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Dutzende Pendler sterben bei Zugunglück

Tragischer Unfall in Buenos Aires: Weil offenbar die Bremsen versagten, fuhr ein Zug im morgendlichen Berufsverkehr gegen einen Prellbock. Dutzende Passagiere wurden getötet, Hunderte verletzt.

Bei einem schweren Zugunglück in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sind am Mittwoch 49 Menschen ums Leben gekommen; 600 wurden verletzt. Dies teilte ein Polizeisprecher mit. Der mit bis zu 2000 Passagieren vollbesetzte Zug war am Morgen (Ortszeit) auf Gleis 2 in den Vorortbahnhof Once im Westen der Hauptstadt eingefahren und hatte den Prellblock gerammt - vermutlich aufgrund eines Bremsschadens. Vor allem die ersten Waggons wurden bei dem Aufprall schwer beschädigt.

Viele Fahrgäste trugen Brüche, Quetschungen und Schürfwunden davon, es gebe aber auch schwerere Fälle mit Brustkorbprellungen, sagte der argentinische Verkehrsminister Juan Pablo Schiavi. Über Stunden hinweg waren Passagiere in den Waggons eingeschlossen. Die Feuerwehr musste Schneidegeräte einsetzen, um die Menschen zu bergen. Es handele sich um einen sehr schweren Unfall, sagte Schiavi. Die Waggons hätten sich bei dem Aufprall ineinander geschoben, einer davon habe sich sechs Meter weit in einen anderen Waggon verkeilt. Schiavi zufolge gibt es Videoaufnahmen von dem Unfall, die nun bei der Suche nach der Unglücksursache ausgewertet werden sollen. Die Züge des betroffenen Unternehmens stammen aus den 60er-Jahren.

"Ich fiel und Leute fielen auf mich drauf"

Dem Verkehrsminister zufolge fuhr der Zug mit einer Geschwindigkeit von mehr als 20 Kilometern pro Stunde in den Bahnhof ein und rammte den Prellbock. Andere Behördenvertreter gaben an, dass der Zug entgleist war. Aus Polizeiquellen verlautete, dass der Zug offenbar nicht bremste.

Das Unglück ereignete sich mitten in der morgendlichen Hauptverkehrszeit. "Es war ein sehr starker Aufprall", zitiert die Onlineseite der argentinischen Tageszeitung "La Nación" einen Passagier, der an Bord des Zugs war. "Ich habe mir den Arm gebrochen. Ich fiel und Leute fielen auf mich drauf."

Blutüberströmte Fahrgäste

Dutzende Rettungswagen rasten nach dem Aufprall zu dem Bahnhof. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der Zugführer aus den Wrackteilen befreit und zahlreiche Verletzte auf Tragen abtransportiert wurden. "Der Zug war voll und der Aufprall war furchtbar", berichtete einer der Insassen im Fernsehen. Die Rettungskräfte seien vom Anblick der blutüberströmten Fahrgäste überwältigt worden.

Die Zuglinie verbindet Buenos Aires mit den westlichen Vororten der Metropole und wird jeden Monat von rund 10 Millionen Pendlern genutzt. Züge in dem südamerikanischen Land sind häufig in einem schlechten Zustand und überfüllt. Sie werden von privaten Unternehmen betrieben, die aber staatliche Subventionen erhalten.

Schon im September schweres Bahnunglück

Erst im September hatte es ein schweres Zugunglück im Westen der argentinischen Hauptstadt gegeben, als im morgendlichen Berufsverkehr zwei Züge und ein Bus kollidierten. Elf Menschen wurden dabei getötet und mehr als 200 verletzt.

Bei einem weiteren Zugunglück im Dezember wurden in einem Vorort von Buenos Aires 17 Menschen verletzt. Beim schwersten Zugunglück in der Geschichte des Landes starben 1970 insgesamt 200 Menschen.

dho/fro/DPA/AFP/DPA

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