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Dänischer Zoo seziert vor Kindern einen Löwen

2014 löst der Kopenhagener Zoo weltweit Entrüstungsstürme aus: Er tötet eine gesunde Giraffe und zerlegt sie vor Kinderaugen. Nun gibt es einen neuen Aufschrei. Diesmal liegt ein Löwe auf dem Seziertisch.

  Die öffentliche Sezierung des Löwen im Zoo von Odense - bei den Kindern herrschen skeptische Blicke vor

Die öffentliche Sezierung des Löwen im Zoo von Odense - bei den Kindern herrschen skeptische Blicke vor

Im Disney-Film "König der Löwen" ist Simba ein niedlicher Kerl, der vor Energie nur so strotzt. Im dänischen Zoo Odense liegt ein mausetoter Artgenosse auf einem Tisch neben dem Seelöwengehege. Um ihn herum: rund 400 neugierige Kinder und Erwachsene. Manche halten sich die Nase zu, denn der Kadaver müffelt. Biologe Rasmus Kolind hält die fleischige Leber des Raubtiers in die Luft. "Was glaubt ihr, was das hier ist?"

Der neun Monate alte Löwe wurde betäubt und getötet, weil nicht genug Platz im Käfig war und Inzucht drohte. Indem Kolind und eine Kollegin ihn vor Kinderaugen ausnehmen, wollen sie den Jungen und Mädchen zeigen, wie die Tiere aussehen - in Wirklichkeit, nicht im Film. "Wir wollen gerne erzählen, wie fantastisch Löwen sind - und wieviel ihr Körperbau mit unserem gemeinsam hat", sagt Kolind.

Dänen als "Barbaren" beschimpft

Für diese Art Lehrstunde haben viele Menschen weltweit kein Verständnis: Eine Petition im Internet hatte bis dato mehr als 130.000 Unterstützer. In sozialen Medien beschimpfen wütende Nutzer den Zoo seit Tagen als "Tiermörder" und die Dänen als "Barbaren". "In meinen Augen ist es schrecklich, dass man einen gesunden jungen Löwen tötet, und ich verstehe einfach die Eltern nicht, die ihre Kinder mitnehmen, um bei so einem Mord dabei zu sein", schreibt Grete Stener Eriksen auf Facebook.

  Zahlreiche Pressevertreter berichten aus dem Zoo

Zahlreiche Pressevertreter berichten aus dem Zoo

Viele ihrer Landsleute sind anderer Meinung. "Ich finde, das ist eine natürliche Art, den Kindern so etwas nahezubringen", sagt Ole Varn, der mit seiner Enkelin Anne zusieht. Der Großvater versteht die Aufregung um den Löwen nicht: "Wenn man bedenkt, wie viele Schweine im Jahr geschlachtet werden..."

Kinder fragen Biologen Löcher in den Bauch

Erschrockene oder ängstliche Kindergesichter sieht man in Odense nicht - nicht einmal, als Kolind dem Löwen das Fell vom Kopf zieht. Eher neugierige. Anne, die in der ersten Reihe steht, findet die Sezierung "spannend - aber es stinkt!". Als der Löwe längst in viele Einzelteile zerlegt ist, stehen immer noch viele Kinder um das Raubtier herum und fragen den Biologen Löcher in den Bauch. "Das war richtig spannend, dass man so viel über die Tiere lernen konnte", sagt Viktor Vasquez Plog, ein sechsjähriger Junge mit braunen Locken unter der grauen Schirmmütze.

  Einige Kinder halten sich die Nase zu, denn der Kadaver müffelt

Einige Kinder halten sich die Nase zu, denn der Kadaver müffelt

Der Tod ist Teil des Lebens, finden viele Dänen. Und Kinder sollten ruhig wissen, wie ein Tier von innen aussieht. "Wir machen das seit 20 Jahren jedes Jahr in den Schulferien", sagt Zoologin Nina Christensen. "Aber diesmal laufen die Medien völlig Amok." Selbst, als sie einmal Besuch von einer dänischen Prinzessin hatten, seien nicht so viele Leute da gewesen.

