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Die Chronologie der Katastrophe

Japan leidet unter den Folgen einer der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes. Auf ein Erdbeben der Stärke 9,0 folgten ein Tsunami und mehrere Atomstörfälle. Die Chronologie der Ereignisse.

Das schwere Erdbeben der Stärke 9,0 sowie der folgende Tsunami am 11. März haben Japan in die schwerste Krise seit Jahrzehnten gestürzt. Störfälle in mehreren Atomkraftwerken, vor allem im AKW Fukushima 1, verstärken die Ausnahmesituation noch. Die Chronologie der Katastrophe.

Freitag, 11. März

14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ)
Japan wird vom schwersten Erdbeben seiner Geschichte erschüttert. Seismologen messen eine Stärke von 8,9 - dies wird später auf 9,0 korrigiert. Das Epizentrum liegt 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio.

16.00 Uhr (08.00 Uhr)
Eine extrem hohe Flutwelle trifft auf die Ostküste der japanischen Hauptinsel Honshu. Der Tsunami reißt Schiffe, Häuser, Autos und Menschen mit. An einer Stelle soll er bis zu 23 Meter hoch gewesen sein.

17.00 Uhr (09.00 Uhr)
Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan erklärt, die Lage in den Atomkraftwerken sei normal. Die Anlagen seien automatisch heruntergefahren worden.

18.30 Uhr (10.30 Uhr)
Japanische Medien melden, dass in einem Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima 1 (Daiichi) die Kühlung ausgefallen und dass im Atomkraftwerk Onagawa ein Feuer ausgebrochen ist.

20.30 Uhr (12.30 Uhr)
Die Regierung ruft den atomaren Notfall aus und bezeichnet dies als Vorsichtsmaßnahme.

21.45 Uhr (13.45 Uhr)
Rund 2000 Bewohner in der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima werden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert.

22.00 Uhr (14.00 Uhr)
Das Feuer im Atomkraftwerk Onagawa ist nach einer Mitteilung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) gelöscht. Die Evakuierungszone um das Atomkraftwerk Fukushima wird von zwei auf drei Kilometer ausgedehnt.

23.40 Uhr (15.40 Uhr)
Das Notkühlsystem im Atomkraftwerk Fukushima 1 läuft nach Informationen aus Japan nur noch im Batteriebetrieb, wie die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln mitteilt.

Samstag, 12. März

06.40 Uhr (22.40 Uhr)
Im Reaktor 1 des Atomkraftwerks Fukushima wird kontrolliert Druck abgelassen. In der Umgebung wird erhöhte Radioaktivität gemessen. Innerhalb des Atomkraftwerks steigt die Strahlung auf das Tausendfache des Normalwerts.

07.00 Uhr (23.00 Uhr)
Die Evakuierungszone wird auf zehn Kilometer ausgeweitet. Betroffen sind 45.000 Menschen. Die IAEO teilt mit, dass auch das Kühlsystem im Reaktor 2 von Fukushima 1 beschädigt ist.

09.00 Uhr (01.00 Uhr)
Neben zwei Reaktoren in Fukushima 1 gibt es auch Probleme mit der Kühlung von drei Reaktoren im neueren Atomkraftwerk Fukushima 2 (Daini).

14.00 Uhr (06.00 Uhr)
Die Atomsicherheitsbehörde teilt mit, dass in Fukushima 1 möglicherweise eine Kernschmelze begonnen habe.

16.00 Uhr (08.00 Uhr)
Im Atomkraftwerk Fukushima 1 kommt es zu einer Wasserstoffexplosion. Das Dach und die Wände eines Gebäudes werden zerstört, Rauch steigt auf. Vier Arbeiter werden verletzt.

19.45 Uhr (11.45 Uhr)
Die Evakuierungszone rund um Fukushima 1 wird auf 20 Kilometer ausgeweitet.

22.30 Uhr (14.30 Uhr)
Die Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima 1 beschließen, den Reaktor 1 mit Seewasser zu fluten.

