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Michael Mross: "Plötzlich sehe ich meine abgerissenen Gliedmaßen in einer Ecke"

Der ehemalige TV-Moderator Michael Mross verliert bei einem Unfall ein Bein und einen Arm. Und das ist erst der Beginn einer langen Tortur. Er berichtet über Horror-Krankenhäuser, qualvolle Transporte und Wahnvorstellungen.

Michael Mross hat bei einem Unfall in Sri Lanka mehrere Körperteile verloren

Michael Mross hat bei einem Unfall in Sri Lanka mehrere Körperteile verloren

Bei einem Horror-Unfall während seines Urlaubs in Sri Lanka verlor der ehemalige TV-Moderator Michael Mross Anfang März ein Bein und einen Arm und erlitt zahlreiche weitere Verletzungen. In einem Schreiben auf seiner Website berichtet er nun von der höllischen Tortur, die auf den Unfall folgte.

Die Tragödie ereignete sich am 6. März. Mross saß gerade in einem Café, als ein kleiner SUV mit großer Geschwindigkeit auf ihn zuraste. Der Ex-Moderator von N-TV und N24 kam erst wieder im Krankenhaus zur Besinnung. Dem 58-Jährigen bot sich ein grauenhaftes Bild: "Rechtes Bein weg. Linkes Bein gebrochen. Arm rechts weg. Plötzlich sehe ich meine abgerissenen Gliedmassen - das Bein und den Arm - in einer Ecke", beschreibt Mross die schreckliche Szene.* "`Bitte kühlen´ rufe ich mit heiserer Stimme ohne Aussicht auf Erfolg." Tatsächlich konnten die abgetrennten Gliedmaßen nicht mehr angenäht werden.

"Überall schreiende Menschen, Schmerzen, tropische Hitze"

Doch hier beginnt erst die Marter für Mross. Die Ärzte entschieden sich, ihn in ein anderes Krankenhaus zu transportieren. "Mit provisorischen Bettlaken wurde mein geschundener Körper in das Vehikel manövriert. Ich dachte ich sterbe vor Schmerzen", heißt es weiter in seinem Bericht. Dreieinhalb Stunden dauerte die Fahrt in die Hauptstadt Colombo. Immer wieder fiel Mross dabei in Ohnmacht.

Doch das Krankenhaus, in das er gebracht wurde, ist ein Horror für sich. "Krankenhäuser in Colombo mutet man nicht mal seinen ärgsten Feind zu", so Mross weiter. "Überall schreiende Menschen, Schmerzen. Tropische Hitze. Gefühlte 40°. 100 % Luftfeuchtigkeit. Und ich ohne Arm und Bein mit gebrochenem Brustkorb mit gebrochenen Rippen mit leichtem Fieber mit Blutverlust und ohne Hoffnung."

Wahnvorstellungen quälen Michael Mross 

Am nächsten Tag kam schließlich eine gute Nachricht. Ein Rettungsflieger sollte Mross nach Deutschland bringen. "Da dachte ich: das Paradies ist nah", schreibt er. Doch das Grauen hatte hier noch kein Ende. Weitere zwei Tage verbrachte Mross noch in dem Krankenhaus in Colombo, bevor er in die Heimat ausgeflogen wurde. Dabei musste er erneut mehrere mal umgeladen werden. "Wieder diese Tortur mit den Bettlaken. Es ist die Zwischen-Hölle. Es ist die Hölle vor der Hölle nach der Hölle."

Am fünften Tag nach dem Unfall kam Mross schließlich in Berlin an und wurde erneut operiert. Nach der OP quälten Mross Wahnvorstellungen: "Ich hatte eindeutig die Vorstellung, dass ich in einer Organwerkstatt gelandet sei. Meine Organehülle diene nur noch der Entnahme. Meine Verzweiflungs-Fantasien verstiegen sich ins Unermessliche", schildert der Ex-TV-Moderator weiter. 

"Von der Hölle jetzt doch erst mal in den Himmel"

Erst am nächsten Tag klärte sich die Situation auf. Mross schreibt: "Ich bin in der Notaufnahme einer Berliner Klinik. Intensivstation. Von der Hölle jetzt doch erst mal in den Himmel."

Sein Schreiben schließt Mross mit einem Appell ab: "Wenn Sie in Schwierigkeiten stecken oder andere Probleme haben -  Denken Sie immer daran:  Das höchste Gut ist das Leben und der eigene Körper. Danken Sie wem auch immer, dass sie gesund sind." Zum Abschluss seines Berichts bittet Michael Mross um Spenden

* An den Zitaten wurden kleine Rechtschreibkorrekturen vorgenommen.

ivi
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