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Grimmas Fluch

Grimma leidet besonders unter der Flut. Die Folgen des Jahrhunderthochwassers 2002 sind in der sächsischen Stadt kaum überwunden, der neue Hochwasserschutz ist erst halb fertig. Der Frust sitzt tief.

  Rettungskräfte im Einsatz: Für die Stadt Grimma kommt die zweite Jahrhundertflut in elf Jahren viel zu früh.

Rettungskräfte im Einsatz: Für die Stadt Grimma kommt die zweite Jahrhundertflut in elf Jahren viel zu früh.

Eine Rentnerin starrt fassungslos auf die braune Brühe, die am Montag durch die schmucke historische Innenstadt von Grimma im Landkreis Leipzig schwappt. "Da kommen Erinnerungen an 2002 hoch. Das haben wir alles schon gesehen und alles schon erlebt", sagt sie. Zur Jahrhundertflut 2002 stand das Wasser der Mulde 2,50 Meter hoch in den Altstadt-Gassen und hinterließ verheerende Schäden. Jetzt fahren wieder Schlauchboote in den Straßen. Bis über die Türklinken der Hauseingänge reicht das Wasser diesmal - und es könnte Prognosen zufolge noch steigen.

Es sei eine verzweifelte Situation in Grimma, sagt Bürgermeister Matthias Berger. "Zwei Jahrtausendhochwasser in elf Jahren - das ist einfach zu viel." Mühsam waren die Schäden von 2002 wieder beseitigt worden. Zwar sollte die Stadt nach der verheerenden Flut für 40 Millionen Euro neue Hochwasserschutzanlagen bekommen. "Die sind aber erst ungefähr zur Hälfte fertig. Und das ist auch unser Problem", sagt Berger.

"Ein Treppe höher" reichte nicht

Schon am Sonntag waren die rund 2500 Bewohner der Innenstadt zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden. Aber nicht alle konnten oder wollten dem Folge leisten. In der Straße Pappisches Tor holen die Einsatzkräfte am Montagvormittag eine Seniorin auf einer Trage aus dem Haus. Frühere Nachbarn hatten die Retter alarmiert. Später lehnt die alte Frau erschöpft auf ihrem Rollator und sagt: "Ich habe gedacht, eine Treppe höher reicht." Andere Menschen wollten ihr Hab und Gut nicht im Stich lassen und trotz aller Gefahren bleiben. "Sogar Familien mit Kindern waren dabei", sagt Polizeiobermeisterin Antje Jasper.

Der 73-jährige Wolfgang Pasig sorgt sich vor allem um die Pöppelmannbrücke. Ihr Wiederaufbau nach 2002 war ein Symbol für den Zukunftswillen den Grimmaer. "Sie ist ja gerade mal im vorigen Jahr wieder geöffnet worden, und sie war tadellos", sagt Pasig. Jetzt ist die sonst so friedliche Mulde unter der Pöppelmannbrücke wieder ein reißender Strom geworden.

Leute nur schwer zu motivieren

Bürgermeister Berger erzählt, es sei schwierig, die Leute diesmal zu motivieren. "Die ganzen privaten und öffentlichen Investitionen der vergangenen Jahre sind dahin", sagt er. "Wir schätzen, dass in den letzten zehn Jahren eine halbe Milliarde Euro in Grimma investiert wurde." Jetzt stehen die frisch angestrichenen und sanierten Häuser wieder im braunen Muldewasser. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet. Berger: "Wir sind gar nicht in der Lage, alle zehn Jahre unsere Stadt neu aufzubauen."

Gitta Keil und Birgit Zimmermann/DPA/DPA

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