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Gigantischer Ekel-Pfropfen aus Fett verstopft Gully

Feuchte Reinigungstücher sorgen für frische Hygiene - in Kombination mit Fett aber auch für gigantische Verstopfungen. In Australien kämpften die Wasserwerke mit einem tonnenschweren Ekel-Klumpen.

  700 Kilogramm Ekel hängen am Haken.

700 Kilogramm Ekel hängen am Haken.

Die Kanalisation frei zu halten, wird immer schwerer. In kühlen Städten wie London wird der Gully von tonnenschweren Fett-Brocken blockiert, weil Restaurants ihr altes Bratfett eimerweise in den Ausguss schütten. Im warmen Australien setzt die Mode der feuchten Wischtücher den Wasserwerken zu.

  Hier hängt der stinkende Brocken am Kran

Hier hängt der stinkende Brocken am Kran

Traditionelles Toilettenpapier löst sich im Wasser in seine Fasern auf, das feuchte Papier behält dagegen seine Form und bildet riesige Klumpen aus Tüchern und Fettresten im Rohrsystem. Mehr Hygiene führt zu deutlich mehr Dreck. Ein Ein-Tonnen-Brocken wurde nun in New South Wales Australien entfernt. 700 Kg zerrte ein Spezialgerät in einem Stück aus dem Schacht. Die Maschine arbeitet wie ein gigantischer flexibler Korkenzieher, zuerst bohrt sie sich durch den ekligen Brocken, dann wird der Pfropfen langsam aus der Röhre gezogen.

  Eien Mischung von Feuchten Wischnüchern und Fett bildet diese gewaltigen Klumpen.

Eien Mischung von Feuchten Wischnüchern und Fett bildet diese gewaltigen Klumpen.


Leider entfernt die Maschine nicht den ganzen Dreck. In diesem Fall mussten weiter 300 Kilogramm in Handarbeit aus dem Siel gekratzt werden. Der Sprecher von Hunter Water, Nick Kaiser, sagte in einer Presseerklärung: "Feuchte Tücher sind für 80 Prozent der Verstopfungen im Wassersystem verantwortlich." Auf öffentlichem Grund lassen sich die Schäden nicht zuordnen, sollte die Verstopfung das Rohr aber auf privaten Grund lahmlegen, muss der Kunde die Reinigung zahlen. Die höchste Rechnung, die Hunter Water bislang ausstellte, soll etwa 15.000 Euro betragen haben.  Nick Kaiser trauert dem guten, alten Toilettenpapier hinterher:  "Toilettenpapier zerfällt augenblicklich, kaum dass es heruntergespült wurde. Wischpapiere kann man im Test 21 Stunden lang spülen und es geschieht gar nichts."

Feuchte Wischtücher brauchen Jahre, bevor sie sich zersetzen. Zusätzlich lagern sie sich leicht im Abwassersystem an. Ist das erstmal geschehen, binden sie Fett und Öle im Abwasser. Auf diese Weise entsteht dann so ein Ekel-Pfropfen.


Gernot Kramper
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