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AfD-Fraktion verzichtet auf Sitzungssaal im Reichstagsgebäude

Katalonien-Krise: Regierungschef Puigdemont sucht Dialog - Abspaltung wird ausgesetzt +++ Geiselgangster Degowski wird nach fast 30 Jahren aus Haft entlassen +++ Betrunkener fährt zu Polizei um Unfall anzuzeigen +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

AfD-Fraktion verzichtet auf Sitzungssaal im Reichstagsgebäude

Unter den vier Türmen des Reichstagsgebäudes haben derzeit die Fraktionen der vier bislang im Bundestag vertretenen Parteien Räume

Die News des Tages im Überblick:

+++ 22.54 Uhr: Madrid beruft wegen Katalonien Kabinettssitzung für Mittwoch ein +++

Die spanische Zentralregierung hat die Erklärung des separatistischen Regierungschefs der Region Katalonien, Carles Puigdemont, als "inakzeptabel" zurückgewiesen. Puigdemont habe Katalonien "in die größtmögliche Ungewissheit gestürzt", sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin Soraya Saéz de Santamaría in Madrid. Der konservative Regierungschef Mariano Rajoy habe für Mittwochvormittag eine Kabinettssitzung einberufen, um "über die nächsten Schritte zu beraten".

+++ 22.46 Uhr: Portugal und Frankreich schaffen WM-Qualifikation - Aus für Holland +++

Europameister Portugal und Frankreich haben sich als 17. und 18. Team für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland qualifiziert. Die Niederlande verpassten hingegen die Qualifikation. Die Portugiesen setzten sich am Dienstagabend 2:0 (1:0) gegen die Schweiz durch und verdrängten die bisher perfekten Eidgenossen wegen der besseren Tordifferenz noch vom ersten Platz der Gruppe B. Frankreich machte den letzten Schritt zum Sieg in der Gruppe A durch ein 2:1 (2:1) gegen Weißrussland.

Für die Niederlande wurde das Aus in der Qualifikation trotz eines überragenden zweifachen Torschützen Arjen Robben beim 2:0 (2:0) gegen Schweden zur Gewissheit. Erstmals seit der WM 2002 in Japan und Südkorea ist der dreimalige WM-Zweite bei einem Weltturnier zum Zuschauen verdammt. Schon bei der EM-Endrunde 2016 war Oranje nicht dabei.

+++ 21.50 Uhr: US-Außenministerium im Visa-Streit "enttäuscht" über Türkei +++

Das US-Außenministerium hat sich "enttäuscht" über die Festnahme eines türkischen Mitarbeiters des US-Generalkonsulats in Istanbul gezeigt. Die Sprecherin von US-Außenminister Rex Tillerson, Heather Nauert, forderte, dem Anwalt des Mitarbeiters Zugang zu dem Inhaftierten zu gewähren. "Das wäre ein guter erster Schritt zum Abbau der Spannungen", sagte sie.

Nach der Inhaftierung des türkischen Mitarbeiters vergangene Woche hatten die USA am Sonntag die Vergabe von Visa in ihren Vertretungen in der Türkei auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die türkische Regierung reagierte, indem sie ihrerseits die Visavergabe an US-Staatsbürger stoppte. Dem Inhaftierten werden Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen, den die türkische Regierung für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich macht.


+++ 21.07 Uhr: Zwei Vermisste nach Felssturz in der Schweiz +++

Bei einem Felssturz haben Geröllmassen in der Schweiz drei Menschen verschüttet. Einer konnte sich selbst befreien und wurde per Helikopter ins Krankenhaus geflogen, wie die Polizei im Kanton Uri mitteilte. Die beiden anderen wurden noch vermisst. Es handelte sich nicht um Touristen. Vielmehr arbeiteten die drei in den Bergen bei Ruosalp in der Nähe von Unterschächen rund 100 Kilometer südlich von Zürich am Ausbau eines Alpwegs.

Das Gebiet sei schwer zugänglich, so die Polizei. Rettungskräfte hätten nur mit dem Hubschrauber zur Unglücksstelle gebracht werden können. Die Gefahr weiterer Steinschläge war nicht gebannt. Die Suche nach den Vermissten sollte bei Tagesanbruch weitergehen.

+++ 21.03 Uhr: Hillary Clinton "schockiert" über Vorwürfe gegen Weinstein +++

Hillary Clinton, frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin, hat sich entsetzt gezeigt über Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gegen Filmproduzent Harvey Weinstein. "Ich war schockiert und entsetzt von den Enthüllungen", teilte Clinton, 69, über ihren Sprecher auf Twitter mit. Weinsteins Verhalten, das einige Frauen nun öffentlich machten, könne nicht hingenommen werden. "Ihr Mut und ihre Unterstützung anderer ist entscheidend dabei, derartiges Verhalten zu beenden", schrieb Clinton.

+++ 21.00 Uhr: Norwegen fügt deutscher U21 erste Quali-Niederlage seit 2010 zu +++

Die beeindruckende Serie der deutschen Fußball-Junioren in der U21-EM-Qualifikation ist gerissen. Das Team von Europameister-Trainer Stefan Kuntz verlor in Drammen mit 1:3 (1:1) gegen Norwegen. Deutsche U21-Teams hatten zuvor in den Ausscheidungsspielen 16 Siege in Serie gefeiert. Darüber hinaus war es die erste Niederlage nach über sieben Jahren: Zuletzt hatte Deutschland am 11. August 2010 mit 1:4 in Island verloren. Für Deutschland war es im dritten Spiel dieser Qualifikation die erste Niederlage, mit sechs Punkten liegt das Team nach dem ersten Dämpfer auf Rang zwei hinter Irland (zehn Punkte).

+++ 20.25 Uhr: Madrid weist Puidgemonts Erklärung als "unzulässig" zurück +++

Die spanische Regierung hat die Erklärung des katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont zurückgewiesen. Die "implizite" Erklärung der Unabhängigkeit Kataloniens sei "unzulässig", erklärte ein Regierungssprecher in Madrid. Puigdemont hatte zuvor gesagt, er nehme das "Mandat" der Katalanen für eine Unabhängigkeit an - bitte aber das katalanische Parlament um eine Aussetzung der Unabhängigkeitserklärung, um in den kommenden Wochen einen Dialog mit Madrid einleiten zu können.

