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Chirurg ohne Fingerspitzengefühl

Upps - ein amerikanischer Arzt hat einer 600 Jahre alten Statue im Museum den kleinen Finger abgebrochen. Nach dem Malheur wollte er sich aus dem Staub machen und landete aber auf der Wache.

  Vom kleinen Finger blieb der Mutter Gottes nur ein Stummel.

Vom kleinen Finger blieb der Mutter Gottes nur ein Stummel.

Manieren gibt es: Der US-Amerikaner Patrick B. musste in Florenz bei einem Museumsbesuch im "Museo dell'Opera del Duomo" (Museum für Kirchenkunst) an einer 600 Jahre alten Madonna-Statue herumfummeln. Was er genau vorhatte, ist nicht bekannt, ein Museumswärter argwöhnt, er habe der Mutter Gottes ein High Five mit auf dem Weg geben wollen. Bei dem Späßchen brach der ehrwürdigen Figur ein Finger ab.

Patrick B. hätte es besser wissen können. Er ist kein Junge in der Pubertät, sondern ein 55-jähriger Chirurg aus New Fairfield, Connecticut. Als schlechtes Vorbild alberte er in Gegenwart seiner Töchter und seiner Gattin herum. Der Wächter versuchte noch, ihn zu stoppen, doch vergeblich: Als er Patrick B. erreichte, war der Finger bereits ab. Danach versuchte der Arzt noch, wie unbeteiligt davon zu schlendern. Sein Fluchtversuch wurde aber vereitelt.

Einfache Reperatur

Die Skulptur stammt aus dem 14. bis 15. Jahrhundert und ist von Giovanni d'Ambrogio. Patrick B. hatte danach keine Erklärung, für sein Tun. Er sagte, ihn habe ein plötzlicher Impuls überkommen. Museumsdirektor Timothy Verdon, ebenfalls Amerikaner, sagte, der Mann sei danach selbst sehr erschrocken gewesen und bedauere den Vorfall." Zum Glück ist der Schaden nicht so gewaltig. Denn der originale Finger fehlt seit langem, abgebrochen wurde daher nur ein bereits ersetztes Stück.

Trotz seiner Entschuldigung musste Patrick B. zunächst auf die Wache. Nach einer Vernehmung wurde er dann wieder freigelassen, weil das Museum keine Anzeige erstattete. Da ein Mitarbeiter des Museums die Statue restaurieren wird, kann der Amerikaner sogar hoffen, keine allzu große Rechnung begleichen zu müssen.

Achtlosigkeit und Vandalismus der Touristen sind ein großes Problem in Italien. Viele Museen lassen bei Objekten von Weltrang inzwischen Kopien anfertigen. Die Duplikate werden den Massen in der Ausstellung ausgeliefert, die Originale stehen sicher im Magazin.

Gernot Kramper

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