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Merkel verspricht schnelle Hilfe

Bei ihrem Besuch in den Hochwassergebieten hat Angela Merkel den Flutopfern schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt. Erfreut zeigte sich die Bundeskanzlerin über den unermüdlichen Einsatz der Helfer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Hochwasser-Opfern "schnelle und unbürokratische Hilfe" zugesagt. "Nur ein Besuch vor Ort ermöglicht es, dass man einen Eindruck bekommt", sagte die CDU-Vorsitzende bei einem Besuch in Hitzacker.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff sagte den Betroffenen eine Soforthilfe von fünf Millionen Euro zu. Dieses Geld sei als Überbrückungshilfe gedacht, so Wulff, der sich zusammen mit Merkel bei einem Hubschrauberflug einen Überblick über die Hochwassersituation verschafft hatte. Außerdem werde es einen Erlass an die Finanzbehörden geben, dass Forderungen gestundet und Betroffenen Sonderabschreibungen gewährt würden.

Merkel sagte, Hilfe des Bundes werde in enger Abstimmung mit den Ländern erfolgen. Man wolle "gemeinsam und sehr unbürokratisch dafür sorgen, dass die Schäden in Grenzen gehalten werden können", sagte sie. Auch sie sprach von der Möglichkeit steuerlicher Abschreibungen. Erfreut zeigte sich die Kanzlerin darüber, dass so viele Helfer ehrenamtlich im Einsatz seien.

Wulff sprach von einer "gigantischen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung". Tausende seien im Einsatz, um Betroffenen zu helfen. "Hier wird Bürgergesellschaft erlebbar", sagte er.

Scheitelpunkt für Sonntag erwartet

Der Scheitelpunkt der Flut wird für Sonntag in Hitzacker erwartet. Der Pegel der Elbe stand dort am Sonntagvormittag bei 7,63 Meter, 13 Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002. Auch im schleswig-holsteinischen Lauenburg warteten die Menschen auf den Höchststand der Fluten.

In Mecklenburg-Vorpommern erreichte das Hochwasser bereits Rekordwerte: Mit 6,73 Meter wurde in Boizenburg am Sonntagmorgen der höchste Stand seit Beginn der amtlichen Pegelaufzeichnungen vor 110 Jahren registriert. Im flussaufwärts gelegenen Dömitz, wo bereits am Samstag mit 6,64 Meter der bisherige Rekord aus dem Jahr der Jahrhunderflut 2002 überboten worden war, stieg der Wasserstand allerdings schon nicht mehr an. "Wenn wir Glück haben, ist der Scheitel der Flutwelle dort schon durch", sagte Klaus Möller aus dem Krisenstab des Landkreises Ludwigslust. Für Boizenburg waren bis zu 6,90 Meter vorausgesagt worden. Der Landkreis hatte am Freitag für die Region entlang des Flusses Katastrophenalarm ausgerufen.

Lauenburg wartet auf den Höchststand

Auf den Höchststand der Elbe warten auch die Einwohner Lauenburgs. Wie ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes am Sonntag sagte, stieg das Wasser nur noch langsam an. 100 Altstadthäuser werden durch die Flut bedroht, das Wasser soll seinen Höchststand am Montag oder Dienstag erreichen. Am Sonntagmorgen wurden erstmals auch Evakuierungen für die Altstadt geplant. Ein Hotel wurde wegen möglicher Einsturzgefahr bereits geräumt. "Wir haben 23 Gäste des Hotels vorsichtshalber nach Hause geschickt", sagte Peter Kunze, der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes.

Im Nordwesten Brandenburgs scheint die Gefahr von Deichbrüchen an der Elbe gebannt. Das Hochwasser setze den Dämmen zwar weiter zu. "Dennoch besteht nicht die Gefahr, dass uns ein Deich wegbricht", so eine Sprecherin des Katastrophenstabes. Der Hochwasserscheitel hatte den Pegel Wittenberge am Samstag bei 7,20 Meter passiert und war damit 14 Zentimeter unter dem Höchststand der Jahrhundertflut von 2002 geblieben. Derzeit steht die Elbe in der Prignitz bei 7,17 Meter. Im südbrandenburgischen Mühlberg gilt seit Samstagabend kein Katastrophenalarm mehr. Dort sinkt der Wasserstand der Elbe nach Angaben des Landesumweltamtes weiter. Auch an Oder und Havel sei die Lage stabil, hieß es.

Im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt stabilisierte sich die Lage in den Hochwassergebieten weiter. Am Sonntag wurde der Katastrophenalarm für die Region aufgehoben, teilte der Kreis mit. Die Deiche hielten dem Druck des Hochwassers auch am neuralgischen Punkt in Prettin-Axien stand. Einsatzkräfte hatten in den vergangenen Tagen mit Sandsäcken die Deiche sowie einzelne Sickerstellen abgedichtet. Die Elbe sank in Wittenberg auf einen Stand von 5,87 Meter. Nach Angaben des Landesbetriebs für Hochwasserschutz in Magdeburg sind es dort im Jahresmittel 2,60 Meter. 2002 war die Elbe in Wittenberg sogar 7,08 Meter hoch.

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Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht davon aus, dass extreme Wasserstände der Elbe zunehmen werden. "Das gilt nicht nur für Hochwasser. Trockenere und heißere Sommer werden auch dazu führen, dass der Fluss erheblich weniger Wasser führen wird", sagte Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace in einer Pressemitteilung.

Der Klimawandel müsse unbedingt gebremst und der Ausstoß von Kohlendioxid erheblich verringert werden. Viele Landesregierungen hätten den Ernst der Lage und die Schnelligkeit nicht erkannt, mit der der Klimawandel fortschreite. Das erneute Jahrhunderthochwasser in Norddeutschland entspreche den von Wissenschaftlern vorausgesagten Szenarien des Klimawandels.

Reuters/DPA/DPA/Reuters

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