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Kühlsystem in drittem Atomkraftwerk ausgefallen

Nach Fukushima 1 und Onagawa wurden in Japan auch aus dem AKW Tokai Probleme gemeldet. Der Reaktor wird aber wohl ausreichend gekühlt. Tag 2 nach der Katastrophe in der Rückschau.

Die aktuelle Lage in Japan im Live-Ticker

+++ 18:19 Uhr: Millionen-Schäden durch Tsunami in Kalifornien +++

In Kalifornien hat der Tsunami nach dem Erdbeben vor Japan Schäden in Höhe von mindestens 50 Millionen Dollar (rund 36 Millionen Euro) angerichtet. Dabei handele es sich aber lediglich um eine vorläufige Prognose, sagte Geologie-Professorin Lori Dengler von der kalifornischen Humboldt State University. "Das wird noch steigen", sagte die Direktorin des Erdbebenzentrums der Hochschule. "Es wird für Kalifornien zu einer teuren Angelegenheit werden."

+++ 17.52 Uhr: Reaktor Tokai wird ausreichend gekühlt +++

Der Reaktor Tokai zwei wird trotz des Ausfalls von zwei Dieselgeneratoren durch den funktionierenden dritten Generator ausreichend gekühlt, wie der AKW-Betreiber Japan Atomic Power mitteilte. Die Anlage befindet sich rund 120 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio und hatte sich bei dem Beben am Freitag automatisch abgeschaltet.

+++ 17.10 Uhr: Kühlsystem in Tokai ausgefallen +++

In einem dritten Atomkraftwerk in Japan ist am Sonntag das Kühlsystem ausgefallen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet. Es handelt sich um das AKW Tokai an der Ostküste südlich von Fukushima.

+++ 16.31 Uhr: Schäden auf 34,6 Mrd. Dollar geschätzt +++

Der Schaden durch das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans wird Versicherer nach Einschätzung von Experten bis zu 34,6 Milliarden Dollar (25,1 Milliarden Euro) kosten. Mindestens lägen die versicherten Schäden an Privatgebäuden bei 14,5 Milliarden Dollar, teilte die US-Risikoanalysegesellschaft AIR Worldwide am Sonntag mit.

+++ 16.21 Uhr: Tokioter Börse will Montag wie gewohnt arbeiten +++

Die Tokioter Börse und die anderen japanischen Finanzmärkte sollen trotz der Tsunami- und Atomkatastrophe am Montag wie gewohnt arbeiten. Der für die Märkte zuständige Minister Shozaburo Jimi erklärte am Sonntag, die Behörden würden besonders auf Versuche von Manipulationen achten. Das gelte besonders für das Verbot von Leerverkäufen.

+++ 16.16 Uhr: Atomgegner demonstrieren in Gorleben +++

Angesichts der Atomkatastrophe in Japan demonstrieren im niedersächsischen Gorleben mehrere hundert Kernkraftgegner für einen Atomausstieg. Zunächst hätten rund 30 Traktoren die Zufahrt zu dem Lager verstellt, anschließend hätten über 400 Demonstranten das Gelände vorübergehend besetzt, erklärt der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, Wolfgang Ehmke. Die Polizei spricht von mehr als 200 Teilnehmern. "So viel ist sicher, dass nichts sicher ist", sagte Ehmke. "Schaltet die Reaktoren endlich ab!"

+++ 16.05 Uhr: SPD-Chef Gabriel will ältere AKW sofort abschalten +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat angesichts der Atomkatastrophe in Japan die sofortige Abschaltung älterer deutscher Atomkraftwerke gefordert. Ein Super-GAU sei auch in Deutschland "keine rein theoretische Rechengröße", sagte Gabriel am Sonntag in Berlin. Dies hätten frühere Fälle wie die in Harrisburg (USA) und Tschernobyl (Ukraine) gezeigt. Zwar seien derart schwere Erbeben mit anschließendem Tsunami wie in Japan in Deutschland und Europa nicht denkbar, aber auch hier seien Stromausfälle möglich, sagte der frühere Bundesumweltminister.

+++ 16.05 Uhr: Tepco will Strom zeitweise abschalten +++

Wegen des Ausfalls zahlreicher Kraftwerke nach dem schweren Erdbeben hat der Energieversorger Tepco ab Montag Stromabschaltungen im Osten Japans angekündigt. Tepco habe von der Regierung die Erlaubnis erhalten, ganze Regionen einschließlich des Großraums um die Hauptstadt Tokio vom Stromnetz zu nehmen, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Geplant sei, in fünf Zonen des Versorgungsgebiets von Tepco die Stromversorgung nacheinander jeweils für drei Stunden abzuschalten. Die Blackouts sollen dabei tagsüber in der Zeit zwischen zehn Uhr vormittags und 18.00 Uhr erfolgen.

+++ 15.43 Uhr: 600.000 Menschen in Sicherheit gebracht +++

In Japan haben bereits fast 600.000 Menschen die von der Katastrophe betroffenen Gebiete verlassen. Dies teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Sonntag in Genf mit. Etwa 380.000 Japaner aus den von dem Erdbeben und den Tsunami-Wellen betroffenen Gebieten seien in gut 2000 Notunterkünften untergebracht worden. Hinzu kämen etwa 210.000 Menschen, die in der Nähe des Atomkraftwerks Fukushima 1 wohnten. Dort waren wegen des Erdbebens vom Freitag Teile des Kühlsystems ausgefallen, die Behörden befürchten, dass es in zwei Reaktoren zur Kernschmelze kam.

