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+++ Ticker +++

Sex-Skandal: New Yorker und Londoner Polizei ermitteln gegen Harvey Weinstein

Polizei prüft Vorwürfe gegen Weinstein +++ USA verlassen Unesco +++ AfD sagt NRW-Landesparteitag wegen Sicherheitsbedenken ab +++ Polizei findet Säge im Fall Kim Wall +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Die schweren Vorwürfe gegen Harvey Weinstein soll nun die Polizei prüfen

Die schweren Vorwürfe gegen Harvey Weinstein soll nun die Polizei prüfen

Die News des Tages im Überblick:

+++ 22.38 Uhr: Niedersachsen-SPD liegt in neuer Umfrage vor CDU +++

Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen liegt die SPD von Ministerpräsident Stephan Weil laut einer neuen Umfrage knapp vor der CDU. Eine Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses ist laut der im ZDF-"heute journal" veröffentlichten Projektion der Forschungsgruppe Wahlen rechnerisch aber nicht möglich. Die SPD liegt derzeit bei 34,5 Prozent, die CDU bleibt bei 33 Prozent - und damit deutlich hinter den August-Umfragewerten von 40 Prozent. Grüne und FDP kommen auf je 9 Prozent, die AfD auf 7, die Linke auf 5 Prozent. 49 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Weil Regierungschef bleibt, 31 Prozent sprechen sich für Herausforderer Bernd Althusmann (CDU) aus. 

+++ 22.29 Uhr: Italienische Abgeordnetenkammer billigt wichtige Wahlrechtsreform +++

Italiens Regierung hat eine wichtige Hürde auf dem Weg zu den nächsten Parlamentswahlen genommen. Begleitet von heftigen Protesten vor allem der oppositionellen Fünf-Sterne-Bewegung billigte die Abgeordnetenkammer eine umstrittene Wahlrechtsreform.

Das neue Wahlrecht sieht eine Mischung aus Verhältnis- und Mehrheitswahlrecht vor. Die Regierung von Paolo Gentiloni hatte die Abstimmung mit einem Vertrauensvotum verknüpft, um das Gesetz schneller durch das Parlament zu bringen. Der Gesetzentwurf muss noch vom Senat gebilligt werden. In Italien muss bis spätestens Frühjahr 2018 gewählt werden. Da es nach einer gescheiterten Verfassungsreform von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi kein übereinstimmendes Wahlrecht für Abgeordnetenhaus und Senat gibt, kämpfen die Parteien seit Monaten bitter um eine Reform.

+++ 20.41 Uhr: Polizei will Ermittlungen gegen Weinstein wieder aufrollen +++

Die Sex-Vorwürfe gegen den Hollywood-Mogul Harvey Weinstein beschäftigen nun auch die Polizei in New York und London sowie die Oscar-Akademie. Eine eigentlich bereits abgeschlossene Ermittlung gegen Weinstein aus dem Jahr 2004 solle neu aufgerollt werden, sagte eine Sprecherin der New Yorker Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Es werde untersucht, ob es zusätzliche Beschwerden und Hinweise zu dem Fall gebe. Einzelheiten wollte die Polizei zunächst nicht nennen.

Auch die Polizei in London erwägt britischen Medien zufolge ein Ermittlungsverfahren gegen den Produzenten. Scotland Yard bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Polizei den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs prüfe, der von den Kollegen in Liverpool weitergeleitet worden sei. Es handele sich um einen Vorfall aus den 80er Jahren, teilte die Polizei in Liverpool mit. Details veröffentlichte die Polizei jedoch zunächst nicht.

Die Oscar-Akademie in Los Angeles hatte zuvor mitgeteilt, dass bei einer Dringlichkeitssitzung am Samstag über den möglichen Ausschluss von Weinstein beraten werden solle.

+++ 19.54 Uhr: Vor-Ältestenrat berät erneut über Sitzordnung im Parlament und Raumaufteilung +++

Der Vor-Ältestenrat des Bundestages berät am Freitag (10.00 Uhr) erneut über organisatorische Fragen wie Sitzordnung im Plenum und Raumaufteilung. Bei der vorherigen Sitzung hatte es besonders Kontroversen um die Plätze der FDP-Abgeordneten gegeben. Diese sollen nach einem Vorschlag des scheidenden Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) vom Präsidium aus gesehen rechts zwischen Union und AfD sitzen.

Die FDP bevorzugt aber einen Platz in der Mitte des Plenums. Zudem könnte sie Anspruch auf einen der Fraktionssäle in den vier Türmen des Reichstagsgebäudes erheben. Dies gilt ebenfalls für die AfD, die aber auch einen Saal im benachbarten Jakob-Kaiser-Haus akzeptieren könnte.

+++ 19.35 Uhr: Paris: Unesco muss politische Gräben überwinden +++

Frankreich hat den Rückzug der USA aus der Unesco bedauert. Die UN-Kulturorganisation brauche einen neuen Plan, um politische Gräben zu überwinden und Vertrauen zu schaffen, teilte das Außenministerium in Paris mit. Frankreich habe ein solches Konzept, es werde von Ex-Ministerin Audrey Azoulay vertreten, die für den Generaldirektor-Posten der Organisation kandidiere. Die Zukunft der Unesco habe für Frankreich als Sitzland eine besondere Bedeutung.

+++ 18.32 Uhr: Israel scheidet aus der Unesco aus +++

Nach den USA hat nun auch Israel seinen Austritt aus der UN-Kulturorganisation Unesco angekündigt. Das teilte das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem mit. Die US-Regierung hatte ihren Austritt zuvor unter anderem damit begründet, dass die Unesco in zunehmendem Maße anti-israelische Positionen vertrete. 

Der Ausstieg der USA aus der UN-Kulturorganisation Unesco ist nach Einschätzung des israelischen UN-Botschafters der "Preis für die Diskriminierung Israels". "Die Unesco ist zu einem Schlachtfeld für die öffentliche Beschimpfung Israels geworden und hat ihre wahre Rolle und ihre wahren Ziele vernachlässigt", sagte Israels UN-Botschafter Danny Danon in New York nach einer Mitteilung. Der Rückzug der USA sei ein "Wendepunkt".