23.00 Uhr (15.00 Uhr)
Japanische Medien melden, dass in der Hafenstadt Minamisanriku 9500 Menschen vermisst werden. Die offizielle Zahl der Todesopfer der Naturkatastrophe steigt.

Sonntag, 13. März

06.00 Uhr (22.00 Uhr)
Von der Evakuierung im Gebiet des Atomkraftwerks Fukushima sind nun 140.000 Menschen betroffen.

08.00 Uhr (24.00 Uhr)
In einem dritten Reaktorblock im Atomkraftwerk Fukushima 1 fällt die Kühlung aus, insgesamt sind nun sechs Reaktoren betroffen. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wurden bisher 15 Menschen verstrahlt.

15.30 Uhr (07.30 Uhr)
In der Umgebung des Atomkraftwerks Onagawa wird eine 400fach erhöhte Radioaktivität gemessen, sie soll von den Reaktoren der Anlage Fukushima 1 kommen.

16.00 Uhr (08.00 Uhr)
Die Regierung spricht von der Möglichkeit einer weiteren Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1. Im Reaktorblock 3 gebe es möglicherweise ebenfalls eine partielle Kernschmelze.

21.00 Uhr (13.00 Uhr)
Ministerpräsident Kan spricht von einer alarmierenden Lage im Atomkraftwerk Fukushima. Angesichts der nuklearen Notfälle, des Erdbebens und des Tsunamis befinde sich Japan in der schlimmsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.

22.45 Uhr (14.45 Uhr)
Die japanische Regierung mobilisiert 100.000 Soldaten für den Hilfsdienst in den Katastrophengebieten im Nordosten des Landes. Auch die internationale Hilfe läuft auf Hochtouren an.

23 Uhr (15.00 Uhr)
Die Behörden rufen für das Atomkraftwerk Onagawa den Notstand aus. Es gilt die niedrigste Warnstufe.

23.15 Uhr (15.15 Uhr)
Im Südwesten Japans bricht der Vulkan Shinmoedake aus und schleudert Asche und Gestein bis zu vier Kilometer hoch in die Atmosphäre. Die Behörden beschränken den Zugang zum Vulkangebiet.

Montag, 14. März

01.15 Uhr (17.15 Uhr)
In einem dritten Atomkraftwerk, dem AKW Tokai südlich von Fukushima, gibt es einen Notfall. Das Kühlsystem versagt, zwei Dieselgeneratoren für die Notversorgung sind ebenfalls bereits ausgefallen. Nur der dritte Generator hält die Kühlung der Brennstäbe noch aufrecht.

10.00 Uhr (02.00 Uhr)
Ein schweres Nachbeben der Stärke 6,2 erschüttert Tokio. Eine zunächst herausgegebene Tsunami-Warnung wird später wieder aufgehoben.

11.45 Uhr (03.45 Uhr)
Im Kraftwerk Fukushima 1 ereignet sich eine erneute Wasserstoffexplosion. Diesmal ist der Reaktor 3 der Anlage betroffen. Elf Menschen werden verletzt. Nach Angaben des Betreibers bleibt die Stahlhülle des Reaktors jedoch intakt.

16.00 Uhr (08.00Uhr)
Die Kühlung im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima 1 fällt aus. Der Kühlwasserstand sinkt der Nachrichtenagentur Jiji Press zufolge.

20.12 Uhr (12.12Uhr)
Die Brennstäbe in Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima 1 liegen nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo komplett trocken. Die Stäbe können nicht mehr gekühlt werden.

21.55 Uhr (13.55 Uhr)
Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht eine Kernschmelze in drei Reaktoren. Das sagt Regierungssprecher Yukio Edano. Im Reaktorblock 2 könnte der Meltdown laut der Betreibergesellschaft Tepco bereits begonnen haben. Im Areal um den Reaktor wird eine erhöhte Radioaktivität festgestellt.

