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Gericht: Kein Anspruch auf Schadenersatz für VW-Diesel-Besitzer

Japan für Fußball-WM qualifiziert, Katar ist raus +++ Seehofer will nicht mehr mit den Grünen koalieren +++ Schwule Männer verdienen weniger als Heteros +++ News im Überblick.

Gericht: Kein Anspruch auf Schadenersatz für VW-Diesel-Besitzer

Besitzer von VW-Diesel mit Manipulations-Software haben nach Auffassung des Landgerichts Braunschweig keinen Anspruch auf Schadenersatz.

Die Nachrichten des Tages im Ticker:

+++ 21.15 Uhr: Drei ältere Brüder in Kinderporno-Prozess vor Gericht in den USA +++

Drei Brüder im Alter von 78, 80 und 82 Jahren stehen im US-Staat Washington vor Gericht, weil sie Kinderpornografie besessen haben sollen. Der 80-Jährige plädierte am Donnerstag vor dem Haftrichter in Seattle auf "nicht schuldig", wie US-Medien berichteten. Sein zwei Jahre älterer Bruder, der im Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben wurde, machte demzufolge zunächst keine Angaben. Nach Antrag seines Anwalts soll erst sein psychischer Zustand untersucht werden. Der jüngste Bruder ist derzeit in einem Krankenhaus.

Die Brüder, die über Jahrzehnte hinweg zusammen in einem Haus in Seattle wohnten, waren Mitte August festgenommen worden. Ihnen wird der Besitz von großen Mengen kinderpornografischen Materials vorgeworfen. Laut Polizeibericht fanden Beamte in dem Haus Bilder und Videos von Mädchen, die zu sexuellen Handlungen genötigt werden. Zudem entdeckten die Ermittler Kinderkleidung, Spielzeuge und handgeschriebene Notizen, die sexuelle Quälereien und Morde schildern, wie es weiter hieß. 

Eine Verwandte der Brüder hatte Kisten mit dem Material bei Reinigungsarbeiten entdeckt und die Polizei alarmiert. Die Fahnder ermitteln nun, ob die Brüder möglicherweise mit dem Verschwinden von jungen Mädchen in der Region etwas zu tun haben könnten. 

+++ 20.17 Uhr: EU-Kommission: Fipronil-Betrug bereits seit September 2016 +++

Der Betrug mit Fipronil-verseuchtem Desinfektionsmittel in der EU hat nach neuen Erkenntnissen der EU-Kommission bereits spätestens vor einem Jahr begonnen. Nach bislang vorliegenden Daten gehe der Betrug zurück auf September 2016, sagte eine EU-Vertreterin in Brüssel. Dies habe die Auswertung von Proben ergeben.

+++ 19.01 Uhr: Russland bedauert Eskalation im Diplomatenstreit mit USA +++

Im diplomatischen Streit mit den USA hat der russische Außenminister Sergej Lawrow die neuerliche Eskalation bedauert.
Russland habe damit nicht angefangen, betonte der Chefdiplomat laut einer Mitteilung seines Ministeriums in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson. Moskau werde die US-Maßnahmen prüfen und über eine Reaktion entscheiden. Tillerson habe Lawrow angerufen, um ihn vorab zu informieren, dass Washington eine Schließung des russischen Konsulats in San Francisco verlange, hieß es in der Mitteilung. Damit reagierten die USA auf die Forderung Russlands, Hunderte Mitarbeiter der US-Vertretungen abzuziehen.

+++ 18.55 Uhr: Waldbrand in Kalifornien blockiert Zugang zu Yosemite-Park +++

In Kalifornien hat ein Waldbrand einen der Zugänge des berühmten Yosemite-Nationalparks blockiert. Die südliche Zufahrt blieb nach Mitteilung der Behörden am Donnerstag weiter gesperrt.
Über 300 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen. Das Feuer nahe der Ortschaft Oakhurst war am Dienstag ausgebrochen. Bei ungewöhnlich hohen Sommertemperaturen griffen die Flammen in der trockenen Waldregion schnell um sich.

+++ 18.25 Uhr: USA ordnen Schließung von russischem Konsulat in San Francisco an +++

Die US-Regierung hat die Schließung des russischen Konsulats in San Francisco angeordnet. Auch zwei Außenstellen in Washington und New York müssten bis spätestens Samstag geschlossen werden, verfügte das US-Außenministerium. Die Entscheidung folge "dem Grundsatz der Ausgewogenheit", nachdem Moskau eine Reduzierung des diplomatischen Personals der USA in Russland verfügt hatte, hieß es.