+++ 20.12 Uhr: AfD-Fraktion verzichtet auf Sitzungssaal im Reichstagsgebäude +++

Die Bundestagsfraktion der AfD verzichtet einem Medienbericht zufolge auf einen Sitzungssaal im Reichstagsgebäude.
"An einem Turm hängt sicherlich nicht die Sacharbeit", sagte Parteisprecher Christian Lüth dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf einen Raum auf der Fraktionsebene in einem der Türme des Reichstagsgebäudes. Der Sprecher bestätigte der Zeitung demnach, die Fraktion werde im angrenzenden Jakob-Kaiser-Haus tagen. Unter den vier Türmen des Reichstagsgebäudes haben derzeit die Fraktionen der vier bislang im Bundestag vertretenen Parteien Räume.
Nach der Wahl kommen mit den Fraktionen von FDP und AfD aber nun zwei weitere hinzu. Die konkrete Aufteilung der Säle auf der Fraktionsebene ist noch offen.

+++ 19.39 Uhr: Katalonien-Krise: Regionalpräsident Puigdemont sucht Dialog - Abspaltung wird ausgesetzt +++

Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont ist vor das katalanische Regionalparlament in Barcelona (Spanien) getreten und "möchte den Weg der Unabhängigkeit gehen". Allerdings werde die Abspaltung ausgesetzt und der Dialog zu Spanien gesucht. 

Der Chef der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, hat bei seiner Rede von dem Parlament in Barcelona die Zentralregierung in Madrid heftig kritisiert. Diese habe jeden Versuch des Dialogs von Seiten Kataloniens abgelehnt: "Die Antwort war immer eine radikale und absolute Weigerung, kombiniert mit einer Verfolgung der katalanischen Institutionen", sagte Puigdemont. An alle Spanier gerichtet fügte er hinzu: "Wir sind keine Verbrecher, keine Verrückten, keine Putschisten."

+++ 19.20 Uhr: Deutsche Journalistin Mesale Tolu kommt in Istanbul vor Gericht +++

Die deutsche Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu kommt am Mittwoch in Istanbul vor Gericht. Tolu muss sich zusammen mit 17 weiteren Angeklagten vor dem Gericht von Silivri wegen "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und "Terrorpropaganda" verantworten. Die Mutter eines zweijährigen Kindes war Ende April festgenommen worden und sitzt seitdem mit ihrem Sohn im Frauengefängnis Bakirköy in Haft.

Der jungen Frau aus Neu-Ulm wird Mitgliedschaft in der Marxistisch-leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) vorgeworfen. Ihr drohen 15 Jahre Haft. Ihre Unterstützer beklagen einen Mangel an Beweisen und sehen den Prozess als politisch motiviert. Die Bundesregierung hat sich bisher vergeblich für ihre Freilassung eingesetzt. Der Fall belastet seit Monaten die deutsch-türkischen Beziehungen. 

+++ 19.11 Uhr: Trump-Regierung beginnt mit Abschaffung von Obamas Klima-Plan +++

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat begonnen, ein Klimaprogramm seines Vorgängers Barack Obama abzubauen.
Der Direktor der Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, legte ein Papier vor, wie der "Clean Power Plan" abgeschafft werden soll, mit dem die Treibhausgasemissionen von Kohlekraftwerken verringert werden sollten. Der Prozess könnte aber möglicherweise Monate dauern.

Der Regierung drohen zudem juristische Auseinandersetzungen. Nach diesem Programm sollten Kraftwerke ihren Schadstoffausstoß bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Das war ein Grundpfeiler von Obamas Klimastrategie. Der Demokrat hatte die Bundesstaaten 2015 aufgefordert, Pläne vorzulegen, wie sie das Ziel bis zum Jahr 2022 erreichen wollen. Der Oberste Gerichtshof legte das Vorhaben aber Anfang 2016 auf Eis. Mehr als zwei Dutzend mehrheitlich republikanisch geführte US-Bundesstaaten und mehrere Unternehmen aus dem Energiesektor hatten vor verschiedenen Gerichten dagegen geklagt.

Pruitt war in seiner Zeit als Chefankläger von Oklahoma einer der Architekten des juristischen Widerstands.

+++ 18.51 Uhr: Spanische Regierung lehnt Vermittlung in Katalonien-Krise ab +++

In den Katalonien-Krise hat die spanische Regierung eine Vermittlung erneut ausgeschlossen. Verhandlungen mit dem katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont seien "nicht denkbar", sagte ein Regierungssprecher in Madrid. Puigdemont hatte zuvor seine mit Spannung erwartete Rede um eine Stunde verschoben, weil nach Angaben der katalanischen Regionalregierung die Möglichkeit einer internationalen Vermittlung besteht.

+++ 18.45 Uhr: Wegen Messi: U2 verschiebt Konzertbeginn in Buenos Aires +++

Ganz Argentinien bangt um die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Das hat sogar Auswirkungen auf ein Konzert der irischen Rockband U2. Eigentlich war der Beginn im Estadio Único in der Stadt La Plata um 21 Uhr Ortszeit geplant. Da aber das entscheidende letzte Spiel der WM-Qualifikation von Lionel Messi und Co. in Ecuador um 20.30 Uhr beginnt, wurde der Konzertbeginn der Band um Sänger Bono auf 22.20 Uhr verschoben.

Wie die Zeitung "Clarín" berichtete, werde die Partie für die Musikfans im Stadion auf vier Leinwänden übertragen. Argentinien ist derzeit Sechster in der WM-Qualifikation und muss unbedingt gewinnen - die ersten vier Teams qualifizieren sich direkt für die WM in Russland, der Fünfte muss in einen Play-Off-Vergleich mit Neuseeland. 

+++ 18.43 Uhr: Mögliche internationale Vermittlung in Katalonien-Krise +++

In der Katalonien-Krise besteht nach Angaben der katalanischen Regionalregierung die Möglichkeit einer internationalen Vermittlung. Ein Regierungssprecher sagte, aus diesem Grund habe Regionalpräsident Carles Puigdemont seine für 18.00 Uhr angesetzte Rede verschoben. Die Rede wird EU-weit mit Spannung erwartet, da Puigdemont in ihr einseitig die Unabhängigkeit Kataloniens erklären könnte.

