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Mutter pöbelt gegen Diebe - und bekommt Geld von Fremden

Ausgerechnet am Nikolaustag wurde eine alleinerziehende Mutter offenbar in der Berliner U-Bahn beklaut. Mit einem wütenden Aushang appellierte sie an die Diebe, ihr wenigstens ihre Papiere wiederzugeben. Stattdessen meldeten sich fremde Spender.

Berlin: Mit diesem wütenden Aushang wendet sich eine Frau an die Diebe ihres Portemonnaies

Berlin: Mit diesem wütenden Aushang wendet sich eine Frau an die Diebe ihres Portemonnaies

Jeder, der schon mal das Pech hatte, sein Portemonnaie an gierige diebische Finger zu verlieren, weiß, wie groß der Ärger ist: Bankkarten, Ausweis, Monatskarte, Führerschein  - alles weg. Angesichts der Kosten und des bürokratischen Aufwands der Wiederbeschaffung macht der Verlust der Barschaft das Desaster dann meistens auch nicht mehr viel schlimmer. Diese nervenraubende Erfahrung musste nun offenbar auch eine alleinerziehende Mutter aus machen.

Am Dienstag soll sie in der U-Bahn bestohlen worden sein. Ihrem Ärger machte sie öffentlich Luft: An U-Bahnhöfen brachte sie 15 Ausdrucke an, auf denen sie heftig gegen die Diebe pöbelt. Eine Berlinerin entdeckte die Plakate und schickte ihren Fund an "Notes of Berlin", einen Blog, der lustigen und skurrilen Aushängen der Hauptstadt gewidmet ist.

Wütender Aushang geht viral

"Du elendes Stück Scheiße, dass mich heute Morgen [...] gegen 7.40 Uhr in der U-Bahn Richtung Alexanderplatz beklaut hat. Es ist und du beklopptes Arschloch meinst meine Weihnachten extra teuer machen zu müssen, indem du mir meine Ausweise und die Fahrkarte für den Dezember klaust", heißt es in dem wütenden Schreiben. Allein der Verlust der Monatskarte koste sie 140 Euro.

"Behalte die 30 Euro in Geld, die meine Kinder und mich über die Woche bringen sollten, aber gib mir meine Papiere zurück", appelliert die Frau, die das Schreiben als Sabine unterzeichnet. Auf ihre Dokumente setzt sie 30 Euro Finderlohn aus und bittet um Hilfe. 

Überraschende Spenden

Von der Polizei wurde der Diebstahl nicht bestätigt. Doch nachdem der bei "Notes of Berlin" veröffentlicht wurde, meldeten sich offenbar mehrere Menschen, die der Mutter von zwei Kindern finanziell helfen wollen. "Ich bin zwar weder der Dieb noch habe ich Hinweise, aber ich finde zu Nikolaus/Vorweihnachtszeit sollte man sich nicht so ärgern müssen. Daher würde ich Sabine gerne 200 Euro zum (verspäteten) Nikolaus schenken", wendet sich ein Samariter, der anonym bleiben möchte, an den Blog. 

Laut den Betreibern von "Notes of Berlin", die nach eigenen Angaben in Kontakt mit der Verfasserin stehen, soll es noch weitere Spendenwillige geben. Gegenüber der "Berliner Morgenpost" berichtete einer der Macher, dass die Frau von der Anteilnahme überrascht ist. Sie bedanke sich herzlich. Das Geld sei ihr aber nicht so wichtig, sie wolle vor allem ihre Papiere zurück. Sollte sie mehr Geld bekommen, als die Wiederbeschaffung kostet, wolle sie die Summe an eine Berliner Initiative zur Unterstützung von Müttern weiterreichen.

ivi

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