+++ 17.39 Uhr: Gericht sieht keinen Anspruch auf Schadenersatz für VW-Diesel-Besitzer +++

Nach Überzeugung des Landgerichts Braunschweig haben Käufer eines Diesel-Pkw mit Manipulationssoftware keinen Anspruch auf Schadenersatz vom Hersteller. Eine entsprechende Klage gegen die Volkswagen AG wies das Landgericht ab. Zwar verstoße eine Abschalteinrichtung gegen geltendes Recht. Die Typengenehmigung habe aber dennoch weiter bestand und die Nutzung des Autos im öffentlichen Straßenverkehr sei daher weiterhin möglich. (Az: 3 O 21/17) Der Kläger hatte 2010 einen VW Eos TDI gekauft. Das Auto hat eine Software, die die Stickstoff-Emissionswerte auf dem technischen Prüfstand "optimiert". Das Landgericht wertete diese Software zwar als "unzulässige Abschalteinrichtung", die gegen EU-Recht verstoße. Da VW die Manipulationssoftware auch nicht beim Kraftfahrt-Bundesamt offengelegt habe, entspreche das Auto auch nicht der erteilten Typengenehmigung. Nach geltendem Recht führe diese Abweichung aber nicht zum Erlöschen der Typengenehmigung, argumentierte das Gericht. Daher könne das Auto weiterhin auf öffentlichen Straßen gefahren werden. Zudem betonte das Landgericht, die Abgasvorschriften seien keine Schutznormen für Autokäufer.

+++ 17.27 Uhr: Mann mit Schwert vor Buckingham-Plast wird Terrorismus vorgeworfen +++

Nun ist es offiziell: Weil er mit einem Schwert am Buckingham-Palast vorfuhr, soll sich ein 26-Jähriger nun wegen versuchter terroristischer Straftaten verantworten. Das teilte Scotland Yard mit. Der Mann war am vergangenen Freitag vor dem Buckingham-Palast in London von Polizisten in seinem Auto überwältigt worden. Er hatte zuvor versucht, nach einem rund 1,20 Meter langen Schwert zu greifen, das im Fußraum der Beifahrerseite seines Wagens lag. Dabei soll er mehrfach "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Drei Polizisten wurden bei dem Vorfall leicht verletzt.


+++ 15.58 Uhr: Katar verfehlt Qualifikation für Fußball-WM 2018 in Russland, Japan ist dabei +++

Die Fußball-Nationalmannschaft von Katar wird ohne Endrunden-Erfahrung Gastgeber der WM 2022 sein. Das Team aus dem Emirat hat die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland im kommenden Jahr durch eine 1:3-Niederlage gegen Syrien in der Asien-Qualifikationsgruppe A endgültig verpasst. Dagegen hat sich Japan für das Turnier in Russland qualifiziert. Das Team um Kapitän Makoto Hasebe (Eintracht Frankfurt) und Shinji Kagawa (Borussia Dortmund) fuhr mit einem 2:0 gegen Australien den entscheidenden Sieg ein. Japan ist damit nach Gastgeber Russland, Brasilien und dem Iran die vierte Nation, die für die WM 2018 qualifiziert ist.

+++ 15.44 Uhr: BER kann frühestens im Herbst 2019 eröffnet werden +++

Die Flughafengesellschaft FBB hat indirekt Berichte bestätigt, wonach der Hauptstadtflughafen BER nicht vor 2019 in Betrieb gehen wird. Die FBB teilte mit, dass mit den wesentlichen Baufirmen ein "Terminplan zur verbindlichen Baufertigstellung festgelegt" worden sei. Die demnach vereinbarte Fertigstellung der Bauarbeiten bis Ende August 2018 macht eine Inbetriebnahme des BER noch im selben Jahr unmöglich. Nach Abschluss der Bauarbeiten beginnen umfangreiche Funktionstests, um den Flughafen behördlich genehmigen zu lassen. Zudem muss die Riesenanlage im Süden Berlins schrittweise in Betrieb genommen werden. Dieser Monate dauernde Prozess birgt das Risiko weiterer Verzögerungen. Die Berliner Zeitungen "Tagesspiegel" und "B.Z." gehen von einer Eröffnung im Herbst 2019 aus, halten aber auch eine abermalige Verschiebung für möglich. Ursprünglich sollte der Hauptstadt-Flughafen schon 2011 eröffnen.

+++ 15.33 Uhr: Schriftsteller und Filmregisseur Egon Günther gestorben +++

Der Filmregisseur und Schriftsteller Egon Günther ist tot. Er starb in Potsdam nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 90 Jahren, wie der Aufbau Verlag unter Berufung auf die Familie mitteilte. Günther wurde in Schneeberg im Erzgebirge geboren und mit Verfilmungen wie "Lotte in Weimar" oder "Der Dritte" bekannt. Nach Auseinandersetzungen mit der DDR-Führung arbeitete er ab Ende der 1970er-Jahre im Westen.