+++ 18.38 Uhr: Bericht: Erster Fahndungserfolg im Zusammenhang mit "Panama Papers" +++

Die sogenannten "Panama Papers" haben einem Medienbericht zufolge in Deutschland zu einem ersten Fahndungserfolg geführt. Es seien zwei Millionen Euro beschlagnahmt worden, die ein ehemaliger Siemens-Manager aus schwarzen Kassen in Lateinamerika veruntreut haben soll, berichteten "Süddeutsche Zeitung", WDR und NDR. Die Staatsanwaltschaft München I habe Niederlassungen der Commerzbank in Frankfurt und Hamburg durchsucht.

Gegen die Bank gibt es dem Bericht zufolge aber keinerlei Vorwürfe. Diese soll demnach vielmehr bei der Aufklärung geholfen haben. Der Fall Siemens betreffe einen früheren Konzernmanager, der lange in Lateinamerika tätig gewesen sei und bei der Führung schwarzer Kassen geholfen habe. Laut den "Panama Papers" könnte er sich daran bereichert haben. Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte laut "SZ", WDR und NDR Mitte des Jahres aus unbekannter Quelle Millionen Daten erworben, die ursprünglich aus der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama stammen. Über die darin enthaltenen Briefkastenfirmen hatte zuerst ein weltweites Journalistenkonsortium berichtet.

+++ 18.18 Uhr: Katalonien: Erklärung von Regierungschef Puigdemont verzögert sich +++

Die Erklärung vom katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont verzögert sich. Wie etwa die Vertretung der Regierung von Katalonien in Deutschland via Twitter mitteilte, wird die Ansprache des Regierungsschefs um eine Stunde auf 19 Uhr verschoben.

Die Abgeordneten haben das katalanische Regionalparlament in Barcelona (Spanien) wieder verlassen. Gründe für die Verzögerung wurden offiziell nicht genannt. Eine Deutung ist aber: Es wird noch (weiter) verhandelt, ob Katalonien seine Unabhängigkeit von Spanien erklärt - oder nicht. 

+++ 18.11 Uhr: Schauspielerin Lissy Tempelhof gestorben +++

Die Theater- und Filmschauspielerin Lissy Tempelhof ist tot. Sie starb in der Nacht im Alter von 88 Jahren in Berlin, wie das Deutsche Theater unter Berufung auf Tempelhofs Agentur mitteilte. Tempelhof war mehr als 35 Jahre lang Mitglied im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin. Dort habe sie mit Regisseuren wie Adolf Dresen und Benno Besson zusammengearbeitet, so das Theater.

Auch auf der Kinoleinwand war Tempelhof zu sehen. Sie spielte unter anderem in dem Defa-Drama "Die besten Jahre" (1965) von Günther Rücker. Nach der Wende war Tempelhof weiter regelmäßig im Kino und Fernsehen zu sehen. Zuletzt hatte sie unter anderem Auftritte in dem Kinder-Kinofilm "Quatsch und die Nasenbärbande" und der TV-Komödie "Herzdamen an der Elbe". 

+++ 17.55 Uhr: Auch ein Unfall beim Sonntagsspaziergang kann ein Arbeitsunfall sein +++

Ein 60-jähriger Düsseldorfer hat einen Verkehrsunfall beim Sonntagsspaziergang als Arbeitsunfall anerkannt bekommen. Er hatte gegen seine Berufsgenossenschaft geklagt und einen Anspruch aus der gesetzlichen Unfallkasse geltend gemacht. Das Düsseldorfer Sozialgericht gab dem Kläger laut Mitteilung recht (Az.: S 6 U 545/14). Das Urteil ist rechtskräftig.

Zur Rehabilitation war er in einer Kur. Dort war ihm zwecks Gewichtsabnahme Bewegung empfohlen worden. Mit dem Spaziergang habe er seiner Verpflichtung zur aktiven Mitarbeit bei der Gewichtsreduzierung nachkommen wollen, argumentierte der Kläger. Auf dem Weg zum Kurplatz war er von einem Auto angefahren und verletzt worden.  

+++ 17.05 Uhr: Countdown in Spanien vor Puigdemonts Parlamentsauftritt +++

Kurz vor dem geplanten Auftritt des katalanischen Regierungschefs Carles Puigdemont vor dem Regionalparlament in Barcelona steigen in Spanien Spannung und Nervosität. Sollte Puigdemont tatsächlich die Unabhängigkeit der Region ausrufen, droht eine harte Reaktion aus Madrid. Auch eine Festnahme Puigdemonts und anderer Separatisten wird nicht ausgeschlossen. Nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober, bei dem mehr als 90 Prozent der Wähler für eine Trennung gestimmt hatten, will sich Puigdemont um 18.00 Uhr vor dem Parlament äußern.

Der Innenminister der Zentralregierung, Juan Ignacio Zoido, machte - wie er sich ausdrückte - einen "letzten Aufruf" an Puigdemont, von einer Unabhängigkeitserklärung abzusehen. Auch die linksgerichtete Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, warnte Puigdemont vor der Ausrufung der Unabhängigkeit. 

+++ 17.00 Uhr: Fluggäste haben auch bei verspätetem Ersatzflug Anspruch auf Entschädigung +++

Flugpassagiere haben auch dann Anspruch auf eine Entschädigung, wenn sie für einen annullierten Flug zwar Ersatz bekommen haben, dieser aber erheblich verspätet ist. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Letztlich habe der Fluggast auch dann sein Ziel nicht pünktlich erreicht, hieß es zur Begründung.

+++ 16.57 Uhr: Zwei Verdächtige in Fall von vermisstem Flüchtling von Amrum festgenommen +++

Im Fall eines seit April auf der schleswig-holsteinischen Insel Amrum vermissten 28-jährigen Flüchtlings aus dem Irak haben die Ermittler zwei Verdächtige im sächsischen Chemnitz festgenommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Flensburg mitteilten, wurden die 20- und 26-jährigen Amrumer am Donnerstag gefasst. Ein Richter erließ am Freitag Haftbefehle.

In den vergangenen Tagen hatte die Polizei auf Amrum vergeblich mit großem Aufwand nach der Leiche des 28-Jährigen gesucht. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einer Beziehungstat im Bekanntenkreis aus. Der Vermisste und die festgenommenen Männer lebten demnach gemeinsam in einem Wohnhaus auf der Nordseeinsel.

