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Islamisten greifen Luxushotel in Burkina Faso an - zahlreiche Tote

Bei dem Anschlag auf ein Restaurant und Hotel in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou sollen die mutmaßlichen Täter mehr als zwei Dutzend Menschen getötet haben. Eine Terrororganisation bekannte sich bereits zur Aktion.

In Burkina Faso attackierten Dschihadisten ein beliebtes Hotel - Soldaten versuchten, Geiseln zu befreien.

In Burkina Faso attackierten Dschihadisten ein beliebtes Hotel - Soldaten versuchten, Geiseln zu befreien.

Bewaffnete Islamisten haben ein bei westlichen Ausländern beliebtes Hotel und ein nahegelegenes Restaurant in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou angegriffen und mindestens 20 Menschen getötet. Die Angreifer stürmten am Freitagabend das Luxushotel "Splendid" und verschanzten sich darin. Die Dschihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bekannte sich zu der Tat.

Mittlerweile haben die Sicherheitskräfte das Luxushotel zurückerobert und 126 Geiseln befreit. Drei Angreifer seien tot und 33 der Geiseln verletzt, sagte Innenminister Simon Compaoré. Einige aus dem Hotel befreite Menschen würden noch verhört, sagte er.


Agmi hatte erst vor knapp zwei Monaten ein Hotel im benachbarten Mali angegriffen und 20 Menschen getötet. Im Hotel und vor dem Restaurant fielen Schüsse, Explosionen waren zu hören. Die Zahl der Todesopfer war zunächst unklar. Ein Krankenhauschef sprach von mindestens 20 Toten. Innenminister Simon Compaoré sagte der Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Feuerwehr, auf der Terrasse des ebenfalls angegriffenen Restaurants "Cappuccino" lägen rund ein Dutzend Leichen.

Burkina Fasos Arbeitsminister war im Hotel

Stunden nach Beginn des Angriffs brachten Einsatzkräfte in der Nacht zum Samstag 33 Verletzte aus dem Hotel in Sicherheit. 30 weitere Menschen verließen nach Angaben von Kommunikationsminister Rémis Dandjinou unverletzt das Gebäude. Darunter sei auch Arbeitsminister Clément Sawadogo, der zum Zeitpunkt des Angriffs in dem Hotel war. Der Einsatz zur Erstürmung des Gebäudes dauerte am frühen Morgen an. In den oberen Stockwerken des Gebäudes waren Schüsse zu hören, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die Islamistenorganisation Aqmi bekannte sich im Internet zu dem Angriff. Es handele sich um "Rache an Frankreich und dem ungläubigen Westen", erklärte sie. Die Angreifer gehörten zur in Mali aktiven Gruppe Al-Murabitoun unter Führung von Mokhtar Belmokhtar, erklärte das auf die Analyse islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site. Ein AFP-Reporter sah, dass mehrere Angreifer Turbane trugen.

Die Armee teilte mit, bei einem weiteren Angriff an der Grenze zu Mali seien am Nachmittag zwei Menschen getötet worden. Rund 20 schwer bewaffnete Männer hätten Gendarmen im Dorf Tin Abao rund 40 Kilometer vor der Grenze angegriffen.

Burkina Faso ist weitgehend friedlich, doch griffen im Nachbarland Mali in den vergangenen Jahren wiederholt militante Islamisten von westlichen Ausländern frequentierte Hotels an. Am 20. November hatten Bewaffnete ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako attackiert; dabei wurden 20 Menschen getötet, darunter 14 Ausländer. Auch zu diesem Angriff bekannte sich Aqmi.

AFP
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