+++ 15.26 Uhr: Vier Journalisten aus Südkorea in Nordkorea zum Tode verurteilt +++

Die nordkoreanische Justiz hat vier südkoreanische Journalisten in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Die Verurteilten hätten die Höchststrafe verdient, weil sie in Artikeln über ein Nordkorea-kritisches Buch "ernsthaft die Würde der Demokratischen Volksrepublik Korea verletzt" hätten, hieß es in einem veröffentlichten Urteil des Zentralgerichts in Pjöngjang. "Die Exekutionen sollen zu jeglichem Zeitpunkt und an jeglichem Ort ohne weiteres Verfahren ausgeführt werden." Die Verurteilten halten sich in Südkorea auf. Den Zorn des Nordens erregten sie mit Besprechungen eines Sachbuchs der beiden britischen Journalisten Daniel Tudor und James Pearson. Diese beschreiben in ihrem 2015 erschienenen Buch "North Korea Confidential" die Rolle von Marktmechanismen im Alltag der Nordkoreaner - dabei geht es etwa um die Popularität südkoreanischer TV-Serien im Norden oder um Modetrends. Südkoreanische Zeitungen hatten neben den Rezensionen auch das Buch-Cover abgebildet: Es zeigt das nordkoreanische Staatswappen, in dem der rote Stern durch ein Dollar-Zeichen ersetzt ist.

+++ 14.33 Uhr: Mann greift Polizisten in Stockholm mit Stichwaffe an +++

In Stockholm hat ein Mann einen Polizisten angegriffen und in Rücken und Hals gestochen. Das Motiv für den Angriff war zunächst unklar, Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es nicht, erklärte die Polizei in der schwedischen Hauptstadt. Der Angreifer wurde festgenommen, wie ein Augenzeuge berichtete. 

+++ 13.59 Uhr: Iraks Premier Al Abadi erklärt IS-Bastion Tal Afar für befreit +++

Rund zehn Tage nach Beginn einer Offensive auf die IS-Bastion Tal Afar hat Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi die Stadt im Norden des Landes für befreit erklärt. Irakische Sicherheitskräfte hätten damit die gesamte Provinz Ninawa unter Kontrolle gebracht, hieß es in einer Mitteilung des Regierungschefs. Darin drohte Al-Abadi den Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS): "Wo immer ihr seid, werden wir zur Befreiung kommen. Ihr habt nur die Wahl, zu sterben oder euch zu ergeben."

Tal Afar gehörte zu den letzten größeren Orten, die der IS im Irak noch kontrolliert. Im Juli hatten irakische Regierungskräfte nach monatelangen Kämpfen die Großstadt Mossul östlich von Tal Afar eingenommen. Schon zuvor hatten die Extremisten die größten Teile der ehemals kontrollierten Gebiete im Irak verloren.

Kita Pfefferspray

Kinder und Erzieherinnen wurden durch das Pfefferspray nur leicht verletzt, mussten aber behandelt werden


+++ 13.55 Uhr: Kind versprüht Reizgas in Kita +++

Ein vierjähriger Junge hat im niedersächsischen Peine Pfefferspray mit in den Kindergarten genommen und dort versprüht. Insgesamt 17 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren und zwei Erzieherinnen erlitten durch das Gas Reizungen der Atemwege und der Augen, wie die Polizei mitteilte. Der Junge hatte das Pfefferspray seiner Mutter wohl unbemerkt aus der Handtasche genommen und mit in den Kindergarten gebracht. Die Kinder und Erzieherinnen wurden vor Ort von Rettungskräften behandelt. Sie wurden alle nur leicht verletzt. Im Anschluss wurden die Kinder "den besorgten Erziehungsberechtigten übergeben", wie es hieß.

+++ 13.50 Uhr: Seehofer spricht sich gegen Koalition mit Grünen aus +++

CSU-Chef Horst Seehofer hat sich gegen eine Koalition mit den Grünen nach der Bundestagswahl ausgesprochen. "Ich habe in den letzten Wochen und Monaten zwischen den Zeilen immer wieder angedeutet, man könnte auch mit den Grünen reden", sagte Seehofer der "Abendzeitung". "Aber das haben die jetzt kräftig verspielt: Steuererhöhungen, erleichterte Zuwanderung, Verbot von Verbrennungsmotoren, weniger Sicherheit - das können wir nicht machen."

+++ 13.40 Uhr: Mutmaßlicher türkischer Spion kommt in Hamburg vor Gericht +++

Ein mutmaßlicher türkischer Spion muss sich von kommendem Donnerstag an wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit in Deutschland vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft Mehmet Fatih S. vor, zwischen September 2015 und Dezember 2016 sowohl einzelne Menschen als auch kurdische Einrichtungen ausgekundschaftet und dafür rund 30 000 Euro erhalten zu haben. Dabei soll es um Aufenthaltsorte, Kontaktpersonen und politische Tätigkeiten gegangen sein, wie das Oberlandesgericht am Donnerstag mitteilte. Für das Verfahren seien bislang neun Verhandlungstage anberaumt. Dem Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft.