Die US-Regierung hatte den Austritt zuvor verkündet und mit "anti-israelischen Tendenzen" in der Unesco und Zahlungsrückständen innerhalb der Organisation begründet. Die "extreme Politisierung" der Unesco sei zu einer "chronischen Peinlichkeit" geworden, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, der Mitteilung zufolge. Die Zugehörigkeit zu anderen UN-Organisationen werde ebenfalls weiter aus dieser Perspektive untersucht werden. 

+++ 18.05 Uhr: Erneut stürmisch in Brandenburg - wieder Todesopfer +++

Eine Woche nach dem heftigen Sturm "Xavier" haben erneut heftige Böen ein Todesopfer und Verletzte gefordert. Eine 75-Jährige wurde in Brandenburg im Kreis Oberspreewald-Lausitz von einem Baum erschlagen, den eine Windböe erfasst hatte. Die Frau gehörte zu einer Gruppe von Radlern. Auch einem 84-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 68 und 78 Jahren wurden verletzt, als der Baum umstürzte. Bundesweit starben wegen "Xavier" sieben Menschen, allein in Brandeburg kamen vier Menschen ums Leben.

+++ 17.56 Uhr: CSU-Vize Weber fordert Verbot von Umfragen kurz vor Wahlen +++

CSU-Vize Manfred Weber ist für ein Verbot von Meinungsumfragen kurz vor Wahlen. "Ein Stück weit manipulieren Umfragen die Wahlentscheidung", sagte Weber der Nachrichtenseite "n-tv". Man sollte sich daher "ernsthaft die Frage stellen, ob es richtig ist, dass noch kurz vor den Wahlen Umfragen veröffentlicht werden." Weber sprach sich für "verbindliche Regeln" und einen Umfrage-Bann für die zwei Wochen vor einer Wahl aus. "Das ist in Europa durchaus üblich, solche Regelungen gibt es in Frankreich, Portugal und in Italien", sagte er. 

+++ 17.45 Uhr: Letzter Air-Berlin-Flug führt am 27. Oktober von München nach Berlin +++

Nach der Pleite und dem Verkauf von Air Berlin wird der letzte Flug der Airline am 27. Oktober von München nach Berlin gehen. Das teilte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage mit. Die Maschine mit der Flugnummer AB6210 startet planmäßig um 21.35 Uhr in München und ist zur Ankunft in Berlin-Tegel um 22.45 Uhr vorgesehen. Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und stellt den Flugbetrieb nun ein. Die Lufthansa übernimmt den größten Teil des Unternehmens.

+++ 17.03 Uhr: Berliner Gericht stellt Furz-Verfahren ein +++

Mindestens 23 Berliner Polizisten haben sich mehr als 17 Stunden lang mit einem Pups beschäftigt. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage des Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) hervor. Anlass der Anfrage war die Anzeige eines Polizisten gegen einen Mann, der bei der Überprüfung seiner Personalien im Februar 2016 vor einer Polizistin zweimal gefurzt haben soll. Das wertete der Gruppenleiter der als Beleidigung und zeigte den Mann an. Knapp ein Jahr später bekam der Mann einen Strafbescheid über 900 Euro, legte Widerspruch ein und musste schließlich vor Gericht erscheinen. Die Richterin stellte das Verfahren nach wenigen Minuten ein.

Der Senat rechtfertigt die Verfolgung des Falls damit, dass die Geschädigte im Fall einer Einstellung privat keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, gegen die vermeintliche Beleidigung vorzugehen. Allein schon die "konsequente Verfolgung des Vergehens und der Eindruck der Hauptverhandlung" hätten dem Angeklagten "das Unrecht seiner Handlung" aufgezeigt, schreibt der Senat in seiner Antwort. 

+++ 16.37 Uhr: New Yorker Polizei leitet Untersuchung gegen Weinstein ein +++

Der Skandal um mutmaßliche sexuelle Attacken hat für den US-Filmproduzenten möglicherweise auch juristische Folgen. Die New Yorker Polizei leitete eine Untersuchung zu einem Vorfall von 2004 ein, wie ein Behördensprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Details wollte er nicht nennen.

Nach Informationen der Zeitung "Daily News" geht es um den Fall der Schauspielerin Lucia Evans. Sie wirft Weinstein vor, er habe sie unter einem Vorwand in ein Hotelzimmer gelockt und zum Oralsex gezwungen. Evans gehört zu einer Gruppe von drei Frauen, die laut Recherchen des Magazins "New Yorker" den Film-Mogul der Vergewaltigung beschuldigen.

+++ 16.24 Uhr: Dax schafft es erstmals über 13.000 Punkte +++

Angetrieben von der -Aktie hat der Deutsche Aktienindex am Nachmittag erstmals die Marke von 13.000 Punkten durchbrochen. Gegen 16.20 Uhr lag der Leitindex bei exakt 13.002,34 Punkten. Der Kurs der Lufthansa zog angesichts der Einigung auf den Kauf von Teilen von Air Berlin um 2,90 Prozent an.

+++ 16.04 Uhr: Polizei auf Amrum findet vergrabene Leiche von vermisstem Flüchtling +++

Ein seit April auf vermisster Flüchtling ist tot. Seine vergrabene Leiche sei heute an der Südspitze der Insel von Suchkräften gefunden worden, teilte die Polizei in Flensburg mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 27-Jährige Iraker von zwei Bekannten getötet wurde. Die 20- und 26-jährigen Amrumer waren bereits vor Entdeckung der Leiche letzte Woche im sächsischen Chemnitz unter dringendem Tatverdacht festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Laut Polizei führte der jüngere der beiden die Beamten nun zu dem Leichnam. Er war in Begleitung seines Anwalts nach Amrum gebracht worden und zeigte den Suchkräften den Ort.

