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Ermittler vermuten defekte Bremsen als Ursache

Im Fall der Bruchlandung in Moskau mit mehreren Toten sind die Behörden der Unfallursache auf der Spur. Mittlerweile ist ein Handyvideo aufgetaucht, das die Wucht des Aufpralls zeigt.

  Zum Unglückszeitpunkt befand sich nur die Besatzung an Bord des verunglückten Flugzeugs

Zum Unglückszeitpunkt befand sich nur die Besatzung an Bord des verunglückten Flugzeugs

Die Ursache für das Flugzeugunglück in Moskau ist offenbar gefunden: Vermutlich war das Bremssystem defekt, wie die russische Agentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf Ermittlerkreise meldete. Das Passagierflugzeug war am Samstag auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo über die Landebahn und durch einen Zaun auf eine Straße hinausgeschossen - mindestens fünf Menschen starben. Eine Frauen und zwei Männer wurden bei der spektakulären Bruchlandung am Samstag lebensgefährlich verletzt. Es befanden sich keine Passagiere auf dem Unglücksflug, nur acht Besatzungsmitglieder waren an Bord. Das Flugzeug vom Typ Tupolew Tu-204 zerbrach in mehrere Teile und rutschte einen Abhang hinunter. Die Maschine der Airline Red Wings kam aus Tschechien.

Die Piloten hätten nach der Landung alles versucht, um die Maschine zum Stehen zu kriegen. "Aber aus irgendeinem Grund hat das Flugzeug nicht gestoppt." Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Behörden von den sichergestellten Flugschreibern.

Regierungschef Dmitri Medwedew beauftragte eine Kommission, die Unglücksursache zu klären. Die Ermittlungsbehörde leitete ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen Flugsicherheitsvorschriften ein. Staatspräsident Wladimir Putin ließ sich ständig über das Unglück informieren, wie sein Sprecher Dmitri Peskow sagte.

Zufällig filmte ein vorbeifahrender Autofahrer den Unfall. Das Video wurde mittlerweile im Internet veröffentlicht und zeigt, wie große Trümmerteile auf die Autobahn geschleudert wurden und Fahrzeuge trafen. Die Fahrer konnten nur mit Mühe die Spur hielten. Das russische Fernsehen zeigte Bilder der zerborstenen Maschine.

Fluglinie und die Stadt Moskau wollen Opfer entschädigen

Die Feuerwehr konnte einen Brand am rechten Flügel der Maschine rasch löschen. In ersten Berichten war von bis zu zwölf Besatzungsmitgliedern und vier Toten die Rede gewesen.

Ärzte in Moskauer Kliniken kämpften unterdessen um das Leben der Verletzten im Alter von 25, 26, 27 und 32 Jahren. Ein junger Mann sei erfolgreich notoperiert worden, sagte Ansor Chubutija vom Moskauer Notdienst.

Die Fluggesellschaft will den Hinterbliebenen je zwei Millionen Rubel (etwa 50.000 Euro) und den Verletzten je eine Million Rubel Schmerzensgeld zu zahlen. Auch die Stadt Moskau kündigte je eine Million Rubel Schmerzensgeld für die Opfer an.

  Spezialkräfte bergen die Trümmer des zerbrochenen Flugzeugs

Spezialkräfte bergen die Trümmer des zerbrochenen Flugzeugs

Moskau leitet Flüge um

Die Ermittlungsbehörde beschlagnahmte im Büro der Fluggesellschaft Red Wings, die dem Oligarchen Alexander Lebedew gehört, Dokumente zu der Unglücksmaschine. Außerdem solle der Funkkontakt zwischen dem Piloten, der ums Leben kam, und dem Fluglotsen ausgewertet werden, sagte Behördensprecher Wladimir Markin.

Der Flughafen Wnukowo nahm zwischenzeitlich keine Flugzeuge mehr an, die Behörden leiteten mehrere ankommende Maschinen zum größten Moskauer Airport Domodedowo um. Die angrenzende Schnellstraße wurde teilweise gesperrt, es kam zu kilometerlangen Staus. Der Flughafen Wnukowo im Südwesten der Millionenmetropole wird unter anderem von der Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings angeflogen.

Erst am 20. Dezember war eine Tu-204 mit 60 Passagieren an Bord, die in Wnukowo gestartet war, in der westsibirischen Stadt Nowosibirsk etwa 300 Meter über die Landepiste hinausgerutscht. Grund war ein platter Reifen. Niemand wurde verletzt. Die Charterlinie Red Wings betreibt bis zu zehn Maschinen dieses Typs, die bis zu 210 Passagiere transportieren können.

ono/DPA/AFP/DPA
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