+++ 13.23 Uhr: Wasser auf Grill gekippt - Freispruch für Nachbarin +++

Eine Düsseldorferin ist vom Vorwurf freigesprochen worden, ihren Nachbarn an dessen Grill verbrüht zu haben. Laut Anklage hatte sie eine Ladung Wasser auf den Gasgrill der unter ihr wohnenden Familie gegossen. Die 52-Jährige konnte aber eine Bekannte als Alibi-Zeugin präsentieren: Sie sei zur Tatzeit mit ihr auf dem Golfplatz gewesen, gab diese zu Protokoll. Zwar hatte die Amtsrichterin keinen Zweifel, dass das Wasser nur vom Balkon der allein lebenden Angeklagten auf den Grill gekippt worden sein kann.
Dennoch blieben Zweifel an der Täterschaft der Frau. Die hatte acht Monate Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert.

+++ 13.21 Uhr: Nigerias Armee tötet fünf ranghohe Boko-Haram-Kommandeure +++

Im westafrikanischen Nigeria haben Soldaten fünf ranghohe Mitglieder der Terrormiliz getötet. Sie seien gemeinsam mit anderen Bewaffneten im Nordosten bei einem Militäreinsatz aus der Luft und am Boden ums Leben gekommen, sagte Armeesprecher Sani Usman. Erst vor einer Woche hatten sich dort nach wiederholten Militärschlägen rund 70 Kämpfer der Terrormiliz ergeben. Seit 2009 sind rund 20.000 Menschen bei Angriffen der militanten Islamisten getötet worden; zwei Millionen Nigerianer flohen vor der Gewalt. Boko Haram will in Teilen Nigerias und angrenzenden Regionen einen Gottesstaat errichten.

+++ 13.13 Uhr: Mehr als 25 Krokodile entkommen +++

In Thailand sind mehr als 25 Krokodile aus einer Krokodilfarm entkommen. Einheimische erschossen etwa 20 der Tiere, wie die örtliche Fischereibehörde in Songkhla der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Nach mehreren Krokodilen werde noch gesucht. In der Krokodilfarm werden etwa 700 Tiere gehalten. Die bis zu drei Meter langen Süßwasserkrokodile werden dort in schlammigen Teichen gehalten. Aus diesen gruben sich die entwischten Tiere ihren Weg in die Freiheit.

+++ 13.00 Uhr: Großmutter von Ex-Frau getötet - Mordprozess +++

Er soll seine Ex-Frau und das gemeinsame Baby lebensgefährlich verletzt und die Oma der Frau getötet haben. Nach der Bluttat im Dezember 2016 im thüringischen Unterwellenborn hat in Gera der Prozess gegen einen 36-Jährigen wegen Mordes und versuchten Mordes begonnen. Kurz nach dem Verlesen der Anklage wurde er unterbrochen. Sein Mandant werde sich zur Sache äußern, wolle dies aber nur in Anwesenheit einer psychiatrischen Gutachterin tun, sagte sein Anwalt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, seine von ihm getrennt lebende Ehefrau und deren Großmutter mit einem Messer attackiert zu haben. Die damals 26-jährige Ehefrau und das wenige Monate alte gemeinsame Baby kämpften danach lange um ihr Leben. Die Großmutter starb an rund 60 Messerstichen.

+++ 12.44 Uhr: Anklage-Plädoyer: Bundesanwaltschaft nimmt sich NSU-Helfer vor +++

Die hat in ihrem Plädoyer im NSU-Prozess den mutmaßlichen Terrorhelfer André E. als engsten Eingeweihten des "Nationalsozialistischen Untergrunds" bezeichnet. Das Trio aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt habe E. ein "besonderes, exklusives Vertrauen" entgegengebracht, während es ansonsten auch gegenüber Gleichgesinnten "ein Regime der Abschottung etabliert" habe, sagte Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten vor dem Oberlandesgericht in München. 

E. habe bereits kurz nach dem Abtauchen des NSU-Trios engen Kontakt aufgebaut und von Anfang an die Gesinnung und die Ziele der drei geteilt, sagte Weingarten. Und gewusst, dass die drei mit Schusswaffen und Sprengstoff Zuwanderer töten wollten und ihren Lebensunterhalt mit der Beute aus Überfällen bestritten.  

+++ 12.39 Uhr: Prozess gegen mutmaßlichen türkischen Spion in Hamburg ab kommender Woche +++

Vor dem Oberlandesgericht Hamburg beginnt am Donnerstag kommender Woche der Prozess gegen einen mutmaßlichen Spion, der in Kurden ausspioniert haben soll. Wie das Gericht mitteilte, sind Verhandlungstermine bis Mitte Oktober angesetzt. Die Bundesanwaltschaft wirft dem angeklagten 32-jährigen Mehmet Fatih S. geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Er soll im Auftrag des türkischen Geheimdienstes MIT spioniert und dafür rund 30.000 Euro erhalten haben. Laut Anklage spionierte der bereit seit 2013 für den MIT arbeitende S. von September 2015 bis zu seiner Festnahme im Dezember 2016 in der kurdischen Szene in Deutschland.