+++ 16.30 Uhr: Nicht nur Eier von Fipronil-Skandal betroffen +++

Im Skandal um Fipronil-Eier haben die Behörden das Insektizid offenbar auch in einer Reihe von verarbeiteten Lebensmitteln entdeckt. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse des Bundeslandwirtschaftsministeriums berichtete, wurden in 103 Proben "Rückstände von Fipronil" entdeckt. Belastet waren demnach Produkte wie Eierlikör, Eiersalat sowie Backwaren. Verbraucherschützer forderten einen Rückruf der belasteten Lebensmittel.

Der Zeitung zufolge lagen 25 der 103 Proben mit Rückständen "über dem einschlägigen Rückstandshöchstgehalt". Davon wiederum habe jede vierte Probe über dem Grenzwert gelegen. Mit dem Testverfahren vertraute Experten hätten dies als "besorgniserregende Trefferquote" bezeichnet.

+++ 15.36 Uhr: Gericht beschließt Freilassung von Geiselgangster Degowski +++

Der Geiselgangster von Gladbeck, Dieter Degowski, wird nach fast 30 Jahren Haft entlassen. Degowski werde in den nächsten Monaten frei kommen, teilte ein Sprecher des Landgerichts Arnsberg mit. Die Freilassung sei umfassend geprüft worden. Die Kammer habe Gutachten und Stellungnahmen eingeholt und sich den positiven Prognosen angeschlossen. Die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig. Zuerst hatte der "Soester Anzeiger" berichtet.

Degowski wird einen neuen Namen erhalten um ihm die Wiedereingliederung zu erleichtern.

Im August 1988 hatten Degowski und sein Komplize Hans-Jürgen Rösner beim Gladbecker Geiseldrama die Republik in Atem gehalten. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub mit Geiseln vor der Polizei. Drei Menschen starben. Hans-Jürgen Rösner sitzt weiterhin in der JVA Aachen ein. Degowski war zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

+++ 15.06 Uhr: Frau in Dresden lässt aus Wut Treibstoff auslaufen +++

Eine wütende Betrunkene hat an einer Dresdner Tankstelle absichtlich mehr als 20 Liter Kraftstoff auslaufen lassen.
Wie die Polizei mitteilte, hatte die 42-Jährige am Montagabend Wein kaufen wollen. Da aber nur eine Flasche der gewünschten Sorte vorrätig war, wurde die Frau wütend und beleidigte den Tankwart. Zunächst verließ sie den Schauplatz, kehrte aber nach etwa einer Stunde in Begleitung eines Mannes zurück. Sie nahm eine Zapfpistole und vergoss rund 23 Liter Diesel.

Der Mitarbeiter schaltete deshalb die Zapfanlage ab. Die Frau und ihr Begleiter verließen die Tankstelle, wurden aber kurz danach von der Polizei ausfindig gemacht. Ein Alkoholtest bei der 42-Jährigen ergab einen Wert von 2,5 Promille. Sie musste den Rest der Nacht in Polizeigewahrsam verbringen.

Da akute Brandgefahr bestand, kam die Feuerwehr zum Einsatz. Sie musste eine etwa 15 Quadratmeter große Lache entfernen. Die Frau hat nun für die Verunreinigung aufzukommen. 

+++ 14.17 Uhr: Tote bei Absturz von russischem Kampfflugzeug in Syrien +++

Beim Start ist am Dienstag ein russisches Kampfflugzeug auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien verunglückt. Alle Mitglieder der Besatzung seien ums Leben gekommen, zitierten russische Nachrichtenagenturen einen Sprecher des Militärs. Als die Maschine für den Start beschleunigte, sei sie noch auf der Landebahn auseinander gebrochen.

Die Crew habe keine Zeit mehr gehabt, sich per Schleudersitz zu retten. Der Militärsprecher machte keine Angaben zur genauen Zahl der Opfer, doch werden die russischen Kampfbomber vom Typ SU-24 in der Regel zu zweit geflogen. Grund für den Absturz könnte ein technischer Defekt sein, sagte der Sprecher.

+++ 14.04 Uhr: Kräftiges Erdbeben erschüttert den Norden Chiles +++

Ein kräftiges Erdbeben hat den Norden Chiles erschüttert. Es erreichte nach Angaben der Nationalen Erdbebenwarte des südamerikanischen Landes eine Stärke von 6,3. Das Zentrum lag 60 Kilometer östlich der Hafenstadt Arica in knapp 100 Kilometern Tiefe. Informationen über Opfer gab es zunächst nicht.

Zwei Landstraßen wurden durch Geröll zeitweilig blockiert. In Arica kam es zu kurzen Stromunterbrechungen, wie der Sender Radio Bío Bío berichtete. Nach Angaben des Katastrophendienstes Onemi bestand kein Tsunami-Risiko. Das Beben ereignete sich um 8.32 Uhr MESZ. In den folgenden Stunden wurden elf Nachbeben verzeichnet.

+++ 13.12 Uhr: Glyphosat in Speiseeis nachgewiesen - Wissenschaftler warnen +++

Spuren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat haben Wissenschaftler in Speiseeis-Proben aus Deutschland und drei weiteren europäischen Ländern gefunden. "Untersuchungen aus Frankreich und Großbritannien weisen darauf hin, dass der Glyphosatgehalt aus den meisten Proben von "Ben and Jerry's" Eiscreme wahrscheinlich ein Gesundheitsrisiko darstellt", sagte der Forscher Gilles-Eric Séralini am Dienstag in Brüssel. Er stellte seine Forschungsergebnisse dort auf einer Pressekonferenz der Grünen im Europäischen Parlament vor.

Der US-Wissenschaftler John Fagan sagte, in 13 von 14 untersuchten Eisproben habe man Glyphosat in einer Konzentration von bis zu 1,23 Nanogramm pro Milliliter gefunden. Fagan untersuchte auch "Ben and Jerry's" Eis aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. Parallel getestete Bio-Eiscreme habe kein Glyphosat enthalten.

Die gefundenen 1,23 Nanogramm pro Milliliter sind den Angaben zufolge weniger als die offiziellen Grenzwerte, doch diese seien überholt, meinte Séralini. Auch Glyphosatwerte, die zehnmal unter den festgestellten Konzentrationen lagen, hätten in Versuchen bei regelmäßigem Verzehr ernste Leber- und Nierenerkrankungen ausgelöst.

