 Menschen verletzt worden, etwa die Hälfte schwer. Bei 15 Personen spricht die Polizei von "schwersten" Verletzungen. Vermutlich sind die Rettungskräfte noch nicht zu allen Verletzten vorgedrungen.

+++ 11.04 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt weiter an +++

Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens acht gestiegen. Das bestätigt ein Sprecher der Landespolizei. Unter den rund 100 Verletzten befinden sich mehrere Schwerverletzte, die zum Teil in Lebensgefahr schweben.

+++ 10.47 Uhr: Dobrindt wird am Unfallort erwartet +++

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will sich an der Unglücksstelle ein Bild machen. Er wird gegen Mittag dort erwartet.

+++ 10.46 Uhr: Grube spricht Opfern Mitgefühl aus +++

Bahn-Chef Rüdiger Grube hat sich "tief bestürzt" über das schwere Zugunglück bei Bad Aibling gezeigt. "Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten und bei den Verletzten, so Grube in Berlin. Er dankt den Rettungskräften und Helfern vor Ort.

+++ 10.43 Uhr: Bergung der Verletzten läuft +++

Die Bergungsarbeiten laufen. Etliche der gut 100 Verletzten werden mit Hubschraubern in die benachbarten Krankenhäuser gebracht.

+++ 10.04 Uhr: Strecke Holzkirchen-Rosenheim bleibt gesperrt +++

Wegen des Zugunglücks bleibt die betroffene Bahnstrecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim bis auf weiteres gesperrt. Wie lange die Rettungsarbeiten dauern werden, lässt sich derzeit nicht absehen.

+++ 9.56 Uhr: Österreichische Einsatzkräfte helfen +++

Das österreichische Bundesland Tirol stellt Bayern Rettungskräfte und Notarzthubschrauber zur Verfügung. Auch Mitarbeiter des Roten Kreuzes sind auf dem Weg zur Unglücksstelle. Das Krankenhaus in Kuftstein jenseits der Grenze ist bereit, Verletzte aufzunehmen.

+++ 9.29 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt +++

Nach Angaben der Bundespolizei sind mindestens vier Personen bei dem Zugunglück ums Leben gekommen. Rund 150 Menschen seien verletzt worden, darunter etliche schwer.

+++ 9.17 Uhr: Polizei meldet zwei Todesopfer +++

Die örtliche Polizei meldet, dass bei dem Unglück mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen sind.

+++ 7.57 Uhr: Etliche Verletzte und Schwerverletzte +++

Die Polizei meldet, dass bei der Kollision zahlreiche Menschen verletzt wurden, einige schwer. Ob es auch Tote gab, ist noch unklar.

+++ 6.40 Uhr: Personenzüge stoßen auf eingleisiger Strecke in Oberbayern zusammen +++

Auf der Strecke zwischen Kolbermoor und Bad Aibling stoßen zwei Meridian-Züge der Betreibers Transdev auf eingleisiger Strecke zusammen. Zwei Triebwagen verkeilen sich, ein Zug entgleist, mehrere Waggons stürzen um.

Zugunglück in Oberbayern: Bayerns "schwärzester Faschingsdienstag"
  Helfer bergen Leichen an der Unglücksstelle. Den Rettungskräften bot sich vor Ort ein "erschreckendes Bild", wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte.

Helfer bergen Leichen an der Unglücksstelle. Den Rettungskräften bot sich vor Ort ein "erschreckendes Bild", wie Verkehrsminister Alexander Dobrindt sagte.

car/dho/DPA/AFP/Reuters
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