Dienstag, 15. März

0.15 Uhr (16.15 Uhr)
Im Reaktorblock 2 von Fukushima 1 sind die Brennstäbe nicht mehr von Wasser bedeckt. Die Gefahr einer Kernschmelze steigt.

0.30 Uhr (16.30 Uhr)
Der AKW-Betreiber Tepco registriert am Haupttor von Fukushima 1 eine erhöhte Strahlung, doppelt so hoch wie das zuvor gemessene Maximum.

06.15 Uhr (22.15 Uhr)
Im AKW Fukushima 1 kommt es im Reaktor 2 zu einer Explosion - die dritte in dem Werk. Dieses Mal ist aber die Rede von einem Druckabfall, und das deute auf eine Beschädigung des Reaktors selbst hin, heißt es vom Betreiber Tepco.

08.54 Uhr (00.54 Uhr)
In Block 4 bricht ein Feuer aus, es gibt eine Wasserstoffexplosion.

11.00 Uhr (03.00 Uhr)
Das Feuer im Block 4 wird gelöscht. In der Außenwand des Reaktorgebäudes klaffen zwei große Löcher, berichtet die Nachrichtenagentur Jiji Press.

12.16 Uhr (04.16 Uhr)
Regierungssprecher Edano sagt, "Wir reden jetzt über eine Strahlendosis, die die menschliche Gesundheit gefährden kann." Nach Regierungsangaben wurde bei der dritten Explosion erstmals eine innere Schutzhülle des Reaktors 2 beschädigt.

16.15 Uhr (08.15 Uhr)
Die Zahl der Einsatzkräfte in Block 2 ist nach Angaben des Betreibers Tepco von bislang 800 auf 50 Experten reduziert worden.

21.00 Uhr (13.00 Uhr)
Es wird bekannt, dass der Wasserpegel im Block 5 von Fukushima 1 sinkt. Ein Dieselgenerator aus Block 6 soll Wasser liefern, meldet die IAEO.

23.00 Uhr (15.00 Uhr)
Die Situation im AKW Fukushima ist nun auch für die IAEO "beunruhigend".

Mittwoch, 16. März

00.26 Uhr (16.26 Uhr)
In Block 4 ist nach einem Bericht des TV-Senders NHK geplant, mit Hilfe von Hubschraubern Wasser durch Löcher im teilweise zerstörten Dach zu schütten, um die Brennstäbe im Innern zu kühlen.

05.45 Uhr (21.45 Uhr)
Japanische Behörden berichten, dass ein weiteres Feuer im Block 4 entdeckt wurde.

11.31 Uhr (03.31 Uhr)
Die radioaktive Strahlung am AKW Fukushima erreicht neue Höchstmarken. Die Techniker müssen das Kernkraftwerk verlassen, kehren aber später wieder zurück.

12.59 Uhr (04.59 Uhr)
Ein starkes Erdbeben erschüttert die Gegend östlich der japanischen Hauptstadt Tokio. Das Beben der Stärke 6,0 ereignete sich vor der Küste der Präfektur Chiba.

17.00 Uhr (09.00 Uhr)
Erstmals seit Beginn der Atomkatastrophe meldet sich Kaiser Akihito zu Wort. Die Probleme in den japanischen Atomreaktoren seien nicht vorhersehbar gewesen, sagt Akihito in einer Fernsehansprache.

Donnerstag, 17. März

03.11 Uhr (19.11 Uhr)
Im Abklingbecken des Reaktors 4 des AKW Fukushima 1 befindet sich nach Angaben der US-Atomregulierungsbehörde NRC kein Wasser mehr. Die Radioaktivität soll dementsprechend extrem hoch sein. Der Betreiber des Kraftwerks erwägt, zur Kühlung Wasserwerfer einzusetzen.

11.02 Uhr (03.02 Uhr)
Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 hat ein Kühlversuch aus der Luft begonnen. Zwei Hubschrauber kreisen über den Anlagen und werfen Wasser über dem Reaktor 3 ab. Parallel dazu gehen elf Wasserwerfer vor dem AKW in Stellung. Sie sollen vor allem Block 4 kühlen.