Verbraucherschützer sagten bei der Pressekonferenz, die Substanz sei vermutlich über die Milch konventionell gehaltener Kühe in die Eiscreme gelangt. Auch das Getreide der Kekse in dem Eis könne das Unkrautvernichtungsmittel enthalten. Séralini ergänzte, Glyphosat könne auch Wasser verseuchen.

+++ 12.55 Uhr: Gericht spielt im Höxter-Prozess Tonaufnahmen aus "Horrorhaus" vor +++

Im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter hat das Landgericht Paderborn mitgeschnittene Beschimpfungen der Opfer und Gespräche zwischen den Angeklagten vorgespielt. Darin hatte die Beschuldigte Angelika W. die größeren Redeanteile, sprach in der Regel deutlich und bestimmend. Der Mitangeklagte Wilfried W. äußerte sich weniger, sprach sehr schnell und war deshalb oft schlecht zu verstehen. Beide werfen sich in dem Prozess um tödliche Misshandlungen gegenseitig vor, die treibende Kraft gewesen zu sein. Das Paar soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in ein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Angeklagt sind Angelika und Wilfried W. wegen Mordes durch Unterlassen. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien. Angelika und Wilfried W. sollen die Geschehnisse im "Horrorhaus" mit tausenden Ton- und Videoaufnahmen dokumentiert haben. Die Ermittler hatten mehr als 12 000 Dateien zumeist auf Mobiltelefonen der Beschuldigten gefunden.

+++ 12.28 Uhr: Studie: Gesündere Ehe = gesünderes Herz +++

Paartherapie könnte stärkere Auswirkungen auf die Gesundheit haben als bisher angenommen: Verheiratete Männer, deren Ehen sich über die Jahre verbessern, haben laut einer Studie später auch bessere Cholesterin- und Blutdruckwerte. Das ergab eine britische Langzeituntersuchung, die am Montag im "Journal of Epidemiology & Community Health" veröffentlicht wurde. Wer in einer Partnerschaft von gleichbleibender Qualität lebt, hat demnach hingegen keine großen Effekte zu erwarten. Die Forscher hatten mehr als 600 britische Männer darum gebeten, die Qualität ihrer Ehe an zwei verschiedenen Erhebungszeitpunkten im Abstand von sechs Jahren zu bewerten. Die Studienteilnehmer konnten ihre Partnerschaft als "gleichbleibend gut", "gleichbleibend schlecht", "sich verbessernd" oder "sich verschlechternd" einstufen. Zusätzlich wurden der Blutdruck, der Ruhepuls, das Gewicht, die Cholesterin - und die Blutzuckerwerte der Probanden erhoben. Alle genannten Aspekte stellen Risikofaktoren für Herzerkrankungen dar. Zwölf Jahre später wurden die Untersuchungen wiederholt.

+++ 11.52 Uhr: Erste Adoption durch schwules Ehepaar in Deutschland +++

Erstmals hat ein schwules Paar in Deutschland ein Kind adoptiert. Wenige Tage nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Ehe für alle am 1. Oktober stimmte ein Berliner Familiengericht der Adoption durch die Eheleute zu, wie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg mitteilte. Es handle sich vermutlich um die erste derartige Adoption. Von weiteren Fällen ist bislang nichts bekannt.

Dem Verband zufolge ließ das Paar seine eingetragene Partnerschaft am 2. Oktober in eine Ehe umwandeln. Bereits zuvor hatten sich die Männer um die Adoption eines Pflegekindes bemüht, das seit seiner Geburt in ihrer Familie lebt. Vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes erwogen sie daher auch schon den Gang vor das Bundesverfassungsgericht. Am 4. Oktober reichten die Eheleute die Heiratsurkunde dann beim zuständigen Familiengericht ein. Laut Verband wurde der Brief mit der positiven Entscheidung der Abteilung Familiensachen des zuständigen Amtsgerichts den Eheleuten am Montag zugestellt. Dadurch sei die Adoption des Jungen nun rechtswirksam geworden.

+++ 11.51 Uhr: Hunger stark gestiegen - 815 Millionen Menschen sind unterernährt +++

Erstmals seit vielen Jahren gibt es wieder deutlich mehr unterernährte Menschen auf der Welt. Rund 815 Millionen galten nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 2016 als chronisch unterernährt. Mehr waren es zuletzt acht Jahre zuvor (2008) mit knapp 832 Millionen Unterernährten. Das berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit Blick auf den Welternährungstag am 16. Oktober. Zwischen 2003 und 2014 war die Zahl der Betroffenen kontinuierlich gesunken - von 947 auf 775 Millionen. 2015 gab es bereits wieder einen leichten Anstieg auf 777 Millionen.

+++ 11.45 Uhr: Mann wegen Vergewaltigung deutscher Touristin in Vietnam verhaftet +++

Wegen der mutmaßlichen Vergewaltigung einer deutschen Rucksacktouristin in Vietnam ist ein anderer Ausländer verhaftet worden. Der Mann soll die 23-Jährige in der Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals: Saigon) sexuell missbraucht haben, wie die Polizei mitteilte. Zu seiner Nationalität und seinem Alter machten die Behörden keine näheren Angaben. Offen blieb auch, woher die Deutsche kommt.

Die Vergewaltigung soll sich nach einem Bericht des Online-Nachrichtenportals "Vnexpress" in Bui Vien zugetragen haben, einer Straße, die unter Rucksacktouristen sehr beliebt ist. Wann die Tat geschehen sein soll, blieb unklar. Angeblich willigte die Frau ein, dem Mann in sein Haus zu folgen, wie "Vnexpress" unter Berufung auf einen Polizisten schrieb.

