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Flugschreiber wurde nicht manipuliert

Noch sind nicht alle Opfer der MH17-Tragödie geborgen, da schießen Separatisten in der Ostukraine zwei Kampfflugzeuge ab. Die Black Box ist offenbar intakt. Die Ereignisse des Tages in der Rückschau.

  Der Flugschreiber aus der mutmaßlich abegeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine wird in Donezk der Presse präsentiert. Mittlerweile wurden die Daten ausgelesen.

Der Flugschreiber aus der mutmaßlich abegeschossenen Malaysia-Airlines-Maschine wird in Donezk der Presse präsentiert. Mittlerweile wurden die Daten ausgelesen.

Knapp eine Woche ist vergangen, seitdem über dem Osten der Ukraine #link;httphttp://www.stern.de/politik/mh17-91893047t.html;eine Passagiermaschine der Malaysia Airlines abstürzte. # Die Ostukraine wird von prorussischen Separatisten beherrscht. Sie werden verdächtigt, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Beweise gibt es bisher nicht, da der Absturz noch nicht untersucht werden konnte.

Dies könnte sich allmählich ändern. Experten teilten mit, der Flugschreiber sei nicht manipuliert worden. Die Black Box sei zwar beschädigt, doch die Daten konnten bereits ausgelesen werden. Nun soll die Analyse beginnen.

Die Niederlande übernahmen am Dienstag auf Bitten der Ukraine auch offiziell die Leitung der internationalen Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17. Das Land durchlebte einen Tag der nationalen Trauer. Die ersten Opfer landeten auf dem Flughafen in Eindhoven. Doch längst sind nicht alle Toten in der Ostukraine geborgen worden. Derweil haben die Separatisten zwei Kampfflugzeuge abgeschossen. Die Entwicklung zum Nachlesen.

+++ 18.59 Uhr: Keine Manipulation an Stimmenrekorder +++

Nach Erkenntnissen des Niederländischen Untersuchungsbüros für Sicherheit (OVV) ist der Stimmrekorder aus dem Cockpit der Malaysia-Airlines-Boeing nicht manipuliert worden. Das Gerät sei zwar beschädigt, die Daten seien aber unversehrt. Sie konnten zudem "erfolgreich heruntergeladen" werden und sollen nun im britischen Farnborough analysiert werden. Von den Daten erhoffen sich die Experten wichtige Hinweise darauf, was tatsächlich mit Flug MH17 geschehen ist.

+++ 16.55 Uhr: Russland soll Kampfjets abgeschossen haben +++

Die Raketen, mit denen am Mittwoch über dem Osten der Ukraine zwei ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden, sind nach Angaben der Regierung in Kiew von russischem Territorium aus abgefeuert worden. Die Raketen seien "nach vorläufigen Informationen von russischem Territorium aus abgeschossen" worden, erklärte der Sicherheitsrat der Ukraine. Die Kampfflieger vom Typ Su-25 seien in einer Höhe von 5200 Metern unterwegs gewesen.

+++ 15.56 Uhr: Erste Opfer kommen in Eindhoven an +++

Die ersten Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine sind in die Niederlande gebracht worden. Im Beisein des niederländischen Königspaares, von Ministerpräsident Mark Rutte und zahlreicher Angehöriger landete ein niederländisches Hercules-Transportflugzeug am Mittwoch um 15.46 Uhr auf dem Flughafen von Eindhoven. Kurz danach folgte eine australische Maschine. Beide waren am Morgen mit insgesamt 40 Särgen an Bord im ukrainischen Charkow gestartet.

+++ 15.25 Uhr: Russland will Flotte auf Krim ausbauen +++

Nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland plant der Kreml, die dort stationierte Schwarzmeerflotte deutlich zu verstärken. In einer Mitteilung an die Soldaten kündigt der Kommandant der Schwarzmeerflotte, Alexander Witko, einen Ausbau der Luftwaffenanlagen sowie die Stationierung von Raketen, Bodentruppen und mehr Marinepersonal an. "Wir bereiten die Stützpunkte und Besatzungen darauf vor, auf neuen Schiffen und U-Booten zu dienen", heißt es in der Mitteilung weiter.

