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Tepco will Meeresverseuchung mit Zeolith eindämmen

In der Millionenstadt bebte erneut der Boden: Tokio wurde in der Nacht von einem Erdstoß der Stärke 5,9 erschüttert. Die Arbeiten am Unglücksreaktor von Fukushima wurden zum Glück nicht behindert. Tepco versucht zurzeit, mit dem Mineral Zeolith die Meeresverseuchung einzudämmen.

Mit Hilfe eines Radioaktivität aufnehmenden Minerals versucht der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima die Verseuchung des Meerwassers einzudämmen. Das Mineral Zeolith werde im Meer nahe eines Abflusses der Anlage eingesetzt, teilte Tepco am Samstag mit. Am Samstagvormittag erschütterte erneut ein schweres Erdbeben der Stärke 5,8 das Land.

Das Zeolith soll radioaktive Substanzen absorbieren und damit die Verseuchung des Meerwassers durch aus dem Atomkraftwerk auslaufendes radioaktiv belastetes Wasser eindämmen. Die Erfolgsaussichten des Unterfangens waren aber zunächst noch unklar. Zeolith wird in der Industrie für vielfältige Zwecke eingesetzt, auch in der Verarbeitung radioaktiver Abfälle. Das Mineral wurde auch bei anderen Atomunfällen verwendet, unter anderem nach der Katastrophe im US-Atomkraftwerk Three Mile Island im Jahr 1979.

Erdstöße waren kein Nachbeben

Das Epizentrum des erneuten Erdstoßes der Stärke 5,8 bis 5,9 lag jüngsten Angaben der japanischen Meteorologiebehörde zufolge im Süden der Präfektur Ibaraki, das Beben ereignete sich demnach in einer Tiefe von 70 Kilometern. Tsunami-Alarm wurde nicht ausgelöst.

In der Hauptstadt Tokio ließ das #link;Atomkraftwerk in Fukushima nicht betroffen;Erdbeben#, das sich um 11.19 Uhr Ortszeit (04.19 Uhr MESZ) ereignete, die Gebäude erzittern. Seit dem verheerenden Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami vom 11. März wird Japan nahezu täglich von Nachbeben erschüttert. Bei dem Erdbeben vom Samstag der Stärke 5,9 habe es sich allerdings nicht um ein Nachbeben gehandelt, erklärte die Meteorologiebehörde. Sie hatte zunächst angegeben, das Epizentrum habe im südlichen Teil der Präfektur Tochigi gelegen. Dort wurde laut einem Bericht des Fernsehsenders NHK eine Frau in einem Supermarkt leicht verletzt, als Produkte aus den Regalen auf sie gefallen seien.

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens vom Samstag mit 5,8 an. Das Epizentrum habe 83 Kilometer nördlich von Tokio gelegen, das Beben ereignete sich demnach in einer Tiefe von 20 Kilometern.

Atomkraftwerk in Fukushima nicht betroffen

Das erneute Beben habe die Arbeiten am havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 nicht behindert, teilte der Betreiber Tepco mit. Die Arbeiter in der Atomruine versuchen weiter unermüdlich, das AKW unter Kontrolle zu bringen. Erschwert wird ihre Arbeit durch massenweise verseuchtes Wasser. Mit Hilfe des Minerals Zeolith versuchen sie, ins Meer geflossenes radioaktives Material zu absorbieren. Im Schacht eines Meerwasserrohrs des Reaktors 2 ist das dort angesammelte hochgradig verseuchte Wasser bis zum Samstag um 1,5 Zentimeter gestiegen, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete.

Unterdessen hat der Atombetreiber Tepco herausgefunden, dass das in einem Tunnelschacht des Reaktors 2 angesammelte stark verseuchte Wasser seit dem Abend des 15. April bis zum Samstagmorgen (Ortszeit) um 1,5 Zentimeter auf 88,5 Zentimeter Höhe gestiegen ist. Neben dem zur Kühlung des Reaktors eingesetzten Wassers könnte auch Grundwasser eingesickert sein, hieß es. Außer mit Säcken voll Zeolith versuchen die Arbeiter mit Stahlplatten die Verseuchung des Meeres einzudämmen.

mai/mlr/DPA/AFP/DPA
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