+++ 11.29 Uhr: Kiloweise Silber und Gold im Schweizer Abwasser +++

Kiloweise Silber und Gold landen nach Hochrechnungen der Forschungsanstalt Eawag in der Schweiz jedes Jahr im Abwasser. In den Kläranlagen kämen jedes Jahr allein 3000 Kilogramm Silber und 43 Kilogramm Gold zusammen, heißt es in einer Analyse des Instituts. Der Wert belaufe sich auf umgerechnet je rund je 1,3 Millionen Euro. Dabei gehe es nicht um Schmuck, der aus Versehen im Abfluss lande. Vielmehr handelt es sich um Rückstände aus der Industrieproduktion. An einzelnen Klärwerken im Tessin sei die Goldkonzentration so hoch, dass sich womöglich eine Rückgewinnung lohnen würde, so die Forscher. In der Gegend gebe es viele Goldraffinerien. Silber werde in der Chemie- und Pharmaindustrie eingesetzt, ebenso in der Hightech-Forschung und Entwicklung - alles Sektoren mit großer Präsenz in der Schweiz.

Die Studie weist auch teils erhebliche Mengen anderer Metalle und Spurenelemente sowie seltene Erden nach. Sie stammten vor allem aus der Hightech- oder Pharmaindustrie, heißt es. Tantal oder Germanium werde in elektronischen Bauteilen verwendet, Niob und Titan in Legierungen und Beschichtungen, Gadolinium als Röntgenkontrastmittel und für Leuchtfarben.

+++ 10.58 Uhr: Austrittswelle bei AfD: Weiterer NRW-Abgeordneter geht +++

Die AfD verliert immer mehr unzufriedene Mandatsträger. Mit einem verbitterten Brief an Parteimitglieder verabschiedete sich nun der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Frank Neppe aus Fraktion und Partei. In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beklagt Neppe, dass einige Funktionäre die AfD mit ihren Aussagen "immer weiter in die rechte Ecke bugsieren". Linksextreme Kräfte fühlten sich dadurch zudem legitimiert, AfD-Politiker zu bedrohen. Neppe beklagte, die Partei habe ihm nach einem Angriff auf sein Haus "keinerlei Hilfe angeboten". In dem Brief heißt es weiter: "Sehr enttäuscht bin ich auch von Mitgliedern, denen es in der AfD niemals um die Sache ging, sondern lediglich darum ihr eigenes Ego zu befriedigen. Wie ein Fähnchen im Wind wechselten sie ihre Meinungen, um immer auf der Seite der vermeintlichen Mehrheit zu stehen. Dass sie nun auch die Kräfte unterstützen, die diese Partei unvermeidlich ins gesellschaftliche Aus führen, ist ihnen egal."

Der Aderlass prominenter AfD-Vertreter hatte Ende September begonnen, als Parteichefin Frauke Petry und ihr Ehemann, der damals noch amtierende NRW-Landtagsfraktionschef Marcus Pretzell, der AfD den Rücken kehrten. Aus den Landtagsfraktionen in NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gab es seit der Bundestagswahl insgesamt elf Austritte. Aus der Bundestagsfraktion verabschiedete sich vergangene Woche zudem der Abgeordnete Mario Mieruch.

+++ 10.50 Uhr: Offenbar tausende Missbrauchsfälle in Familien juristisch nie aufgearbeitet +++

Tausende Fälle sexuellen Missbrauchs innerhalb von Familien sind offenbar rechtlich nie aufgearbeitet worden. Seit die Bundesregierung vor vier Jahren den Fonds sexueller Missbrauch im familiären Bereich gegründet habe, hätten sich etwa 9000 Menschen gemeldet und Anträge auf Hilfen gestellt, berichtete die "Welt" unter Berufung auf den Fonds. Viele der nun erwachsenen Antragsteller gaben demnach an, als Kinder missbraucht worden zu sein.

Die Bundesregierung hatte den Fonds ins Leben gerufen, um Betroffene mit Sachleistungen bei der Bewältigung von Spätfolgen des Missbrauchs zu unterstützen. Für Straftaten aus dem Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs kommen Verjährungsfristen zwischen fünf und 30 Jahren in Betracht. In einigen Fällen ruht die Verjährung bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres.

+++ 10.39 Uhr: Ermordete Joggerin aus Endingen - Staatsanwaltschaft erhebt Anklage +++

Im Fall der ermordeten Joggerin aus Endingen hat die Staatsanwaltschaft Freiburg wegen des Verdachts auf Mord und besonders schwere Vergewaltigung Anklage beim Landgericht erhoben. "Es gibt eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass noch 2017 über ein mögliches Verfahren entschieden wird", sagte ein Gerichtssprecher auf Anfrage. Falls dies geschehe, wäre ein Prozessbeginn vor Jahresende "der Wunsch". Derzeit laufe das sogenannte Zwischenverfahren, so der Sprecher. Der aus Rumänien stammende Verdächtige und seine Verteidigung hätten Zeit für mögliche Anmerkungen zur Anklageschrift. Parallel prüfe das Landgericht die Verfahrenseröffnung.

Der verdächtigte Fernfahrer soll am 6. November 2016 in Endingen am Kaiserstuhl eine 27 Jahre alte Joggerin vergewaltigt und ermordet haben. Der Fall hatte überregional für Entsetzen gesorgt. Dem Mann wird auch ein Mord im österreichischen Kufstein zur Last gelegt. Um diesen Fall geht es in der Anklage aber nicht.

+++ 10.25 Uhr: Oliver Pocher: Ich ertrage viel und schweige lange +++

Moderator Oliver Pocher will nicht allzu viel Persönliches in die Öffentlichkeit tragen. "Ehrlich gesagt haue ich wenig Privates raus. Wenn ich wollte, hätte ich viel mehr zu erzählen", sagte der 39-Jährige der Zeitschrift "Emotion". "Tatsächlich schweige ich oft und lange. Ich ertrage auch viel." Und wenn er sich dann schließlich wehre, dann buhten ihn alle aus, beklagte sich Pocher. Auch seine drei Kinder, die er gemeinsam mit Alessandra Meyer-Wölden hat, wolle er nicht in die Öffentlichkeit zerren. Eines geht für ihn gar nicht: "Ich würde mir nie den Namen meines Kindes auf den Arm tätowieren lassen." Stattdessen seien ihm andere Dinge wichtiger, um seinen Kindern seine Liebe zu zeigen.

+++ 9.20 Uhr: Thailands Militärregierung kündigt Wahl im November 2018 an +++

Die Militärregierung in Thailand hat für das kommende Jahr Wahlen angekündigt. Im November 2018 werde gewählt, sagte Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha in Bangkok. Das Militär hatte sich im Mai 2014 an die Macht geputscht und die gewählte Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra gestürzt.

