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IS hält sich Sex-Sklavinnen für Vergewaltigungen bereit

Die Islam-Interpretation des Islamischen Staates (IS) erlaubt zwar Sex-Sklaven - aber nur, wenn sie nicht schwanger sind. Und plötzlich sind die vorgeblichen Traditionalisten ganz offen für die moderne Empfängnis-Verhütung.

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Die Terroristen des Islamischen Staates halten sich Sex-Sklavinen. Besonders häufig betroffen: Die Frauen der jüdüschen Minderheit der Jesiden.

Der Islamische Staat versucht systematisch, Schwangerschaften bei Sex-Sklaven zu verhindern. Das Mittel der Wahl: Empfängnis-Verhütung und Abtreibungen. Das ergab eine ausführliche Recherche der "New York Times". In ausgiebigen Interviews mit 37 ehemaligen Sex-Sklavinnen, die aus ihrer Gefangenschaft beim IS fliehen konnten, hat die Zeitung ein ausführliches Bild von der Moral der IS-Kämpfer und der Angst vor der Schwangerschaft schaffen können.

Die der jüdischen Minderheit der Jesiden angehörenden Frauen und Mädchen wurden mit Spritzen, der Pille oder gleich beidem zur Verhütung gezwungen. Einige berichteten, dass sie sogar die "Pille danach" nehmen mussten - weil der neue Besitzer ihnen nicht glaubte, dass sie nicht schwanger waren. Andere mussten gleich mehrere Formen der Verhütung gleichzeitig einnehmen, etwa eine Dreimonats-Spritze zusätzlich zur Pille.


Schwangere Sex-Sklaven sind verboten

Denn während der IS die Haltung von Sex-Sklaven ausdrücklich erlaubt, gibt es da eine nicht ganz unwesentliche Einschränkung: Sie dürfen nicht schwanger sein. Sogar für die gewagte Islam-Auslegung, man dürfte Kinder als Sex-Sklaven halten, fanden sich Gelehrte, die das irgendwie zu rechtfertigen wussten. Beim Sex mit Schwangeren scheiterten aber selbst die gekonntesten Islam-Verdreher. Der Kern der Argumentation: Hat man mit einer Sklavin Sex, die bereits schwanger sein könnte, weiß man nicht genau, wer der Vater ist. Eine unhaltbare Situation.

Dass schwangere Frauen vor den Vergewaltigungen sicher sind, bedeutet das aber noch lange nicht. Einige Kämpfer versuchten schlicht, Abtreibungen zu erzwingen oder schlugen einfach gleich selbst in den Bauch. Das kleine Mädchen eines der Opfer überlebte einen solchen Abtreibungsversuch per Faust wie durch ein Wunder. Andere Sklaven-Halter sahen die Regeln einfach nicht so eng - und vergewaltigten auch Schwangere. Solange keiner es mitbekam.

Ungewöhnlich niedrige Schwangerschaftsrate

Den Frauen war die Verhütung allerdings meist recht. Denn so schlimm das Leid auch war - es hätte noch schlimmer kommen können: Das Kind ihres Peinigers wollte keine der gequälten Frauen austragen. In anderen Konflikten waren Frauen ganz gezielt geschwängert worden, um die Dominanz zu sichern.

Auch Ärzte bestätigen dem Bericht nach die ungewöhnlich niedrige Schwangerschaftsrate unter den Vergewaltigungsopfern. Da viele von ihnen täglich und oft auch von mehreren Männern vergewaltigt worden waren, hätte eine viel größere Gruppe von Frauen schwanger sein müssen. Es waren aber gerade mal knapp 5 Prozent. Die Ärzte hätten mit dem vier- bis fünffachen gerechnet.

mma
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