Nach Angaben der Ermittler wohnten der Getötete und die beiden Verdächtigen auf Amrum in einem Mehrfamilienhaus zusammen. Sie gehen von einer sogenannten Beziehungstat unter Bekannten aus, die möglichen Hintergründe des Verbrechens sind jedoch unklar.

+++ 15.55 Uhr: Frau in Australien mutmaßlich von Krokodil getötet +++

Eine 79-Jährige ist in Australien mutmaßlich von einem Krokodil getötet worden. Die Polizei fand Kleidungsstücke und einen Spazierstock mit dem Namen der Seniorin an einem Flussufer. "Wir haben auch biologisches Material gefunden, bei dem wir vermuten, dass es sich um menschliche Überreste handeln könnte", sagte der Polizeichef des Bundesstaats Queensland, Ed Lukin. Zuletzt gesehen wurde die Frau am Dienstag in einem Altenpflegeheim in der touristischen Stadt Port Douglas im Nordosten . Die Polizei geht davon aus, dass die Seniorin an Demenz leiden könnte und sich im Busch verlief. Auch ihre Kleidung "könnte freiwillig abgelegt worden sein", sagte Lukin. "Wir durchforsten das Gebiet weiter und hoffen, sie lebend wiederzufinden."

+++ 15.44 Uhr: Unfallfahrerin lässt schwer verletzte Zehnjährige liegen und flieht +++

Nach einem Verkehrsunfall hat eine Autofahrerin im baden-württembergischen Lörrach ein schwer verletztes zehnjähriges Mädchen einfach an der Unglücksstelle liegen gelassen und ist geflohen. Wie die Polizei in Freiburg mitteilte, war das Kind am Morgen auf dem Fahrrad unterwegs zur Schule, als die Frau in ihrem Wagen plötzlich links abbog und die Schülerin erfasste. Das Mädchen zog sich demnach schwere Verletzungen zu. Die Frau habe jedoch nicht angehalten und sei geflohen.

Die Polizei erfuhr nach eigenen Angaben erst nach etwa einer Stunde von dem Unfall und nahm Ermittlungen auf. Demnach konnte ein Rollerfahrer bereits Hinweise geben. Die Beamten suchen nun einen dunklen, verschmutzten Wagen mit einem Schaden an der rechten hinteren Tür und fahnden nach der etwa 30-jährigen Fahrerin mit gelockten rötlichen Haaren.

+++ 15.36 Uhr: Behörde darf NPD-Funktionär Waffenschein entziehen +++

Eine Behörde darf einem NPD-Funktionär die Erlaubnis zum Besitz von Waffen entziehen. Das hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Er wies die Klage eines Sportschützen aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ab, der zum Zeitpunkt der Klage schon aus der Partei ausgetreten war. Dem Kläger fehle durch seine Betätigung in der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands die erforderliche waffenrechtliche Zuverlässigkeit, urteilten die Kasseler Richter. Daran ändere auch ein Austritt aus der NPD nichts. Eine Revision wurde nicht zugelassen.

Bei der NPD handele es sich laut Bundesverfassungsgericht um eine Vereinigung, "deren Bestrebungen gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichtet seien", so die Richter. Der Kläger habe die Partei durch eine herausgehobene Betätigung unterstützt. Er war Kreisverbandsvorsitzender und Kandidat für die Landtags- und die Bundestagswahl 2013. Personen, die eine solche Organisation in den vergangenen fünf Jahren unterstützt hätten, seien nicht zuverlässig im Sinn des Waffenrechts.

+++ 15.10 Uhr: USA ziehen sich aus Unesco zurück +++

Die USA ziehen sich aus der UN-Kulturorganisaton Unesco zurück. Das Außenministerium in Washington begründete den Schritt unter anderem damit, dass die Organisation eine "grundlegende Reform" brauche und in zunehmendem Maße anti-israelische Positionen vertrete. Die Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova sei formell über die Entscheidung der US-Regierung unterrichtet worden.

+++ 14.52 Uhr: Palästinenser-Regierung übernimmt Kontrolle im Gaza-Streifen zum 1. Dezember +++

Eine palästinensische Einheitsregierung soll spätestens zum 1. Dezember die volle Kontrolle im Gaza-Streifen übernehmen. Auf diesen Schritt einigten sich die Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas in Kairo, wie die ägyptische Regierung mitteilte. Beide Seiten unterzeichneten dort ein Versöhnungsabkommen, das die jahrelange Rivalität unter den Palästinenserführern beenden soll.

+++ 14.10 Uhr: AfD sagt Landesparteitag in NRW ab +++

Der Landesvorstand der AfD in Nordrhein-Westfalen hat entschieden, den für morgen geplanten Parteitag in Wiehl abzusagen. Landeschef Martin Renner sagte dem stern: "Die Sicherheitsbedenken sind zu groß. Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Mitgliedern und den Gästen. Wir mussten davon ausgehen, dass der Schwarze Block sich unter die Gegendemonstranten mischen wollte."

+++ 13.30 Uhr: Spanischer Kampfjet nach Militärparade abgestürzt +++

Ein spanischer Kampfjet ist nach der Teilnahme an der Militärparade anlässlich des Nationalfeiertages abgestürzt. Wie das spanische Verteidigungsministerium mitteilte, kam der Pilot dabei ums Leben. Der Unfall habe sich in der Nähe der Stadt Albacete etwa 250 Kilometer südöstlich von Madrid ereignet. Die Ursache des Unfalls ist unklar. Die Zeitung "El País" berichtete in der Onlineausgabe, der Pilot habe sich nicht rechtzeitig mit dem Schleudersitz retten können. Die Eurofighter-Maschine hatte zuvor an der Flugschau vor tausenden Menschen, darunter auch König Felipe VI., in Madrid teilgenommen.  