+++ 9.05 Uhr: FDP-Vize Kubicki beharrt auf Einwanderungsgesetz +++

Wolfgang Kubicki setzt nach dem Unionskompromiss zur Zuwanderung auf eine Verständigung auch mit FDP und Grünen. Er sei froh, dass es endlich zu Sondierungsgesprächen komme, sagte der FDP-Vize im Deutschlandfunk. Die vier Parteien müssten dann zu einer Lösung kommen, mit der alle leben könnten. Die Einigung der Union werde nicht eins zu eins umgesetzt werden können und auch nicht Grundlage der Arbeit für die nächsten vier Jahre sein.

Bemerkenswert sei jedoch, dass die CDU die CSU in Richtung Einwanderungsgesetz habe bewegen können, sagte der FDP-Politiker weiter. Dies sei der Schlüssel, um den Zuzug nach Deutschland vernünftig zu regeln. "Da spielen Zahlen dann keine große Rolle." Ein Rechtsanspruch könne nicht durch Zahlen begrenzt werden. Klar sei aber, mit einem Einwanderungsgesetz hätte es einen Massenzustrom wie 2015 nicht gegeben.

+++ 8.30 Uhr: Japanisches Gericht verurteilt Staat und Betreiber wegen Fukushima +++

Ein japanisches Gericht hat eine Mitschuld des Staates und des Betreiberkonzerns Tepco an der Atomkatastrophe in Fukushima festgestellt. Rund 3800 Bürger hatten vor dem Bezirksgericht von Fukushima die größte von rund 30 laufenden Sammelklagen gegen den Staat und Tepco angestrengt. Sie forderten eine monatliche Entschädigung von 50.000 Yen (380 Euro), bis die Strahlung auf den Stand vor dem Gau in Folge eines Erdbebens und Tsunamis im März 2011 gesunken ist. Es ist das dritte Urteil gegen Tepco. Bereits im März hatte ein anderes Gericht geurteilt, dass sich Tepco und der Staat der Nachlässigkeit schuldig gemacht hätten. In einem weiteren Prozess wurde der Staat freigesprochen.

+++ 07.03 Uhr: Teilen ist weiblich: Das Frauen-Gehirn belohnt großzügiges Handeln +++

Frauen teilen eher als - weil ihr Belohnungszentrum im Gehirn dabei stärker aktiviert wird. Das zeigt eine neurologische Studie aus der Schweiz. Die Forscher hatten mit einem Medikament die Aktivität des Belohnungszentrums blockiert. Frauen verhielten sich daraufhin in Verhaltenstests egoistischer, Männer wurden großzügiger. Die Wissenschaftler nehmen an, dass das geschlechtsabhängige Verhalten von der Gesellschaft antrainiert wird. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin "Nature Human Behaviour" veröffentlicht.

Die Forscher konnten erstmals neurologisch nachweisen, dass das männliche Gehirn eher egoistische Entscheidungen belohnt, das Gehirn der Frauen eher soziale Entscheidungen. Dies sei allerdings nicht angeboren, erklären die Forscher. Das Belohnungszentrum sei stark mit Lernprozessen im Gehirn verbunden: "Frauen lernen, eher eine Belohnung für pro-soziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten".

+++ 5.50 Uhr: Drei Täter überfallen Rentnerehepaar - 78-Jähriger stirbt +++

Bei einem Überfall auf ein älteres Ehepaar in Frankfurt am Main ist der 78 Jahre alte Mann tödlich verletzt worden. Drei Verdächtige wurden noch am Ort festgenommen, wie ein Polizeisprecher sagte. hatten den Eheleuten an deren Wohnung am Montagabend aufgelauert, als diese im Stadtteil Griesheim nach Hause kamen. Der Mann und seine ebenfalls 78 Jahre alte Frau wurden angegriffen und verletzt. Der Mann starb wenige Stunden nach der Tat im Krankenhaus. Die Frau trug schwerste Verletzungen davon, war aber am Morgen außer Lebensgefahr.

Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Nach ersten Erkenntnissen war das Ehepaar am Montagabend gegen 21.30 Uhr zu seiner Wohnung zurückgekehrt. Im Hausflur trafen die Opfer auf die drei Männer. Die mutmaßlichen Täter sollen die Rentner sofort mit massiven Schlägen und Tritten attackiert haben. Zudem fesselten sie die schwer verletzten Opfer. Durch Hilfeschreie wurden Nachbarn auf das Geschehen aufmerksam und alarmierten umgehend die Polizei. Die Beamten nahmen die drei mutmaßlichen Räuber im Alter zwischen 19 und 25 Jahren noch in dem Haus fest. Sie sollen noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

+++ 5.18 Uhr: Trotz 1,96 Promille: Mann fährt zur Polizei und will Unfall anzeigen +++

Auf seinem Weg zur hat ein Mann offenbar vergessen, wie viel er selbst schon getrunken hatte. Ein 56-Jähriger wollte im Saale-Holzland-Kreis einen Unfall anzeigen, war dabei aber selbst stark alkoholisiert zur Wache gefahren, wie die Polizei mitteilte. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,96 Promille. Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet, seinen Führerschein durfte er gleich bei der Polizei lassen. Ob und wie genau sich der Mann an den Unfall, den er ursprünglich anzeigen wollte, erinnern konnte, verrieten die Beamten nicht.

+++ 5.15 Uhr: Student erschießt Polizisten auf Universitäts-Campus in Texas +++

Ein Polizist ist in Lubbock auf dem Campus der Technischen Universität von einem Studenten erschossen worden. Der Täter sei nach kurzer Flucht gestellt und festgenommen worden, berichteten US-Medien. Polizisten hätten zuvor in der Unterkunft des jungen Mannes Spuren von Drogen gefunden und ihn zur Wache gebracht. Dort zog der Mann eine Waffe und erschoss einen Beamten. Während der Fahndung nach dem Schützen wurde das gesamte Universitätsgelände abgeriegelt

+++ 4.52 Uhr: Pudel legt in Japan Flughafen lahm +++

Ein hat den Flugbetrieb am Tokioter Flughafen Haneda gehörig durcheinander gewirbelt. Wie die japanische Tageszeitung "Yomiuri Shimbun" berichtete, war der Hund eines Fluggastes aus seinem Transportbehälter geschlüpft, als dieser gerade abgefertigt werden sollte. 40 Minuten lang sei der Pudel auf dem Flughafengelände herumgetollt mit der Folge, dass eine der Start - und Landebahnen für mehrere Minuten geschlossen werden musste. Gleich 14 Maschinen konnten deswegen nur verspätet landen beziehungsweise starten. Mit Hilfe des Besitzers des Tieres konnte der kleine Ausreißer schließlich wieder eingefangen werden, so das Blatt weiter.