+++ 14.30 Uhr: Ein Pilot soll sich gerettet haben +++

Den Separatisten zufolge sind zwei Maschinen vom Typ Suchoi Su-25 getroffen. "Ein Pilot rettete sich bei Sneschnoje per Schleudersitz, die zweite Maschine flog zunächst schwer getroffen Richtung Norden weiter", sagt ein Sprecher.

Bereits am Vortag habe die "Volkswehr" zwei Suchoi-Jets abgeschossen, behauptet er. Die Aufständischen benutzen dazu nach eigenen Angaben tragbare Raketenwerfer, die laut Experten aber nur für Treffer in niedrigen Flughöhen geeignet sind.

Auf einem Youtube-Video sind die brennenden Überreste eines der abgeschossenen Jets zu sehen. Separatisten untersuchen die Absturzstelle.

+++ 13.40 Uhr: Kampfflugzeuge abggeschossen +++

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine schießen zwei Kampfjets der ukrainischen Luftwaffe ab. Das teilen ein ukrainischer Militärsprecher sowie die Aufständischen mit. Ein Sprecher der Streitkräfte sagt, über das Schicksal der Piloten der beiden Suchoi-Maschinen sei derzeit noch nichts bekannt.

Das russische Nachrichtenportal LifeNews veröffentlicht erste Aufnahmen von der Absturzstelle.

+++ 13.01 Uhr: Merkel beklagt mangelnde Kooperation von Russland +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel wirft dem Kreml und den prorussischen Separatisten weiter mangelnde Kooperation bei der Aufklärung des Flugzeugabsturzes und Befriedung der Lage in der Ukraine vor. Es gebe nach wie vor Probleme bei der Bergung der Opfer sowie dem ungehinderten Zugang internationaler Experten zur Absturzstelle. Der Kreml zeige wenig Interesse an umfassender Aufklärung, erklärte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter am Mittwoch in Berlin für die Kanzlerin, die derzeit im Urlaub ist. Russland wirke auch nicht ausreichend mäßigend auf die bewaffneten prorussischen Gruppen ein.

+++ 13.00 Uhr: Separatisten vermuten noch 16 Leichen unter Trümmern +++

Am Absturzort der vermutlich abgeschossenen malaysischen Passagiermaschine MH17 liegen nach Darstellung von Separatisten in der Ostukraine noch immer 16 Leichen. Die prorussischen Kräfte widersprachen damit am Mittwoch Angaben der ukrainischen Regierung, wonach alle 298 Opfer des Boeing-Absturzes vom vergangenen Donnerstag geborgen und die Arbeiten abgeschlossen seien.

+++ 12.18 Uhr: Australischer Premier sorgt sich um zurückgebliebene Leichen +++

Australiens Premierminister Tony Abbott hat sich besorgt über den Zustand von womöglich noch an der Absturzstelle verbliebenen Leichen des Unglücksflugs MH17 geäußert. Die Bergung der menschlichen Überreste in der Ostukraine sei bisher unprofessionell" verlaufen, sagte Abbott vor australischen Medien am Mittwoch in Canberra. Nach einer ersten Sichtung der Leichen-Waggons in Charkow müsse man sagen: "Wir wissen einfach nicht, wie viele Leichen wir haben", zitierte unter anderem die Tageszeitung "Herald Sun" den Regierungschef.