+++ 12.28 Uhr: Mann randaliert in Berliner Moschee - fünf Polizisten verletzt +++

Ein 33-Jähriger hat in einer Berliner Moschee fünf Polizisten angegriffen und verletzt. Der Mann habe sich nach dem Gebet am späten Mittwochabend geweigert, die Moschee zu verlassen, teilte die mit. Einem Verantwortlichen des Gebetshauses schlug er demnach ins Gesicht. Als dieser die Polizei zu Hilfe rief, habe er auch die Beamten angegriffen. Die Polizisten nahmen den Mann unter Einsatz von Pfefferspray und eines Schlagstocks fest. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Während der Festnahme biss der Randalierer einem Polizisten den Angaben zufolge in den Oberarm und rief mehrmals "Allahu Akbar"
("Gott ist groß"). Bei dem Einsatz in der Moschee im Bezirk Neukölln wurden insgesamt fünf Polizisten verletzt, zwei mussten ihren Dienst abbrechen. Der 33-Jährige wurde in eine Psychiatrie gebracht. Gründe für den Angriff konnte die Polizei nicht nennen.

+++ 11.50 Uhr: Bombenentschärfung soll gesamten Sonntag dauern +++

Die Entschärfung einer Weltkriegsbombe in  Frankfurt mit der größten Evakuierung der deutschen  Nachkriegsgeschichte wird sich fast über den ganzen Sonntag ziehen.
Die Sperrzone im Umkreis von 1,5 Kilometern um den Fundort der Bombe muss nach Angaben von Polizei und Feuerwehr zwischen 8 Uhr und 20 Uhr geräumt sein. Die Evakuierung soll bereits um 6 Uhr beginnen. Alleine die Entschärfung der Luftmine werde schätzungsweise rund vier Stunden dauern, sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Mindestens 60.000 Anwohner müssen nach Schätzung der Behörden in Sicherheit gebracht werden. Zuvor war von bis zu 70.000 Betroffenen die Rede.

+++ 11.38 Uhr: Zwei Explosionen in Chemiefabrik nahe Houston +++

Die erwarteten Explosionen in einer Chemiefabrik im Katastrophengebiet rund um die Metropole Houston sind eingetreten. Schwarzer Rauch stieg nach Angaben von Rettungskräften über der Anlage in dem Ort Crosby  auf. "Die in der Fabrik genutzten Chemikalien haben sich erhitzt, nachdem die Stromversorgung zur Kühlung der Anlage ausgefallen war", sagte der Geschäftsführer des französischen Petrochemie-Konzerns Arkema. Nach dem starken Regen stehe die Fabrik knapp zwei Meter unter Wasser.

Der lokalen Polizeibehörde zufolge kam ein Polizist nach dem Einatmen des schwarzen Rauchs ins Krankenhaus. Anwohner im Umkreis von zwei Kilometern waren nach Angaben der örtlichen Behörden zuvor in Sicherheit gebracht worden.

Arkema teilte mit, das Unternehmen stimme mit den Behörden überein, dass es nun das Beste sei, "das Feuer von selbst ausbrennen zu lassen". Weil an vielen Orten der Anlage gefährliche Stoffe gelagert würden, bestehe das Risiko weiterer Explosionen. Niemand solle sich daher in die Evakuierungszone begeben, bevor diese von den Behörden freigegeben worden sei, mahnte der Betreiber.

Arkema stellt in dem 40 Kilometer nordöstlich von Houston gelegenen Ort Crosby organische Peroxide her, die bei niedrigen Temperaturen gelagert werden müssen. Inzwischen hat "Harvey" den Staat Louisiana erreicht. Das US-Hurrikan-Zentrum stufte den Sturm in der Nacht zum Donnerstag aber zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herab.

+++ 11.36 Uhr: Viele Tote nach Überschwemmungen in Pakistan +++

Heftiger Monsunregen hat in der pakistanischen Hafenstadt Karachi Überschwemmungen ausgelöst. Nach Angaben der Rettungskräfte und Behörden kamen dabei mindestens ein Dutzend Menschen ums Leben. In der Millionenstadt standen Straßen unter Wasser, der Bahn- und Flugverkehr war unterbrochen. Schulen blieben geschlossen, wie Bürgermeister Wasim Akhtar sagte. Die meisten der Opfer wurden von Stromschlägen getötet. Die Retter befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte.
Meteorologen warnten vor weiterhin viel Regen im Süden Pakistans in den kommenden Tagen. Jedes Jahr sterben Hunderte Menschen in der Region bei Überschwemmungen in der Monsun-Zeit von Mai bis August.