20.06 Uhr (12.06 Uhr)
Die Kühlung des AKW mit Wasserwerfern wird von hoher Strahlung behindert, kurzzeitig wird der Einsatz abgebrochen. Die Zahl der Todesopfer durch die Jahrhundertkatastrophe in Japan steigt auf 5321.

Die Lage in Japan im Liveticker.

Freitag, 18. März

16.02 Uhr (08.02 Uhr)
Stromkabel werden zu den Reaktoren 1 und 2 verlegt.

17.29 Uhr (09.29 Uhr)
Die Mitarbeiterzahl im AKW wird auf mehr als 120 erhöht.

Samstag, 19. März

5.20 Uhr (07.20 Uhr)
Spinat und Milch aus der Umgebung des Atomkraftwerks Fukushima Eins sind radioaktiv verstrahlt.

21.27 Uhr (13.27 Uhr)
Im Trinkwasser von Tokio und in fünf weiteren Präfekturen ist radioaktives Jod aufgetaucht.

21.38 Uhr (13.38 Uhr)
Das japanische Gesundheitsministerium ordnet einen Verkaufsstopp von Lebensmitteln aus der Präfektur Fukushima an.

Sonntag, 20. März

17.45 Uhr (09.45 Uhr)
Block 2 hat nach Angaben von Tepco wieder Strom.

20.58 Uhr (12.58 Uhr)
Die Reaktorblöcke 5 und 6 werden wieder gekühlt und sind in einer stabilen Lage ("cold shutdown").

23.14 Uhr (15.14 Uhr)
Die Temperatur in allen Fukushima-Abklingbecken erreicht Werte von unter 100 Grad.

Montag, 21. März

16.00 Uhr (08.00 Uhr)
Aus dem Reaktorblock 3 tritt plötzlich wieder grauer Rauch aus. Vermutet wird eine Anomalie im Abklingbecken. Die Arbeiten an dem Reaktor werden zeitweise gestoppt. An Block 2 wird weißer Dampf gesichtet.

20.45 (12.45 Uhr)
Die Regierung verbietet wegen radioaktiver Belastung den Verkauf von Spinat und anderem Blattgemüse in insgesamt vier Präfekturen. Aus neun Gebieten wird erhöhte Strahlung im Trinkwasser gemeldet. Sie liege allerdings unter den Grenzwerten, heißt es.

Dienstag, 22. März

18.39 (10.39 Uhr):
Der Energiekonzern Tepco entschuldigt sich bei Atom-Flüchtlingen aus dem Gebiet um das Unglückskraftwerk: "Es tut uns leid, dass wir Ihnen so viel Mühe bereitet haben."

20.03 (12.03 Uhr):
Alle sechs Reaktoren haben nach Angaben von Tepco eine externe Verbindung zur Stromversorgung. Damit sollen die Kühlsysteme wieder in Betrieb genommen werden.

22.43 (14.43 Uhr):
Techniker machen im Kontrollraum von Block 3 Licht.

Mittwoch, 23. März

14.57 (06.57 Uhr):
Die Stadtregierung von Tokio warnt vor radioaktiv belastetem Trinkwasser. Es wurden Werte von 210 Becquerel pro Liter an radioaktivem Jod 131 festgestellt. Babys sollen deshalb kein Leitungswasser mehr trinken.

16.20 (08.20 Uhr):
Am Nachmittag steigt erneut schwarzer Rauch über Reaktor drei auf. Daraufhin müssen die Arbeiter den Kontrollraum vorübergehend räumen.

Donnerstag, 24. März

12.10 (04.10 Uhr):
Drei Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima Eins erleiden eine gefährlich hohe Strahlendosis. Zwei kommen ins Krankenhaus.

Freitag, 25. März

Dampf steigt von den Reaktorblöcken 1, 2 und 4 auf.