+++ 11.45 Uhr: Black Box in Großbritannien eingetroffen +++

Die geborgenen Flugschreiber der abgestürzten Boeing sind in Großbritannien angekommen. Das sagt eine Sprecherin des britischen Transportministeriums. "Wir können bestätigen, dass die beiden Flugschreiber von MH17 von der niederländischen Sicherheitsbehörde zum Download zur britischen Untersuchungsbehörde für Flugunfälle gebracht worden sind", sagt die Sprecherin. Die britischen Behörden hatten bereits zuvor erklärt, alle Ergebnisse würden an die zuständigen Behörden geliefert und nicht in Großbritannien veröffentlicht.

+++ 11.20 Uhr: Erstes Flugzeug verlässt Charkow +++

Die Särge mit den ersten Opfern der Flugzeugkatastrophe über der Ukraine sind auf dem Weg in die Niederlande. Ein niederländisches Transportflugzeug mit 14 Särgen startete gegen 11 Uhr in der ukrainischen Stadt Charkow. Vertreter der ukrainischen Regierung, der Niederlande, Malaysias und Australiens sowie ukrainische Soldaten erwiesen den Toten die letzte Ehre. Ein Twitter-Foto zeigt die Maschine nach dem Start.

Nach einer vom niederländischen Fernsehen live übertragenen kurzen Trauerzeremonie mit Ansprachen und einer Schweigeminute wurden die schlichten Holzsärge von Soldaten in das Flugzeug getragen. Eine australische Transportmaschine sollte etwas später mit 24 Särgen aus Charkow abfliegen.

+++ 10.50 Uhr: Niederlande erwarten 50 Opfer +++

Zwei Flugzeuge mit etwa 50 Leichen sollen am Mittwoch gegen 16 Uhr am Flughafen Eindhoven landen, teilt der niederländische Krisenstab mit. Dabei wollen König Willem-Alexander, Königin Máxima und Ministerpräsident Mark Rutte anwesend sein. Auch Angehörige der 193 niederländischen Opfer und Vertreter der übrigen Herkunftsstaaten der Opfer wurden erwartet.

Im ganzen Land wurden Fahnen auf halbmast gesetzt, Radio und Fernsehen strahlen keine Werbung aus. Gegen 16 Uhr sollte eine Schweigeminute abgehalten werden.

+++ 10.11 Uhr: Abbott vermutet Leichen an der Absturzstelle +++

Australiens Premierminister Tony Abbott vermutet zahlreiche der nach dem Flugzeugsabsturz über der Ukraine noch vermissten Leichen weiterhin am Ort der Katastrophe. "Es ist recht wahrscheinlich, dass viele Leichname noch dort draußen sind, ungeschützt im europäischen Sommer, Eingriffen von außen sowie der Hitze und Tieren ausgesetzt", sagt Abbott in der Hauptstadt Canberra. Er verlangt zugleich eine umfassende systematische Suche nach den noch vermissten Todesopfern an der Absturzstelle. Die Bergungsarbeiten seien bislang "ziemlich unprofessionell" verlaufen.

+++ 9.30 Uhr: Mitschnitt des Funkverkehrs bleibt in Kiew +++

Der Mitschnitt des Funkverkehrs zwischen den Piloten der abgestürzten Passagiermaschine und ukrainischen Fluglotsen befindet sich weiter beim Geheimdienst SBU in Kiew. Es sei unklar, ob und wann die Aufzeichnungen internationalen Experten zur Analyse übergeben würden, sagt ein namentlich nicht genannter SBU-Mitarbeiter Medien zufolge. Die Behörden hätten den Mitschnitt in Dnjepropetrowsk kurz nach dem Absturz am 17. Juli beschlagnahmt, heißt es. Ermittler erhoffen sich vom Funkverkehr unter anderem Aufklärung darüber, ob die malaysische Boeing 777-200 ihre Flugroute über dem Konfliktgebiet in der Ostukraine geändert haben könnte.