+++ 11.33 Uhr: Macron findet internationale Politik nicht cool - auch wegen Erdogan +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron findet das Tagesgeschäft internationaler Politik "nicht sehr cool" - und verweist als Beispiel auf Gespräche mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. In einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des Magazins "Le Point" wurde Macron gefragt, ob er es darauf abgesehen habe, anstelle von Kanadas Premierminister Justin Trudeau "die Rolle des coolsten Typen" auf der Weltbühne einzunehmen.

"Die internationale Bühne ist nicht sehr cool, wissen Sie", erwiderte der seit Mitte Mai amtierende französische Präsident. Nach einem Beispiel gefragt, sagte der 39-Jährige: "Ich bin auch derjenige, der alle zehn Tage mit Erdogan sprechen muss." Macron ging nicht ins Detail.

+++ 10.31 Uhr: Akif Pirincci muss wegen Hassrede bei Pegida vor +++

Wegen seiner Hassrede gegen Muslime und Flüchtlinge bei einer Pegida-Kundgebung muss der deutsch-türkische Autor Akif Pirincci vor Gericht. Die Hauptverhandlung gegen ihn wegen Volksverhetzung beginnt am 25. September, wie das Amtsgericht Dresden am Donnerstag mitteilte. Pirincci hatte bereits im Februar einen Strafbefehl erhalten und sollte eine Geldstrafe von 11.700 Euro zahlen. Dagegen legte er den Angaben zufolge Einspruch ein, weshalb es nun zum Prozess kommt.

Der deutsch-türkische Autor hatte im Oktober 2015 bei einer Pegida-Kundgebung in Dresden eine Rede gehalten, die durchsetzt war von verbalen Ausfällen und Anfeindungen. Pirincci sprach von einer "Moslem-Müllhalde" in Deutschland, warnte vor einer "Umvolkung", bezeichnete Flüchtlinge als "Invasoren" sowie "künftige Schlachter" Deutschlands und nannte Politiker "Gauleiter gegen das eigene Volk".

+++ 10.12 Uhr: Erste Gentherapie gegen Krebs in USA zugelassen +++

 In den USA ist erstmals eine Gentherapie gegen Krebs zugelassen worden. Das sei ein "historischer Schritt", teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA mit. Mit der Kymriah genannten Therapie des schweizerischen Pharmakonzerns Novartis wird eine Form der sogenannten Akuten Lymphatischen Leukämie (ALL) bei jungen Menschen bis 25 Jahre behandelt. Dabei werden dem Patienten Immunzellen entnommen und im Labor gentechnisch so verändert, dass sie auf Krebszellen anspringen. Dann kommen die Zellen zurück in den Patienten.

+++ 9.57 Uhr: Spaziergänger findet skelettierte Leiche im Wald +++

 In einem Wald im Saarland hat ein Spaziergänger eine skelettierte Leiche entdeckt. Die Identität der oder des Toten sei noch völlig unklar, sagte ein Sprecher der Polizei in Saarbrücken. Die Leiche wurde am Mittwoch geborgen. Rechtsmediziner versuchen nun anhand von DNA-Material und Labortests, die Person zu identifizieren. "Die Leiche muss da schon eine ganze Weile gelegen haben", sagte der Sprecher. Das schwer zugängliche Waldstück liegt nahe einer Klinik. Fraglich sei, ob man noch feststellen könne, wie der Mensch ums Leben kam. Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk über den Fund vom Dienstagabend berichtet.

+++ 9.37 Uhr: Acht Verletzte bei Bombenanschlag in der Türkei +++

 Bei einem Bombenanschlag auf einen Gefangenentransport im westtürkischen Izmir sind mindestens acht Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz sei im Bezirk Buca in einem Müllcontainer platziert worden und explodiert, als das Fahrzeug mit den Häftlingen vorbeifuhr, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Donnerstag. Mindestens zwei Opfer seien schwer verletzt, einer davon schwebe in Lebensgefahr. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

+++ 8.35 Uhr: Schwule Männer verdienen weniger als Heteros +++

Schwule Männer bekommen auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Schnitt einen geringeren Stundenlohn als heterosexuelle. Die Differenz beim realen Brutto-Stundenlohn betrage rund 2,14 Euro, heißt es in einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vorstellt.

Demnach liegt der durchschnittliche Brutto-Stundenlohn eines heterosexuellen Mannes bei rund 18 Euro. Berücksichtigt man Faktoren wie Alter, Bildung und Branche, verdienen Schwule sogar 2,64 Euro weniger. Die Studienautoren schreiben von einer "Sexuality Pay Gap" - eine Lohnlücke also, die mit der sexuellen Identität zusammenhängt.