+++ 4.38 Uhr: TV-Duell der Spitzenkandidaten von SPD und CDU in Niedersachsen +++

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Niedersachsen treffen die Kandidaten von SPD und CDU heute um 21.00 Uhr in ihrem einzigen Fernsehduell aufeinander. Der Norddeutsche Rundfunk überträgt die Debatte zwischen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) live. In Niedersachsen wird am Sonntag gewählt.

In Umfragen liegen die beiden großen Parteien seit Wochen gleichauf, es wird mit einem knappen Ausgang des Urnengangs gerechnet. Demnach würde es rechnerisch für eine große Koalition aus SPD und CDU oder Dreierbündnisse wie eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP oder ein Ampelbündnis aus SPD, FDP und Grünen reichen. Die amtierende rot-grüne Regierung könnte nach jetzigem Stand keine Mehrheit erringen.

+++ 3.04 Uhr: Älteste US-Senatorin Feinstein will 2018 noch einmal antreten +++

Das älteste Mitglied im US-Senat, die Demokratin Dianne Feinstein, will sich im kommenden Jahr um eine weitere Amtszeit bewerben. Dies teilte die 84-Jährige via Twitter mit. "Es gibt noch viel zu tun: Waffengewalt beenden, Klimawandel bekämpfen, Zugang zu Gesundheitsversorgung", schrieb sie zur Begründung. Feinstein ist eins von insgesamt acht Mitgliedern über 80 im US-Senat.

Sollte Feinstein im November 2018 wiedergewählt werden, wäre sie zum Ende ihres neuerlichen Mandats 91 Jahre alt. Sie war 1992 erstmals in den Senat gewählt worden. Eines ihrer Hauptanliegen ist der Kampf gegen die laxen Waffengesetze in den USA. Sie war 1978 Bürgermeisterin von San Francisco geworden, nachdem ihr Vorgänger George Moscone und der Schwulenrechtsaktivist Harvey Milk im Rathaus erschossen worden waren.

+++ 2.19 Uhr: Feuerwehr-Auto kommt bei Übung von der Fahrbahn ab: Neun Verletzte +++

Im Rahmen einer Übung ist in Schleswig-Holstein ein mit neun Menschen besetztes Feuerwehrauto von der Fahrbahn abgekommen. Zwei Insassen wurden bei dem Unfall im Kreis Rendsburg- Eckernförde schwer verletzt, sieben weitere leicht, wie die Polizei in der Nacht mitteilte. Die Ursache des Unfalls ist noch unklar. Das Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr soll im Laufe des Tages geborgen werden.

+++ 1.58 Uhr: Mindestens zehn Tote bei Waldbränden in Kalifornien +++

Bei den Waldbränden im US-Bundesstaat Kalifornien sind jüngsten Angaben zufolge mindestens zehn Menschen getötet worden. Im Bezirk Sonoma habe es sieben Tote gegeben, teilte die Polizei über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Zuvor hatte die Feuerwehr bereits zwei Tote im Bezirk Napa und einen im Bezirk Mendocino gemeldet.

Gouverneur Jerry Brown hatte zuvor den Notstand für die Bezirke Napa, Sonoma und Yuba ausgerufen; mehr als 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Laut Angaben der Feuerwehr wurden seit Sonntagabend mindestens 1500 Häuser und 30.000 Hektar Land durch über ein Dutzend Brände zerstört. Das Gebiet nördlich der Bucht von San Francisco ist für seinen Weinanbau bekannt.

+++ 0.24 Uhr: Feuer-Attacke auf Kindergarten: Todeszahl steigt auf elf +++

Nach der Brasilien erschütternden Feuer-Attacke auf einen Kindergarten in der Stadt Janaúba ist ein weiterer kleiner Junge gestorben. Dabei stieg die Zahl der getöteten Kinder im Alter zwischen vier und fünf Jahren auf neun. Zudem starben eine Erzieherin und der Täter, der sich selbst angezündet hatte. Er war vergangenen Donnerstag in den Kindergarten eingedrungen, hatte sich mit Alkohol übergossen, angezündet und danach wahllos Kinder umarmt und sie dadurch auch in Brand gesetzt.

Wie das Portal "O Globo" berichtete, starb das jüngste Opfer in einer auf Brandverletzungen spezialisierten Klinik in Belo Horizonte. Der 50-Jährige hatte acht Jahre als Nachtwächter in der Einrichtung gearbeitet - Berichten zufolge hatte er versucht, mit der Direktorin zu sprechen und war dann in den Saal mit den Kindern gestürmt. Noch rund 20 weitere Kinder und Erzieher sind in Hospitälern, einige in kritischem Zustand. Zuletzt hatte der Täter laut Berichten eine Schicht verpasst. Am Tag der Attacke wollte der Mann offenbar ein Attest vorlegen - warum es dann zu der Attacke kam, ist noch unklar.

+++ 00.05 Uhr: Sechs Mann flüchten nach Überfall auf einem Moped +++

Nach einem Überfall auf ein Juweliergeschäft in Londons Regent Street sind sechs Männer auf einem einzigen Moped entkommen. Die Männer seien am Montagabend zwar auf drei Mopeds vor dem Juwelierladen angekommen, doch sei ein Gefährt am Tatort geblieben und das zweite kurz nach dem Einbruch bei einem Unfall beschädigt worden, zitierte die Agentur PA die Polizei. Zu guter Letzt hätten sich alle sechs Mann samt ihrer Beute auf das verbliebene Moped gezwängt und auf diesem das Weite gesucht. Der Überfall selbst verlief nicht minder spektakulär - innerhalb kürzester Zeit waren die Vitrinen mit einem Hammer zerschlagen und geleert worden. Die Fahndung nach den Männern und ihrer "hochwertigen Beute" blieb bislang erfolglos.

mad/tyr/DPA/AFP

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