+++ 13.22 Uhr: Deutschland ratifiziert Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt +++

Deutschland hat ein internationales Abkommen zum Schutz von Frauen vor Gewalt in Kraft gesetzt. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium, Elke Ferner (SPD), übergab im Europarat in Straßburg die Ratifikationsurkunde für die Istanbul-Konvention. Mit dem Abkommen wird Gewalt gegen Frauen als spezifische Menschenrechtsverletzung eingestuft. Außerdem geht es um Maßnahmen für Prävention, Opferschutz und Strafverfolgung. Die Erklärung gilt damit in 25 Ländern, 19 weitere Staaten haben den Vertrag bereits unterzeichnet. Nicht darunter sind aus dem Kreis der Europarat-Mitglieder Armenien, Aserbaidschan und Russland.

+++ 13.17 Uhr: Paris will herkömmliche Autos bis 2030 verbannen +++

Paris will bis 2030 alle herkömmlichen Autos aus der Stadt verbannen. Laut einem Luftschutzplan der Verwaltung sollen bereits ab 2024 keine Dieselfahrzeuge mehr fahren, ab 2030 sollen die Benziner folgen. Ziel sei, Paris "mittel- und langfristig zu einer CO2-neutralen Stadt zu machen", erklärte die Stadtverwaltung. Damit will Paris Vorgaben der französischen Regierung deutlich früher umsetzen als geplant. Umweltminister Nicolas Hulot hatte im Juli angekündigt, bis 2040 den Verkauf von Dieselautos und Benzinern stoppen zu wollen.

+++ 13.00 Uhr: Wahlleiter verkündet amtliches Endergebnis der Bundestagswahl +++

Der Bundeswahlleiter hat in Berlin das amtliche Endergebnis der Bundestagswahl bekanntgegeben. Die CDU/CSU erreichte 32,9 Prozent (verglichen mit 2013 minus 8,6 Prozent), die SPD 20,5 Prozent (minus 5,2 Prozent), die AfD 12,6 Prozent (plus 7,9 Prozent), die FDP 10,7 Prozent (plus 5,9 Prozent), die Linkspartei 9,2 Prozent (plus 0,6 Prozent) und die Grünen 8,9 Prozent (plus 0,5 Prozent). Auf sonstige Parteien entfielen 5,0 Prozent (2013: 6,2 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 76,2 Prozent (71,5 Prozent). 1,0 Prozent der Zweitstimmen waren ungültig.

Die Union erhält im neuen Bundestag demnach 246 Sitze, die SPD erhält 153 Mandate. Es folgen die AfD mit 94 Sitzen, die FDP mit 80 Mandaten, die Grünen mit 67 und die Linke mit 69 Sitzen. Durch Fraktions- und Parteiaustritte wird die tatsächliche Stärke der AfD-Fraktion im Bundestag allerdings geringer sein.

+++ 12.49 Uhr: Trump hat laut Nordkorea "Zündschnur für Krieg entflammt" +++

Mit seinen martialischen Drohungen gegen Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump nach den Worten des nordkoreanischen Außenministers "die Zündschnur für Krieg entflammt". Ri Yong Ho sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass, Nordkoreas "oberster Führer" Kim Jong Un habe Washington bereits klar zu verstehen gegeben, dass es "vernünftig handeln" und seine Angriffe gegen Nordkorea einstellen müsse.  Sonst drohe den USA, "vor der gesamten Welt unter der Wucht unserer Schläge erniedrigt" zu werde. Trump habe mit seiner "kriegslüsternen und wahnwitzigen" Rede vor der UN-Vollversammlung die Lunte gelegt.

Trump hatte Nordkorea bei seinem ersten Auftritt vor der UNO Ende September mit der "vollständigen Zerstörung" gedroht, sollte es im Streit um seine Atomwaffen- und Raketentests nicht einlenken.

+++ 12.46 Uhr: 23 Tote bei Waldbränden in Kalifornien: Das Schlimmste ist noch nicht überstanden +++

Mindestens 23 Menschen tot, fast 300 vermisst - die Waldbrände in Kalifornien zählen schon jetzt zu den schlimmsten in der Geschichte des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats. Der Kampf gegen die derzeit 22 Großbrände werde noch viele Tage weiter gehen, erklärte die kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde. Fast 70.000 Hektar Land und tausende Häuser wurden bereits zerstört. Mehrere US-Bundesstaaten schickten Löschflugzeuge und Einsatzkräfte zur Unterstützung.

Die Lage in den Gebieten nördlich von San Francisco werde sich "weiter verschlimmern, bevor es besser wird", sagte der Leiter der kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde (Cal Fire), Ken Pimlott. Der Kampf gegen das Feuer werde noch lange dauern. Auch die Zahl der Todesopfer drohe weiter zu steigen.

Jüngsten Behördenangaben zufolge kamen bereits mindestens 23 Menschen ums Leben. Elf Todesfälle wurden aus dem besonders stark von den Bränden betroffenen Weinbaugebiet Sonoma gemeldet, sechs Menschen starben im Bezirk Mendocino. Damit gehören die derzeitigen Brände zu den tödlichsten in der Geschichte Kaliforniens - der Statistik zufolge waren bislang nur fünf noch schlimmer.

+++ 12.41 Uhr: Russland verschiebt Start von Raumfrachter zur ISS auf Samstag +++

Russland hat überraschend den Flug eines Raumfrachters zur Internationalen Raumstation ISS um zwei Tage verschoben. Der Start war eigentlich für heute vorgesehen. Er soll nun am Samstag (voraussichtlich 10.46 Uhr MESZ) am russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan stattfinden, sagte ein Sprecher der Flugleitzentrale bei Moskau. Die Ankunft an der ISS sei voraussichtlich nach zwei Tagen Flugzeit am Montag geplant. Grund für die Verschiebung seien technische Probleme bei der Datenübertragung von der Rakete zur Erde, meldete die Agentur Tass.