+++ 8.25 Uhr: Rummenigge fordert stärkere Regulierung des Transfermarktes +++

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge macht sich als Vorsitzender der europäischen Clubvereinigung ECA für eine stärkere Regulierung des Transfermarkts stark. "Es ist wichtig, dass die ECA jetzt versucht, mit der Fifa und Uefa, wie auch mit der Spielervertretung FIFPro Kriterien zu erarbeiten, die das Ganze wieder etwas rationaler machen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Münchner dem "Kicker". Zuletzt hatten immer höhere Ablösesummen und die Schwächen des Financial-Fairplay-Modells für Debatten um das Transfersystem im Fußball gesorgt.

+++ 7.58 Uhr: DiCaprio spendet eine Million für Opfer von "Harvey" +++

Schauspieler Leonardo DiCaprio (42/"Titanic") hat laut einem Bericht eine Million US-Dollar (843.000 Euro) für die Opfer des Tropensturms "Harvey" gespendet. DiCaprios Stiftung habe das Geld dem Hilfsprogramm der US-Spendenorganisation United Way zur Verfügung gestellt, berichtete das Magazin "TMZ". Auf Twitter teilte der Oscarpreisträger den Spendenaufruf. United Way werde die Spende sowohl kurzfristig als auch für langfristige Hilfsprojekte verwenden, schrieb "TMZ". DiCaprio setzt sich mit seiner Stiftung seit Jahren in erster Linie für Naturschutz-Projekte ein.  


+++ 7.55 Uhr: Nachbar versprüht Mittel gegen Unkraut - vier Frauen im Krankenhaus +++

Wegen Übelkeit und Kopfschmerzen nach dem Einsatz eines Unkrautvernichtungsmittels sind vier Frauen in Sachsen-Anhalt ins Krankenhaus gekommen. Ein 60 Jahre alter Nachbar hatte die Chemikalie am Mittwoch in Mücheln versprüht, um Unkraut zu bekämpfen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Polizei vermutet, dass sich wegen der Hitze giftige Dämpfe entwickelten.
Zahlreiche Menschen aus einem nahe gelegenen Mehrfamilienhaus - darunter die vier Frauen - klagten danach über Beschwerden. Das Gebäude wurde evakuiert. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den 60-Jährigen.

+++ 7.25 Uhr: Kosten für Wiederaufbau "weit höher" als nach "Katrina" +++

Die Kosten für den Wiederaufbau nach dem Tropensturm "Harvey" könnten nach Einschätzung des texanischen Gouverneurs "weit höher" liegen als nach dem Hurrikan "Katrina" 2005. Greg Abbott rechne mit einer deutlich höheren Summe als die Nothilfe von 125 Milliarden Dollar (105 Mrd Euro), die damals zur Verfügung gestellt wurde, berichtete das "Wall Street Journal". Das Katastrophengebiet sei viel größer und bevölkerungsreicher als bei "Katrina" oder auch "Sandy" im Jahr 2012, sagte der Gouverneur am Mittwoch. Obwohl "Harvey" inzwischen nach Louisiana weitergezogen ist, sei für Texas "das Schlimmste noch nicht vorbei", sagte Abbott weiter. Vor allem im Südosten des US-Bundesstaats müssten die Anwohner weiterhin mit starkem Regen und Überschwemmungen rechnen.

+++ 7 Uhr: Schweiz erlaubt bestimmte Genuntersuchungen an Embryonen +++

Ab dem 1. September dürfen Ärzte in der Schweiz nach einer künstlichen Befruchtung den Embryo auf bestimmte genetische Merkmale untersuchen. Die Richtlinien sind so eng gefasst wie in Deutschland: Getestet werden darf nur, wenn die Eltern eine schwere Erbkrankheit haben oder Gen-Anlagen, die eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich machen. Embryonen mit Schäden werden der Mutter nicht eingepflanzt. In Deutschland hatte der Bundesrat den Weg zur Präimplantationsdiagnostik (PID) 2013 freigemacht.

+++ 6.04 Uhr: Sechsköpfige Familie ertrunken in Texas gefunden +++

Das Hochwasser geht zurück, aber die Opferzahlen steigen: In der US-Metropole Houston hat die Entdeckung von sechs ertrunkenen Mitgliedern einer Familie am Mittwoch die Befürchtung verstärkt, dass sich das wahre Ausmaß der Katastrophe erst noch zeigen wird. Die Behörden gingen von mindestens 33 Toten im Zusammenhang mit dem Sturm "Harvey" aus. Die Rettungseinsätze für Menschen in überschwemmten Häusern dauerten an.