Gegen "Disneyfizierung" von Zootieren

Grund dafür ist ein anderes totes Tier: das Giraffenjunge Marius, das der Kopenhagener Zoo im Februar 2014 tötete - und ebenfalls vor Kinderaugen auseinandernahm. Anschließend war Marius an die Löwen verfüttert worden. Zoodirektor Bengt Holst hatte das Vorgehen damals eisern verteidigt. Trotz Morddrohungen gegen ihn wehrte er sich gegen die "Disneyfizierung" von Zootieren.

  Eine Biologin erklärt etwas am Kopf des Löwen

Eine Biologin erklärt etwas am Kopf des Löwen

Wenn die Dänen keinen anderen Zoo im europäischen Zuchtprogramm finden, müssen die Tiere sterben - das ist auch in Deutschland gängige Praxis. In Odense passiert so etwas "weniger als zehnmal im Jahr", schätzt Christensen. Als im Januar ein Tapir und ein Löwe getötet und öffentlich seziert wurden, blieb der Aufschrei aus. Anscheinend hatten die Medien davon einfach keinen Wind bekommen.

and/Julian Wäschenbach/DPA

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Kommentare (4)

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    Stern-Moderation

    Handelt der dänische Zoo richtig?

  • stern-Moderation
    Wir verabschieden uns für heute und schließen die Kommentare unter diesem Artikel. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an sterncommunity@stern.de /sdn
  • Lisaziethen
    Lisaziethen
    Seid ihr eigentlich total bescheuert so einen scheiß zu posten?! Die Löwen waren schon lange tot und es waren einfach zu viele für die es in keinem Zoo Platz gab! Ja, jetzt sagen welche "dann setzt sie aus nach Afrika, wo sie hingehören"... Leichter gesagt als getan! Setzt mal einen Stadtmenschen in die Sternzeit aus, der würde verhungern und wüsste weder wie er sich verteidigen, überleben, ernähren sollte und das selbe geschieht mit Löwen in der Gefangenschaft die an das Leben außerhalb nicht gewöhnt sind! Bei Rindern und Schweinen die zu tausendfach tagtäglich getötet werden, heult ihr auch nicht rum! Wo ist das Problem?! Und ich bezweifle zu tiefst, dass hier in Dänemark irgendein Kind traumatisiert in der ecke sitzt!!! 😬 habt doch einen an der klatsche!!! 😠
  • Regina Schmid
    Regina Schmid
    Diese dänischen Kinder lernen, dass es ok ist, "überflüssige" Lebewesen umzubringen und ihre Zerteilung öffentlich zur Schau zu stellen. Letztendlich werden sie zu genau solchen empathielosen Monstern erzogen wie es ihre Eltern sind, der dänische Zoodirektor, der dänische Prinzgemahl, der bekennender Hundefresser ist, die dänischen "Tierärzte", die ohne Skrupel tausende von unpassenden Hunden umbringen, die Inselbewohner der Faroer, die alljährlich ein blutiges Delphingemetzel veranstalten... Etwas ist faul im Staate Dänemark (Hamlet)!
  • feuerstein
    feuerstein
    Natürlich handelt der dänische Zoo richtig.
    Warum sollte man nicht zeigen, wie man einen Löwen auseinander nimmt und warum sollten Kinder dabei nicht zu sehen?
    Es ist immer wieder interessant, wenn Erwachsene ihre eigenen Unwillen auf Kinder projizieren und dann allgemeingültig feststellen wollen, dass man so etwas doch Kindern nicht zumuten könne.

    Wer dieser Meinung ist, sollte einmal sein Oberstübchen kontrollieren lassen. Das Ereignis im Zoo zeigt dann ja wohl auch, dass Kinder in erster Linie interessiert sind und davon nicht abgeschreckt und schon gar nicht traumatisiert werden, wie dann gerne behauptete wird.
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