Eigentlich sollte die Transportkapsel "Progress MS-07" erstmals auf einer verkürzten Bahn innerhalb von drei Stunden zum Außenposten der Menschheit fliegen. Bislang hatte die Raumfahrtbehörde Roskosmos bemannte wie auch unbemannte Kapseln in sechs Stunden oder in zwei Tagen zur ISS befördert. Roskosmos will die kürzere Flugbahn mit lediglich zwei Erdumrundungen testen, um sie künftig auch für bemannte Flüge anzuwenden.

+++ 12.10 Uhr: Tschechischer Wahlfavorit Babis bleibt unter Stasi-Verdacht +++

Eine Woche vor der Parlamentswahl in Tschechien hat der in allen Umfragen führende Wahlfavorit Andrej Babis eine vorläufige juristische Niederlage erlitten. Wie die Nachrichtenagentur TASR berichtete, hob das Verfassungsgericht der Slowakischen Republik in Kosice (deutsch Kaschau) am Donnerstag ein Gerichtsurteil vom 31. Januar auf, das Babis vom Verdacht der Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Geheimdienst StB reinwaschen sollte. Die untergeordneten Gerichte hätten bei ihrer Entscheidung zugunsten des Politikers Verfahrensregeln verletzt und müssten nochmals neu verhandeln, entschied das Verfassungsgericht.

Der in Tschechien als Politiker und Unternehmer erfolgreiche Multimilliardär führt in seiner ursprünglichen Heimat Slowakei seit Jahren einen Streit um seine angebliche Mitarbeit beim tschechoslowakischen Staatssicherheitsdienst StB. Er will dem in etwa mit der deutschen Gauck-Behörde vergleichbaren Institut des Nationalen Gedächtnisses UPN verbieten, ihn als Informellen Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes aufzulisten.

+++ 11.29 Uhr: Zehn Festnahmen nach Tod von US-Student bei Aufnahmeritual in Bruderschaft +++

An einer Universität im US-Bundesstaat Louisiana soll ein Gruppe Studenten einen Kommilitonen zu Tode schikaniert haben. Zehn Verdächtige wurden am Mittwoch festgenommen, wie die Louisiana State University mitteilte. Ihnen werde schweres Fehlverhalten vorgeworfen, dem mutmaßlichen Anführer sogar fahrlässige Tötung.

Die Studenten, darunter auch Ehemalige, sollen den Studienanfänger im September bei Aufnahmeritualen in einer Studentenvereinigung gezwungen haben, große Mengen Alkohol zu trinken. Der 18-Jährige sei daraufhin an den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums gestorben, wie die staatliche Universität weiter mitteilte.

US-Medienberichten zufolge kam der junge Mann mit einem Blutalkoholpegel ins Krankenhaus, der über dem Sechsfachen des legalen Grenzwerts lag. Der 18-Jährige sei noch am selben Tag verstorben. Die Zeitung "The Advocate" berichtete unter Berufung auf Polizeiakten, dass der mutmaßliche Haupttäter der "mit Abstand Aggressivste" bei dem Aufnahmeritual namens "Bibelstudium" gewesen sei. Bei dem Ritual muss das Opfer bei jeder falsch beantworteten Frage Alkohol trinken. 

Nach dem Tod des Studenten setzte die Universität alle geplanten Veranstaltungen von Studentenvereinigungen aus. Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, forderte alle staatlichen Universitäten und Colleges zu entsprechenden Maßnahmen und Kontrollen auf.

+++ 11.05: U-Boot-Fall Kim Wall - Säge in Bucht bei Kopenhagen gefunden +++

Neues makaberes Detail im Fall Kim Wall: Taucher haben in einer Bucht, in der auch Leichenteile der schwedischen Journalistin geborgen worden waren, eine Säge entdeckt. Das Werkzeug sei nahe der Route gefunden worden, die der mordverdächtige Erfinder Peter Madsen nach bisherigen Erkenntnissen mit seinem U-Boot fuhr, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Die Säge werde nun von Kriminaltechnikern untersucht.

Madsen wird vorgeworfen, die Journalistin Wall an Bord seines selbstgebauten U-Bootes ermordet und dann über Bord geworfen zu haben. Teile ihrer Leiche wurden später in der Bucht gefunden, Kopf und Beine waren abgesägt worden.

Der Erfinder stellte Walls Tod als Unfall dar - ihr sei ein schweres Luk auf den Kopf gefallen. Zersägt habe er sie nicht. An dem später gefundenen Schädel entdeckte die Polizei jedoch keine Spuren eines Schlages. Die Todesursache der Frau steht noch nicht fest.

+++ 11.01 Uhr: Tschechien schließt sich Wiener Maut-Klage nicht an +++

Bei der Klage gegen die deutsche Pkw-Maut kann Österreich nicht auf Tschechien als Verbündeten vor dem EU-Gerichtshof zählen. "Wir haben entschieden, uns der Klage nicht anzuschließen", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Prag am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Man werde die Situation beobachten und prüfen, welche weiteren Schritte unternommen werden könnten.

Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka von den Sozialdemokraten (CSSD) hatte die deutsche Mautregelung als "nicht ganz fair" kritisiert. Zugleich warnten Politiker verschiedener Lager vor einer Verschlechterung der Beziehungen zu Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Handelspartner des Industrielandes. In Tschechien gibt es auf Autobahnen eine Pkw-Maut auf Vignettenbasis.

+++ 10.48 Uhr: Mutter und Sohn überleben zehn Tage in australischer Wildnis +++

Nach einer missglückten Wanderung haben eine Mutter und ihr neunjähriger Sohn in der australischen Wildnis zehn Tage ohne Vorräte überlebt. Nach Angaben der Rettungskräfte sammelten die beiden Vermissten Wasser mit Hilfe von Blättern, teilten sich ein Paar Schuhe und banden Gras um Baumstämme, um Suchtrupps auf sich aufmerksam zu machen. Sie seien trotz der Strapazen in einer "guten körperlichen Verfassung" gewesen - wenn auch etwas dehydriert, sagte der Chef der Rettungskräfte im Bundesstaat New South Wales, Andrew Steenson, am Donnerstag.