+++ 8.25 Uhr: Großbritannien verkauft weiter Waffen an Russland +++

Trotz der harschen Kritik der britischen Regierung am Verhalten Russlands in der Ukraine-Krise dürfen Firmen des Landes weiterhin Waffen und militärische Ausrüstung an Moskau liefern. Insgesamt 251 Exportgenehmigungen mit einem Handelsvolumen von mindestens 231 Millionen Pfund (etwa 167 Millionen Euro) sind weiterhin in Kraft, wie aus einem Bericht für das Parlament hervorgeht. Die Lizenzen betreffen demnach unter anderem Scharfschützengewehre, Munition für kleine Waffen, Schutzkleidung und Nachtsichtgeräte.

+++ 8 Uhr: Formel-1-Rennen findet in Sotschi statt +++

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone weist Forderungen nach einer Absage der Grand-Prix-Premiere in Russland zurück. Er werde den Vertrag mit den Veranstaltern des Rennens in Sotschi "zu 100 Prozent" respektieren, zitiert die "Daily Mail" den Briten. Britische Spitzenpolitiker hatten wegen der Zuspitzung der Ukraine-Krise und des mutmaßlichen Abschusses eines Passagierflugzeugs über der Ostukraine eine Streichung des WM-Laufs am 12. Oktober verlangt. 

+++ 7.45 Uhr: Deutsche Politiker stellen WM 2018 in Russland in Frage +++

Nach dem mutmaßlichen Abschuss eines malaysischen Passagierflugzeugs durch prorussische Separatisten stellen deutsche Politiker die Ausrichtung der Fußball-WM 2018 durch Russland in Frage. Wenn der russische Präsident Wladimir Putin "nicht aktiv an der Aufklärung des Flugzeugabsturzes mitwirkt, ist die Fußball WM 2018 in Russland unvorstellbar", sagt Hessens Innenminister Peter Beuth der "Bild"-Zeitung. Ähnliche Äußerungen kommen auch von den Grünen.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer, äußert sich ähnlich. "Sollte Präsident Putin nicht einlenken und die Krise weiter anheizen, darf es auch kein Tabu mehr sein, Russland die Fußball-WM 2018 zu entziehen", sagt Mayer der "Bild"-Zeitung.

+++ 5:47: Abschuss laut US-Ermittlern wohl "aus Versehen"

Das Flugzeug ist nach US-Angaben vermutlich aus Versehen von den prorussischen Separatisten abgeschossen worden. Wahrscheinlich habe eine "schlecht ausgebildete Besatzung" das eingesetzte Raketensystem nicht richtig beherrscht, sagt ein US-Geheimdienstbeamter.

"Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass es ein Fehler war", so der hohe US-Geheimdienstvertreter. Die bisher gesammelten Beweise deuteten darauf hin, dass die prorussischen Separatisten für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich waren, doch bleibe offen, wer "den Abzug betätigte". US-Regierungsvertreter sagen, zwar sei die Verlegung schwerer Waffen aus Russland in den Osten der Ukraine beobachtet worden, doch gebe es keine Beweise, dass auch Buk-Raketensysteme über die Grenze gebracht wurden.

Unterdessen soll die Black Box, die den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder enthält, zur Auswertung ins britische Farnborough gebracht werden. Die Auswertung soll Hinweise auf die Absturzursache liefern.

++ 3:35 Uhr: Erste Absturzopfer kehren zurück +++

Die Niederlande empfangen die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine am Mittwoch in tiefer Trauer. Ein Flugzeug mit den ersten Särgen wird am Nachmittag gegen 16 Uhr aus Charkow in Eindhoven erwartet. Dort werden sie von Angehörigen, dem niederländischen Königspaar und Ministerpräsident Mark Rutte erwartet, so ein Regierungssprecher in Den Haag. Nach der Landung der Maschine soll im Land eine Schweigeminute abgehalten werden. Der Mittwoch ist auf Anweisung der Regierung ein Tag der nationalen Trauer. Bei dem Absturz waren 193 Niederländer ums Leben gekommen.

ivi/anb/DPA/AFP/DPA
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