Verstrahltes Wasser wird auch im Untergeschoss der Turbinenräume an den Meilern 1 und 2 gefunden. Spätere Messungen ergeben eine 10 000-fach erhöhte Strahlung.

Zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben steigt die Zahl der Toten auf über 10 000. Mehr als 17 000 Menschen werden noch vermisst.

Die Regierung empfiehlt den Bewohnern der Zone von 20 bis 30 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima Eins, diese freiwillig zu verlassen.

Nach Warnungen vor einer Verkrustung der Kernbrennstäbe mit Salz wird zur Kühlung von Block 1 nicht mehr Meerwasser, sondern Süßwasser eingesetzt.

Samstag, 26. März

Auch Block 2 wird nun mit Süßwasser von außen gekühlt.

Im Meerwasser vor dem AKW wird eine Belastung mit radioaktivem Jod gemessen, die den zulässigen Grenzwert um das 1250-fache übersteigt.

Sonntag, 27. März

Es gibt Verwirrung um die Höhe der Strahlung direkt am Meiler 2. Betreiber Tepco macht extrem unterschiedliche Angaben, erst soll sie um das zehn-Millionen-fache erhöht sein, dann um deutlich weniger, dann soll neu geprüft werden.

Im Meerwasser vor dem AKW wird eine Belastung mit radioaktivem Jod gemessen, die den zulässigen Grenzwert um das 1850-fache übersteigt.

Montag, 28. März

Die Regierung in Tokio räumt ein, dass im Reaktor 2 in den vergangenen zwei Wochen vermutlich eine Kernschmelze eingesetzt hatte.

 Tepco berichtet, im Wasser vor dem Turbinenhaus von Block 2 sei am Sonntag eine Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde gemessen worden.

 Die Regierung ruft Anwohner auf, die Evakuierungszone im Umkreis von 20 Kilometern um das Kraftwerk nicht zu betreten. Ältere Menschen ignorieren die Warnung und kehren in ihre Häuser zurück.

 Im Boden um die Anlage werden Spuren von hoch giftigem Plutonium entdeckt.

Dienstag, 29. März

Ministerpräsident Naoto Kan warnt im Parlament, die Lage in Fukushima sei "unvorhersehbar".

Das radioaktiv verstrahlte Wasser aus den Blöcken 2 und 3 kann vorerst nicht abgepumpt werden, weil es an Tanks fehlt. Woher das Plutonium im Boden genau kommt, ist nach wie vor ungeklärt.

Mittwoch, 30 März

Im Meer vor Fukushima steigt die Radioaktivität. Der zulässige Grenzwert für Jod-131 wird um mehr als das 3300-Fache überschritten.

Die Regierung plant Notmaßnahmen, um die weitere Ausbreitung der Radioaktivität zu verhindern. Unter anderem soll ein ferngesteuertes Fahrzeug Kunstharz über die Trümmer sprühen.

Donnerstag, 31. März

Der zulässige Grenzwert für Jod-131 im Meer vor Fukushima wird um mehr als das 4300-Fache überschritten.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy besucht Tokio.

Trotz Empfehlung der internationalen Atomenergiebehörde IAEA und von Umweltschützern will Japan die Evakuierungszone um Fukushima nicht ausweiten.

Japan will nach der Atomkatastrophe von Fukushima die Pläne zum Bau von neuen Kernkraftwerken prüfen.

Das Grundwasser bei Block 1 ist nach Tepco-Angaben stark verstrahlt. 10 000-fach erhöhte Werte von Jod-131 seien im Wasser entdeckt worden.

Freitag, 1. April

Der japanische Regierungschef Naoto Kan will am Samstag zum ersten Mal seit dem Erdbeben die Krisenregion besuchen.

Die japanische Atomaufsichtsbehörde kritisiert, die vom AKW-Betreiber Tepco gemessenen Strahlenwerte vom Grundwasser seien teilweise fehlerhaft. Tepco bestätigt nach einer erneuten Messung 10 000-fach erhöhte Werte von Jod-131 im Grundwasser beim AKW.