Die 40-jährige Frau und ihr Sohn hatten nur eine zweistündige Wanderung im Mount Royal National Park in der Region Hunter etwa 240 Kilometer nördlich von Sydney geplant, sich dann aber verlaufen, berichtete die Zeitung "Newcastle Herald" unter Berufung auf die Polizei.

Die Region ist "ziemlich feindlich in manchen Gegenden", sagte Steenson. Die Retter suchten demnach vier Tage lang nach den beiden, nachdem ihr Auto auf einem Parkplatz des Nationalparks entdeckt worden war.

+++ 10.32 Uhr: Gangster wollten Boss befreien: ein Toter bei Verfolgungsjagd +++

Die Gangster wollten sogar einen Hubschrauber benutzen: Polizisten haben in den Niederlanden einen spektakulären Ausbruchsversuch vereitelt und im Kugelhagel einen Fluchthelfer tödlich verwundet. Zuvor hatte es nahe Roermond eine Verfolgungsjagd gegeben. Wie die Polizei am Donnerstag berichtete, sollte am Mittwoch offensichtlich ein führendes Mafiamitglied befreit werden. Der Plan flog allerdings auf, die Beamten verhinderten nach eigenen Angaben die geplante Entführung eines Helikopters im Raum Limburg im Süden der Niederlande.

Es kam zu einer Verfolgungsjagd und zu einem Schusswechsel. Dabei wurde einer der mutmaßlichen Kriminellen in Roosteren nahe der deutsch-niederländischen Grenze so schwer verletzt, dass er später starb. Zwei weitere Verdächtige wurden festgenommen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten sollte vermutlich der verurteilte Kriminelle Benaouf A. aus dem Gefängnis von Roermond befreit werden. Er gilt als einer der führenden Köpfe der Amsterdamer Unterwelt und sitzt zurzeit eine zwölfjährige Gefängnisstrafe wegen eines Mordes im Drogenmilieu ab. Auch auf ihn selbst war in Amsterdam schon ein Anschlag verübt worden, bei dem zwei andere Männer erschossen wurden.

+++ 10.25 Uhr: Österreich bringt Klage gegen Deutschland wegen Pkw-Maut ein +++

Im Streit um die deutsche Pkw-Maut wird Österreich eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) einbringen. Die geplante Einführung der Maut sei diskriminierend, sagte Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) am Donnerstag in Wien. Die EU-Kommission habe eine dreimonatige Frist für eine Stellungnahme verstreichen lassen und damit den Weg für das schon länger angedrohte Gerichtsverfahren frei gemacht, fügte er hinzu.

"Die deutsche Maut ist eine Ausländermaut", sagte Leichtfried, das werde sich Österreich nicht gefallen lassen. Die EU-Kommission habe die Augen bei der deutschen Pkw-Maut "fest zugedrückt". Die Europäische Union müsse aber eine Solidargemeinschaft sein, es dürfe nicht das Gesetz des Stärkeren gelten, zitierte APA den Verkehrsminister. Die Kommission in Brüssel habe es versäumt, für "Recht und Fairness" zu sorgen.

+++ 9.53 Uhr: Deutschland verlängert Grenzkontrollen um weitere sechs Monate +++

Deutschland verlängert seine Grenzkontrollen um weitere sechs Monate. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) begründete die Entscheidung am Donnerstag mit Terrorgefahr, Defiziten beim Schutz der EU-Außengrenzen sowie illegaler Migration innerhalb des Schengenraums. Deutschland hatte wegen der hohen Flüchtlingszahlen im September 2015 Kontrollen an der österreichischen Grenze eingeführt; die EU-Kommission drängt schon lange darauf, die Kontrollen wegen der Flüchtlingskrise auslaufen zu lassen.

+++ 9.47 Uhr: Zeuge: Vier Männer an Ermordung des Kim-Halbbruders beteiligt +++

In die Ermordung des Halbbruders des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un sollen laut einem Zeugen vier Männer verwickelt gewesen sein. Zwei seien auf Videoaufzeichnungen zu sehen, wie sie am Internationalen Flughafen von Kuala Lumpur den zwei wegen Mordes an Kim Jong Nam angeklagten Frauen vor der Giftattacke eine Flüssigkeit geben, sagte ein Polizist vor Gericht am Donnerstag in der malaysischen Hauptstadt. Ein dritter Mann werde verdächtigt, die beiden Frauen angeheuert zu haben. Ein vierter soll einen der beiden Männer im Flughafen beauftragt haben.

Die beiden Angeklagten, eine 25-jährige Indonesierin und eine 29-jährige Vietnamesin, sollen am 13. Februar 2017 das hochgiftige Nervengas VX in Kims Gesicht gedrückt haben, als dieser im Flughafen auf seinen Abflug wartete. Die Frauen hatten sich am ersten Prozesstag Anfang Oktober für unschuldig erklärt. Ihnen droht im Fall einer Verurteilung die Todesstrafe. Vermutet wird, dass hinter dem Anschlag der nordkoreanische Geheimdienst steckt. Die Führung des kommunistischen Staates weist alle Vorwürfe zurück.

Kim Jong Nam war der in Ungnade gefallene älteste Sohn des langjährigen Machthabers Kim Jong Il (1941-2011) aus einer früheren Ehe. Die letzten Jahre hatte sich der 45-Jährige außerhalb Nordkoreas aufgehalten. Mehrfach äußerte er sich kritisch über sein Heimatland. Als Regimegegner galt er jedoch nicht.

+++ 9.17 Uhr: Lufthansa unterschreibt Kaufvertrag für Air Berlin +++

Die Lufthansa und Air Berlin unterzeichnen nach Lufthansa-Angaben heute einen Kaufvertrag für große Teile des Unternehmens. Für 12.00 Uhr sei der Notartermin geplant, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag in Berlin. Für 12 Uhr sei der Notartermin geplant. "In der Tat ist das heute ein großer Tag, den wir in ein paar Stunden mit der Unterschrift besiegeln", sagte Spohr.

