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Eltern zeigen Fotos ihrer tot geborenen Tochter

Die kleine Monroe hat die Welt nie gesehen. Emily und Richard Staley mussten ihre Tochter tot auf die Welt bringen - und zeigen auf Facebook gemeinsame Momente, die es nie wieder geben wird.

  Ganz normal sieht es aus, als wäre die Geburt eine glückliche gewesen: Richard und Emily Staley mit Töchterchen Monroe.

Ganz normal sieht es aus, als wäre die Geburt eine glückliche gewesen: Richard und Emily Staley mit Töchterchen Monroe.

Und plötzlich hörten die Bewegungen auf. Es war ein Morgen wie viele andere, Emily Staley hatte gerade gefrühstückt und ihren Kaffee getrunken, wie jeden Tag. Sie wartete auf kleine Tritte. Wie Emily selbst, so hatte auch die noch ungeborene Tochter Monroe ihre Routine im Mutterleib entwickelt. Normalerweise war der Kaffee der Startschuss für eine kleine Strampelei.

An diesem Morgen rührte sich nichts in Emilys Bauch. Die 26-Jährige bewegte ihn und fühlte nichts. Sie holte ihr Herzfrequenzmessgerät - und hörte nichts. Das Herz ihrer Tochter hatte aufgehört zu schlagen.

Es war die Nabelschnur, fanden sie später heraus, die sich um den kleinen Hals gelegt und das Kind getötet hatte. "Sternenkinder" heißen diese ungeboren gestorbenen Babys, die schon einen Namen und die Liebe der Eltern haben, aber noch keinen offiziellen Platz in der Gesellschaft. Wenn Eltern ihr Kind zu früh verlieren, bleiben sie oft allein mit ihrer Trauer zurück.

Neun gemeinsame Stunden

Auch Emily und ihr Mann Richard wussten nicht, wohin mit ihren Gefühlen. Ihre Tochter einfach so gehen zu lassen, brachten sie nicht übers Herz. Der Kaiserschnitt wurde auf den folgenden Tag anberaumt, danach blieben den Eltern noch neun Stunden mit ihrem Kind. Die beiden holten eine Fotografin dazu. "Ich wollte, dass diese Familie so viele Erinnerungen an ihr Kind hat wie möglich", so die Fotografin Lindsey Villatoro. "Emily fragte immer wieder, ob ihr Baby schon draußen sei, und ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Ich wusste, dass sie nie diesen ersten Schrei hören würde ... dass ihr Baby nie seine Augen öffnen würde."

Bild für Bild dokumentieren die Fotos Momente einer Familie, die es so nicht wieder geben wird: Monroe an der Brust der Mutter. Monroe im Arm ihrer stolzen Eltern. Der Vater, der seine Tochter küsst. Die Fotos haben sie auf Facebook veröffentlicht.

"Ich wollte, dass auch unsere Familie zeigen kann, wie schön ihre Tochter ist", sagte Emily dem Internetportal "Yahoo Health". Sie wolle außerdem anderen Paaren mit ähnlichem Schicksal zeigen, dass es in Ordnung ist, über den Tod zu sprechen. "Ich war so stolz auf sie", sagt Emily über ihre Tochter. "Ich wollte sie zeigen und sichergehen, dass die Erinnerung an sie weiterlebt."

Carina Braun

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