+++ 4.45 Uhr: Macron hofft auf mehr Geduld bei Franzosen bei Umwandlung des Landes +++

Kurz vor der Vorstellung seiner umstrittenen Arbeitsmarktreform hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Franzosen aufgerufen, bei der Umwandlung des Landes mehr Geduld zu zeigen. Er wisse um die Ungeduld der Menschen, und dass er wohl noch Monate damit leben müsse, sagte Macron in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Le Point". Aber es sei zu früh, ihn nach nur 100 Tagen im Amt zu bewerten, sagte er mit Blick auf seine stark gesunkenen Umfragewerte. "Man kann Dinge nicht in 100 Tagen erledigen", sagte Macron. Er habe aber nicht vergessen, in welcher Stimmung er gewählt worden sei: Es sei eine Stimmung der "brennenden Erwartung, der Wut, des Populismus" gewesen. 

+++ 3.30 Uhr: USA klagen weitere Erdogan-Leibwächter an +++

Die türkische Regierung hat verärgert auf die Anklagen gegen drei weitere Leibwächter von Präsident Recep Tayyip Erdogan in den USA reagiert. "Wir protestieren auf das Schärfste, dass so eine ungerechte und voreingenommene Anklage mit Namen von Menschen, die nie in den USA waren, angenommen wurde", erklärte das türkische Außenministerium am Mittwochabend. Diese Haltung sei dem US-Botschafter in Ankara übermittelt worden. Das Ministerium erklärte, es behalte sich rechtliche Schritte gegen die Anklagen vor. Die Vorwürfe gegen die Angeklagten seien "haltlos". Das US-Justizministerium hatte zuvor drei weitere Leibwächter Erdogans in Abwesenheit angeklagt. Sie würden verdächtigt, während Erdogans Besuch in Washington im Mai gewaltsam gegen friedliche kurdische Demonstranten vorgegangen zu sein, erklärte das Ministerium. 

+++ 2 Uhr: Betreiber von überschwemmter Chemieanlage in Texas befürchtet Explosion +++

In einer unter Wasser stehenden Chemieanlage nahe der US-Metropole Houston droht eine Explosion. "Wir bereiten uns in Crosby auf das vor, was wir als das schlimmste Szenario einschätzen", erklärte der Chef der US-Filiale des französischen Konzerns Arkema, Kenneth Rowe, am Mittwoch. Die in der Fabrik gelagerten Chemikalien müssen nach Angaben der Firma dringend gekühlt werden. Rowe erklärte, derzeit stehe das Wasser in der Fabrik 1,80 Meter hoch. Jegliche Stromversorgung sei ausgefallen. Es gebe nun keine Möglichkeit mehr, eine Explosion zu verhindern. Die Mitarbeiter der Anlage seien in Sicherheit gebracht worden. Rowe versicherte, dass es Notfallpläne gebe. Er erinnerte daran, dass die Anwohner der Chemiefabrik bereits am Dienstag in Sicherheit gebracht wurden. In der Anlage werden organische Peroxide produziert, die für die Herstellung von Plastik und von Pharmaprodukten verwendet werden.


+++ 1.30 Uhr: Schwesig beklagt neues Ausmaß an Rassismus im Wahlkampf +++

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat ein neues Ausmaß rassistischer Beleidigungen im Bundestagswahlkampf kritisiert. Als Beispiele nannte die SPD-Politikerin in der "Mitteldeutschen Zeitung" die Attacken gegen die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz und den afrikanisch-stämmigen SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby, aber auch die Störung von Wahlkampfveranstaltungen durch Flüchtlingsgegner etwa bei Auftritten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Angriffe seien "widerwärtig", sagte Schwesig, kämen aber nicht nur aus dem NPD-Umfeld: "Es gibt auch in der AfD Rassisten und Extremisten." Das werde durch die "unsäglichen Äußerungen" des AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland über Özoguz deutlich. Gauland hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung davon gesprochen, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung in der zu "entsorgen". SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz nannte die AfD in der "Rhein-Zeitung" "eine Schande für Deutschland".

+++ 1 Uhr: Studie: Lohnlücke zwischen schwulen und heterosexuellen Männern +++

Schwule Männer bekommen auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Schnitt einen geringeren Stundenlohn als heterosexuelle. Die Differenz beim realen Brutto-Stundenlohn betrage rund 2,14 Euro, heißt es in einer Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Donnerstag in Berlin vorstellt. Demnach liegt der durchschnittliche reale Brutto-Stundenlohn eines heterosexuellen Mannes bei rund 18 Euro. Berücksichtigt man Faktoren wie Alter, Bildung und Branche, verdienen Schwule sogar 2,64 Euro weniger. Ein statistischer Beweis für Lohndiskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz sei damit aber nicht erbracht. "Das ist erstmal nur ein Indikator", sagte Studienautor Martin Kroh. "Vermutlich gibt es eine Reihe von Erklärungen für die Lohnlücke." Laut Studie leisten homosexuelle Männer etwa mehr Überstunden als heterosexuelle. Auch das könnte eine von vielen Erklärungen sein.

tis/fs/DPA/AFP

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