Air Berlin - die nach Lufthansa bisher zweitgrößte deutsche Fluglinie - hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des Bundes über 150 Millionen Euro gesichert.

+++ 8.10 Uhr: Seebeben erschüttert Ägäis-Inseln +++

Ein Seebeben der Stärke 4,8 hat in der Nacht zum Donnerstag die griechischen Inseln in der nördlichen Ägäis erschüttert. Das Zentrum lag etwa zehn Kilometer unter dem Meeresboden zwischen den Sporadeninseln Alonnisos und Skyros. Das Beben war jedoch auch noch im rund 130 Kilometer entfernten Athen zu spüren, wie griechische Medien am Morgen berichteten. Von Schäden wurde zunächst nichts bekannt.

+++ 8.05 Uhr: Luxusmodehaus Gucci verzichtet künftig auf Pelz +++

Das italienische Luxusmodehaus Gucci verbannt Pelzmode aus seinem Sortiment. Der Verzicht auf die Verarbeitung von Tierfellen werde ab der kommenden Frühjahrskollektion gelten, kündigte Gucci-Chef Marco Bizzarri am Mittwochabend in London an. Die Altbestände an Pelzmode sollten auf einer Wohltätigkeitsauktion versteigert werden, der Erlös werde an die Tierschutzorganisationen Humane Society International und LAV gespendet.

Gucci wolle mit dem Pelzverzicht demonstrieren, "dass Nachhaltigkeit ein Kernbestand unseres Geschäfts" sei, sagte Bizzarri. Der Luxuskonzern werde zudem der Fur Free Alliance beitreten - einer Gruppierung aus mehr als 40 Organisationen, die für Tierrechte und für Alternativen zur Pelzverarbeitung in der Modebranche eintreten.

Tierschützer zeigten sich erfreut über die Entscheidung. Dass der renommierte italienische Konzern auf Pelz verzichte, werde "in der gesamten Modewelt Wellen schlagen", erklärte die Präsidentin der Humane Society International, Kitty Block. "Der Pelzverzicht von Gucci ist wirklich bahnbrechend." Im vergangenen Jahr hatte bereits das Modehaus Armani angekündigt, keine Pelze mehr zu verarbeiten.

+++ 8.02 Uhr: Mindestens 37 Tote bei Überschwemmungen in Vietnam +++

Schwere Unwetter haben in Teilen von Vietnam mindestens 37 Menschen das Leben gekostet. Weitere 40 galten nach heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen als vermisst, wie die Nationale Katastrophenschutzbehörde am Donnerstag mitteilte. Die Regierung in Hanoi hat 7000 Hilfskräfte und Soldaten mobilisiert, um Betroffenen zu helfen.

Ein tropisches Tiefdruckgebiet war seit Anfang der Woche mit starkem Regen über den Norden und die Mitte des Landes hinweggezogen. Vielerorts zerstörten die Überschwemmungen Häuser, Straßen und Brücken. Das Tiefdruckgebiet nahm Kurs auf das benachbarte Laos.

Meteorologen erwarteten aber auch am Donnerstag für Vietnam weitere heftige Regenfälle. Örtliche Medien zeigten Bilder von Menschen, die sich vor den Fluten auf die Dächer ihrer Häuser gerettet hatten. Mehr als 200 Häuser seien völlig zerstört worden, fast 17 000 stünden unter Wasser, hieß es. Auch Tausende Tiere seien verendet.

+++ 7.17 Uhr: Hamas vermeldet Durchbruch bei Versöhnungsgesprächen mit Fatah +++

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hat einen Durchbruch in den Versöhnungsverhandlungen mit der rivalisierenden Fatah-Bewegung verkündet. Eine am Donnerstagmorgen verbreitete Erklärung des Büros von Hamas-Chef Ismail Hanija nannte zunächst aber keine Einzelheiten zu der Vereinbarung. Von Fatah-Seite hieß es, zum Stand der Verhandlungen werde es am Mittag eine Pressekonferenz am Tagungsort in Kairo geben.

Die beiden Palästinenserorganisationen standen sich seit Jahren feindlich gegenüber. Die radikalislamische Hamas ist seit 2007 im Gazastreifen an der Macht. Sie hatte sich dort in bewaffneten Auseinandersetzungen gegen die gemäßigte Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas durchgesetzt. Die Fatah regiert im Westjordanland.

+++ 4.05 Uhr: Italienerin erhält zwei bezahlte Urlaubstage für Pflege ihres kranken Hundes +++

Eine Italienerin hat sich zwei bezahlte Urlaubstage erkämpft, damit sie sich um ihren kranken Hund kümmern kann. Das teilte die Tierschutzorganisation LAV mit. Die alleinstehende Angestellte einer römischen Universität konnte zwei Tage lang nicht bei der Arbeit erscheinen, weil sie ihren kranken Hund pflegen und ihn zum Tierarzt bringen musste. Mit der juristischen Unterstützung der Tierschutzorganisation LAV erreichte die Italienerin, dass ihr beide Fehltage als bezahlter Urlaub angerechnet werden - "aus schwerwiegenden persönlichen oder familiären Gründen". Die Entscheidung der Universität ist ein Novum in Italien. Die Frau berief sich auf ein Gesetz, in dem eine schwere Strafe bei Missachtung des Tierwohls verankert ist. 

+++ 3.32 Uhr: New Yorker Ex-Bürgermeister kündigt Großspende für Klimaschutzkampagne an +++

Als Reaktion auf die Abschaffung des Klimaschutzplans von Ex-Präsident Barack Obama hat der Milliardär und frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg eine riesige Spende an eine Umweltschutzorganisation angekündigt. Seine Spende von 64 Millionen Dollar (54 Millionen Euro) solle insbesondere der 2011 gestarteten Kampagne "Jenseits der Kohle" der Umweltorganisation Sierra Club zugute kommen, erklärte Bloomberg am Mittwoch in  Washington.

