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Wie die Islamisten Abtrünnige foltern, kreuzigen und köpfen

Im Prozess in Celle gegen zwei ehemalige IS-Kämpfer hat ein Deutscher ausgesagt, der selbst als Geheimpolizist für die Terrororganisation gedient hat. Seinen Aussagen offenbaren ein brutales System.

Abu Bakr al-Baghdadi

Der Pate des Terrors: Abu Bakr al-Baghdadi, IS-Anführer, bei einem seiner früheren Auftritte. Im April dieses Jahres  soll er bei einem Luftschlag schwer verletzt worden sein

Vom brutalen Vorgehen der Terrormiliz Islamischer Staat hat ein IS-Rückkehrer im Prozess gegen zwei Mitstreiter vor dem Oberlandesgericht Celle berichtet. Als Angehöriger einer Spezialeinheit zum Aufgreifen von Deserteuren und zur Überwachung eines Gefängnisses habe er Folterungen und Hinrichtungen miterlebt, sagte der aus Dinslaken stammende 25-Jährige am Montag als Zeuge aus.

Er ist selbst in Düsseldorf angeklagt. Von einem Scharia-Gericht verurteilte Gegner und Abtrünnige des IS seien in Syrien auf dem Marktplatz mit dem Schwert geköpft oder erschossen worden. Anschließend habe man sie gekreuzigt und mehrere Tage als Abschreckung zur Schau gestellt.

Christen zahlen Schutzsteuer 

"Für Christen gibt es eine Schutzsteuer von 300 Dollar pro Jahr, sonst werden sie getötet", sagte der IS-Rückkehrer, dessen Prozess in Düsseldorf noch bevorsteht. "Jesiden können keine Schutzsteuer zahlen, Schiiten können dort nicht leben." Auch wer der Terrormiliz den Rücken kehren wollte, hatte nichts Gutes zu erwarten. "Wenn man sich abkehren will vom IS, ist man automatisch ein toter Mann."

Selbst der Chef seiner Gefängniseinheit, der nach dem Geschmack höherer Vorgesetzter nicht streng genug auftrat, sei vor den Augen anderer IS-Kämpfer erschossen worden. "Die Gefängnisgruppe war eine Art Geheimpolizei", beschrieb er seinen Einsatz.

Schilderungen wichtig für Prozess

Die Schilderungen sind wichtig zur Bewertung der Aussagen der beiden in Celle vor Gericht stehenden 26 und 27 Jahre alten Deutsch-Tunesier aus Wolfsburg. Diese hatten gesagt, sie hätten sich aus Angst vor Repressalien auch nach ihrer Abkehr von der IS-Ideologie als fanatische Unterstützer gegeben, um sich lebend nach Deutschland retten zu können. Einem der beiden wirft die Anklage vor, in Kämpfe verwickelt gewesen zu sein, der andere stand laut Anklage kurz davor, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu verüben.

tis/DPA
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