Regierungssprecher Yukio Edano wechselt vom blauen Overall in einen dunkelgrauen Anzug. Das Kabinett hatte seit dem Beben die gleichen Schutzanzüge getragen wie die Helfer im Erdbebengebiet. "Wir wollten zeigen, dass die Regierung nun auch in die Zukunft blickt. Deshalb haben wir diese Jacken ausgezogen", sagt Edano.

Mehr als 18 000 japanische Soldaten starten unter anderem mit rund 7000 US-Soldaten eine großangelegte Suchaktion nach Opfern des verheerenden Tsunamis.

Eine Kommission für den Wiederaufbau werde am 11. April ihre Arbeit aufnehmen, sagt Ministerpräsident Naoto Kan.

Der japanische Stromkonzern Tepco hat nicht genug Strahlenmessgeräte für die Arbeiter in der Atomruine Fukushim

Samstag, 2 April

Der japanische Regierungschef Naoko Kan besucht erstmals die Krisenregion. Es werde ein langer Kampf, bei dem Regierung und Einsatzkräfte zäh bleiben müssten, sagt Kan. Er verbringt nur 20 Minuten mit den Opfern. Dafür erntet er Kritik.

Aus einem 20 Zentimeter langen Riss in einer Wand beim Reaktor 2 sickert radioaktives Wasser ins Meer. Das Wasser hat eine Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde. Ein Greenpeace-Experte bezeichnet die Werte als "lebensbedrohlich".

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verspricht bei einem Kurzbesuch in Tokio Hilfe beim Wiederaufbau.

Sonntag, 3. April

Aus dem Riss beim Reaktor 2 fließt weiter Wasser. Versuche, den Spalt mit Beton und Kunststoff abzudichten, schlagen fehl.

Die japanische Regierung denkt über eine Umsiedlung von Menschen aus der vom Tsunami zerstörten Küstenregion nach. Die Bewohner könnten in höher gelegene Gebiete ziehen und die Wohnviertel an der Küste komplett aufgegeben werden.

Auf dem AKW-Gelände werden die Leichen zweier Arbeiter gefunden. Die Männer waren bei dem Tsunami gestorben.

Montag, 4. April

Der Energiekonzern Tepco beginnt, 11 500 Tonnen leicht verseuchtes Abwasser in den Pazifik zu pumpen. Damit sollen Tanks frei werden, um dort stärker strahlendes Abwasser zu speichern.

Dienstag, 5. April

Das radioaktiv verseuchte Wasser bleibt ein Problem: 60 Millionen Liter sollen im Keller der Reaktorgebäude sowie in unterirdischen Kanälen stehen. Das Wasser behindert die Bemühungen, die Atomruine in den Griff zu bekommen.

Die Strahlung im Meer bei den Atomreaktoren ist stark erhöht. Es werden Messergebnisse bekannt, wonach die Jod-Konzentration im Meer vor Reaktorblock 2 um das 7,5-Millionenfache über den zulässigen Grenzwerten liegt.

Mittwoch, 6. April

Es ist gelungen, das Leck in einem Schacht beim Reaktor 2 abzudichten. Unklar ist, ob die Abdichtung mit Flüssigglas hält.

Donnerstag, 7. April

Arbeiter füllen Stickstoff in das Reaktorgehäuse von Kraftwerksblock 1. Sie wollen verhindern, dass es in den zerstörten Reaktorgebäuden erneut zu Wasserstoff-Explosionen wie kurz nach der Havarie kommt.

Ein schweres Nachbeben der Stärke 7,4 erschüttert den Norden, es kommt zu Problemen an weiteren Kernkraftwerken. Im AKW Onagawa schwappt radioaktives Wasser aus einem Abklingbecken, an mehreren Stellen werden Lecks gefunden. In mehreren AKW gibt es Probleme mit dem Strom.

mlr/dho/kng/DPA/Reuters/DPA/Reuters
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