Die Kampagne dringt auf die Schließung von alten klimaschädlichen Kohlekraftwerken und finanziert die Umschulung von ehemaligen Bergarbeitern. Bloomberg kritisierte die Entscheidung der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegen Obamas "Clean Power Plan": "Die Abschaffung ist ein Fehler, aber wir machen mit Wärmekraftwerken enorme Fortschritte bei der Eindämmung der Verschmutzung durch Kohle und wir werden das auch ohne die Unterstützung Washingtons weiterhin tun." 

+++ 3.04 Uhr: Nach 13 Jahren geht die UN-Blauhelmmission auf Haiti zu Ende +++

Nach 13 Jahren ziehen die Vereinten Nationen ihre Blauhelme aus Haiti ab. Die letzten Soldaten der UN-Stabilisierungsmission in Haiti (Minustah) sollen am kommenden Sonntag den Karibikstaat verlassen. Direkt im Anschluss nimmt die neue UN-Mission Minujusth ihre Arbeit auf. Etwa 1300 Polizeikräfte werden das Land künftig bei der Ausbildung von Beamten unterstützen, den Rechtsstaat stärken und die Einhaltung von Menschenrechten überwachen.

Bis zu 4900 Blauhelmsoldaten waren während der Minustah-Mission in Haiti stationiert. Die Gesamtkosten für den Einsatz betrugen rund 7,2 Milliarden US-Dollar. Einen wichtigen Beitrag leisteten die UN-Soldaten nach dem verheerenden Erdbeben 2010. 

Nach blutigen Machtkämpfen und dem Sturz von Präsident Jean Bertrand Aristide waren die Blauhelme 2004 in Haiti eingerückt, um dem verarmten Land den Weg zur Demokratie zu ebnen. Tatsächlich hat sich die Sicherheitslage deutlich verbessert und die politische Lage etwas stabilisiert. Allerdings waren die UN-Soldaten auch in eine Reihe von Skandalen verwickelt. So sollen Blauhelme zahlreiche Sexualverbrechen verübt und die Cholera eingeschleppt haben. 

+++ 2.15 Uhr: Frau gerät in Karlsruhe zwischen Bahnsteigkante und Zug und stirbt +++

Eine Frau ist am Mittwochabend bei einem Unfall am Karlsruher Hauptbahnhof ums Leben gekommen. Die 68-Jährige wollte ihrem bereits davonfahrenden Regionalzug nach Offenburg hinterhereilen und geriet dabei zwischen Bahnsteigkante und Zug, wie die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mitteilte. Sie geriet unter den Zug und starb später im Krankenwagen an ihren schweren Verletzungen. Der Lokführer hatte das Unglück nicht bemerkt und setzte seine Fahrt fort. 

+++ 00.38 Uhr: Mindestens elf Tote bei Anschlag im Irak +++

Ein Selbstmordattentäter hat am Mittwochabend in Heet westlich der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens elf Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Polizeiangaben hatte der Mann ein Café im Stadtzentrum betreten und dort seine Sprengstoffweste gezündet. Mindestens 20 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt. Über ihr Sprachrohr Amak beanspruchte die Terrormiliz Islamischer Staat die Attacke für sich. 

+++ 00.34 Uhr: Der nächste Hurrikan: "Ophelias" Winde könnten nach Irland reichen +++

Über dem Atlantik ist der tropische Sturm "Ophelia" zu einem Hurrikan hochgestuft worden. Nach Berichten von US-Medien ist es der zehnte Sturm in unmittelbarer Folge, der den Status eines Hurrikans zuerkannt bekommen hat. Das habe es in einer Hurrikansaison zum letzten Mal im Jahr 1893 gegeben.

Die Karte mit der Windvorhersage des nationalen Hurrikanzentrums der USA zeigte in der Nacht zum Donnerstag ein sehr ungewöhnliches Bild: Statt in Richtung der Karibik oder dem US-Festland zeigen "Ophelias" Ausläufer auf Europa. Demnach könnten die Winde des Hurrikans am Montag bis nach Irland und Großbritannien reichen. Die Vorhersage der Meteorologen spricht aber von keinerlei Schäden. 

+++ 00.29 Uhr: Zahl der Todesopfer bei Waldbränden in Kalifornien auf 21 gestiegen +++

Durch die Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien sind nach neuen Angaben bereits mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Die Opferzahl drohe weiter zu steigen, sagte der Leiter der kalifornischen Wald- und Feuerschutzbehörde (Cal Fire), Ken Pimlott, am Mittwoch vor Journalisten. Damit gehören die derzeitigen Brände zu den tödlichsten in der Geschichte Kaliforniens.

Elf Todesfälle wurden aus dem besonders stark von den Bränden betroffenen Weinbaugebiet Sonoma gemeldet, sechs Menschen starben im Bezirk Mendocino. Jeweils zwei Todesopfer gab es nach Behördenangaben in den Bezirken Napa und Yuba.

Die Feuerwehr werde noch lange gegen die Waldbrände zu kämpfen haben, sagte Pimlott. "Wir haben immer noch die Auswirkungen von fünf Jahren Dürre", fügte er hinzu. Die ausgedörrten Pflanzen seien im wahrsten Sinne des Wortes "explosiv".

Die Feuerwehr kämpft derzeit gegen 22 Waldbrände, bereits knapp 69.000 Hektar Land wurden zerstört. 25.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, mehr als 3500 Wohnhäuser und Unternehmen wurden durch die Feuer zerstört, darunter mehrere Weingüter in Sonoma und Napa. Allein im Bezirk Sonoma wurden noch hunderte Menschen vermisst. Die Behörden zeigten sich "aber zuversichtlich, dass die meisten dieser Menschen wohlauf wiedergefunden und mit ihren Liebsten vereint werden".

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hat den Notstand für acht Bezirke ausgerufen. US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits den Katastrophenfall, um Bundesmittel für die betroffene Region freizugeben.

tyr/fs/DPA/AFP

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