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"Die Royals haben sich erst gegen Hitler gestellt, als der Krieg ausbrach"

Queen Elizabeth II. als Kind beim Hitlergruß - dieser Film aus dem königlichen Archiv sorgt für Empörung. Der Historikerin Karina Urbach zufolge sind die Aufnahmen ein Hinweis darauf, wie sehr rechts die Royals letztlich standen.

Die Königsfamilie im Jahr 1936 während eines Sommerurlaubs in Windsor

Prinz Albert (der spätere König George VI.) und seine Gattin Herzogin Elizabeth (spätere Queen Mum) mit ihren beiden Töchtern, Prinzessin Elizabeth (M., die spätere Königin Elizabeth II.) und Prinzessin Margaret Rose (l.) im Juni 1936 in Windsor

Das Video, das die Queen als Kind beim Hitlergruß zeigt, wirft viele Fragen auf. Für die deutsche Historikerin Karina Urbach ist es ein Beleg für die Rolle der britischen Königsfamilie vor dem Zweiten Weltkrieg. "Das unschuldige Kind ist nicht das Problem, das Problem sind die Erwachsenen", sagte Urbach.

In dem etwa 20 Sekunden langen Filmausschnitt ist die britische Monarchin im Alter von sechs oder sieben Jahren zu sehen, mit ihrer kleinen Schwester, ihrer Mutter und ihrem Onkel, dem späteren König Edward VIII., der aus seiner Sympathie für Hitler nie einen Hehl machte.

Die britische Boulevardzeitung "Sun" hatte das Video in der Nacht zum Samstag online gestellt. Laut dem Blatt entstanden die Aufnahmen auf Schloss Balmoral in Schottland im Jahr 1933 oder 1934. Sie seien bislang noch nie gezeigt worden.

Wie weit rechts stand die Royal Family?

Urbach war von der"Sun" vor der Veröffentlichung des umstrittenen Films als Expertin herangezogen worden. Die Wissenschaftlerin, die in London und Cambridge arbeitet, setzt sich für eine Freigabe der politisch relevanten Dokumente aus den königlichen Archiven ein. "Wir haben überhaupt keine Dokumente, die die Royal Family in den 1930er Jahren betreffen", sagte sie. 


Die kurze Filmsequenz sei ein seltener Hinweis darauf, "wie sehr die königliche Familie dann doch rechts stand". Gerade die Rolle von König Georg VI. und seiner Frau, den Eltern von Elizabeth, sei noch umstritten. "Ich würde sie nicht als Nazis bezeichnen, aber sie haben sich erst gegen Hitler gestellt, als 1939 der Krieg ausbrach", sagte Urbach. Sie veröffentlichte Anfang 2015 ihre Studie "Go-Betweens for Hitler", in dem sie die Verbindungen Edwards VIII. zu Hitler und seine Pläne für eine Allianz gegen die Sowjetunion beleuchtet. 


kis/DPA

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