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WHO will nicht zugelassene Wirkstoffe einsetzen

Medikamente, die zuvor nur an Tieren getestet wurden, sollen in Westafrika nun zum Einsatz kommen. In Madrid ist ein spanischer Priester als erster Europäer an Ebola gestorben.

WHO-Generalsekretärin Marie-Paule Kieny während einer Pressekonferenz in Genf

WHO-Generalsekretärin Marie-Paule Kieny während einer Pressekonferenz in Genf

Experimentelle Wirkstoffe, die bislang nur an Tieren getestet wurden, sollen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika zum Einsatz kommen. Ein Experten-Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält den Einsatz der Medikamente für vertretbar. "Angesichts der besonderen Umstände dieses Ausbruchs, und vorausgesetzt, dass bestimmte Bedingungen erfüllt werden", seien derartige Behandlungen ethisch vertretbar, auch wenn ihre Wirksamkeit noch nicht bewiesen und mögliche Nebenwirkungen noch nicht bekannt seien, erklärte die WHO in Genf. Diese Entscheidung haben Medizinethiker in einer Telefonkonferenz getroffen.

Liberia soll nach Angaben des Präsidialamtes in Monrovia das experimentelle Ebola-Serum ZMapp erhalten. Das Weiße Haus in Washington und die US-Arzneimittelbehörde FDA stimmten einer Bereitstellung des Serums zur Behandlung infizierter Mediziner in Liberia zu.

Spanischer Priester stirbt in Madrid

Die Epidemie hat indes auch das erste europäische Todesopfer gefordert. Der spanische Priester Miguel Pajares, der vor fünf Tagen aus Liberia nach Madrid ausgeflogen worden war, starb im Krankenhaus. Der aus der Gegend von Toledo im Mittelspanien stammende 75-Jährige hatte seit acht Jahren als Pfleger in einem Krankenhaus in Monrovia gearbeitet. Die Nachricht von seinem Tod kam für die Spanier überraschend. Bis Montag hatte es geheißen, sein Zustand sei stabil.

Ebenso wie ein Arzt und eine Missionarin aus den USA wurde er mit dem bisher nur an Tieren erprobten Serum ZMapp behandelt.

An dem jüngsten Ausbruch der Epidemie sind Angaben der WHO zufolge bereits mehr als tausend Menschen gestorben. 1848 weitere Personen hätten sich infiziert, heißt es. Allein zwischen dem 7. und 9. August starben 52 Menschen in den besonders betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone. Zeitgleich seien 69 neue Fälle aufgetreten.

Deutscher Medizinstudent hat kein Ebola

Der in Ruanda unter Quarantäne gestellte deutsche Patient ist nicht mit dem Ebola-Virus infiziert. "Der Test des Ebola-Verdachtsfalles ist negativ. Es gibt kein Ebola in Ruanda", teilte das Gesundheitsministerium des ostafrikanischen Landes via Twitter mit. Es handele sich offenbar um Malaria.

Der Medizinstudent aus Deutschland war kürzlich aus Liberia zurückgekehrt und zeigte Symptome, die auch bei Ebola auftreten. Deshalb war er in einer Klinik der Hauptstadt Kigali isoliert worden.

nck/AFP/AFP

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