+++ 15.36 Uhr: Kontakt zur Hälfte der vermissten Deutschen +++

Nach Angaben des Fernsehsender n-tv konnte zu etwa der Hälfte der 100 in Japan vermissten Deutschen Kontakt aufgenommen werden.

+++ 15.31 Uhr: Radioaktivität durch Leck in AKW verursacht +++

Der Anstieg der Radioaktivität im Atomkraftwerk Onagawa ist einer japanischen Agentur zufolge Ergebnis des Lecks im Kraftwerk Fukushima. Die Betreibergesellschaft Tohoku sehe keine Probleme bei der Kühlung von Onagawa.

+++ 15.18 Uhr: Vulkan im Südwesten bricht aus +++

Nach Erdbeben, Tsunami und Atomunfällen jetzt auch noch das: Im Südwesten Japans hat am Sonntag der Vulkan Shinmoedake Asche und Gestein in die Atmosphäre geschleudert. Die Asche sei dabei bis in eine Höhe von 4000 Metern gelangt, teilten die Behörden mit. Sie beschränkten zugleich den Zugang im Gebiet um den Vulkan. Der 1420 Meter hohe Shinmoedake war im Januar erstmals seit 52 Jahren wieder ausgebrochen, in den vergangenen zwei Wochen herrschte aber Ruhe.

+++ 14.57 Uhr: Behörden rufen Notstand in weiterem AKW aus +++

In Japan haben die Behörden den nuklearen Notstand in einem weiteren Atomkraftwerk ausgerufen. Für das Kraftwerk Onagawa sei wegen überhöhter Werte von Radioaktivität die niedrigste Notstandsstufe erklärt worden, teilte die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Sonntag in Wien mit. Japan hatte nach dem schweren Erdbeben vom Freitag zunächst einen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima 1 gemeldet, wo die Regierung mittlerweile eine Kernschmelze in zwei Reaktoren befürchtet.

+++ 14.50 Uhr: Deutsche Kerntechniker sollen am Abend ausreisen +++

Die deutschen Kerntechniker, die sich während des Erdbebens im Gebiet rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima aufgehalten haben, sollen bald nach Hause kommen. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Sonntag mitteilte, befinden sich die Fachleute bereits am Flughafen in der Hauptstadt Tokio und reisen vermutlich noch am Abend aus. Die deutsche Botschaft sei dabei behilflich.

+++ 14.47 Uhr: 100.000 Soldaten mobilisiert +++

Nach dem Erdbeben und dem Tsunami im Nordosten Japans hat die Regierung in Tokio 100.000 Soldaten für den Hilfseinsatz mobilisiert. Aus der ganzen Welt trafen zudem am Wochenende Helfer und Suchteams ein, auch das Technische Hilfswerks (THW) ist mit 45 Mitarbeitern vor Ort.

+++ 14.30 Uhr: 22 Menschen wegen Radioaktivität ins Krankenhaus +++

Bisher mussten 22 Menschen wegen erhöhter Radioaktivität im Krankenhaus behandelt werden.

+++ 14.29 Uhr: Greenpeace wirft Japan Vertuschung vor +++

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat der japanischen Regierung vorgeworfen, entscheidende Informationen zu dem schweren Atomunfall zu verschweigen und so die Menschen massiv zu gefährden. "Es ist unverantwortlich, wie die japanische Regierung und die Betreibergesellschaft dort ihre Informationspolitik betreiben", sagte Christoph von Lieven, Energie-Experte bei Greenpeace. Die Atomkraftwerke seien abgesperrt, es gebe keine unabhängigen Messungen der ausgetretenen Radioaktivität und "keine Berichte der Regierung und der Betreibergesellschaft, denen man trauen kann".

+++ 14.11 Uhr: Wind treibt radioaktive Luft aufs Meer +++

Das Wetter scheint auch zu Beginn der neuen Woche auf der Seite Japans zu stehen: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, zieht der Wind weiterhin aufs offene Meer hinaus und treibt die radioaktiv verseuchte Luft weg von den Menschen. "Es gibt allerdings ein Problem in Form von aufziehenden Tiefdruckgebieten", warnt Meteorologe Christoph Hartmann. "Dadurch könne der Wind vorübergehend drehen, auch in Richtung Tokio."

+++ 13.53 Uhr: Regierungssprecher korrigiert sich zu Kernschmelze +++

Ein japanischer Regierungssprecher hat seine eigenen Aussagen über eine Kernschmelze im erdbebenbeschädigten Kraftwerk Fukushima Eins zurückgenommen. Der Sprecher sagte, es habe im Reaktor 3 am Sonntag keine Kernschmelze stattgefunden. Radioaktive Strahlungswerte im Kraftwerk überschritten am Sonntag die zugelassenen Werte, doch der Sprecher versicherte, es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Am Morgen hatte es geheißen, dass eine "geringe Kernschmelze" nicht auszuschließen sei.

+++ 13:38 Uhr: Möglicherweise auch Deutsche unter Tsunami-Opfern in Japan+++

Unter den Opfern der Tsunami-Katastrophe in Japan sind möglicherweise auch Deutsche. Die Bundesregierung habe noch nicht zu allen in dem betroffenen Gebiet lebenden 100 Deutschen Kontakt aufnehmen können, sagte Außenminister Guido Westerwelle am Sonntag in Prüm in der Eifel. Bisher gebe es aber keine konkreten Hinweise, dass Deutsche zu Schaden gekommen sind. "Ausschließen kann ich es in Anbetracht dieser enormen Naturkatastrophe natürlich nicht", fügte Westerwelle hinzu.

+++ 13.35 Uhr: Weiteres schweres Erdbeben befürchtet +++

Nach dem Erdbeben und dem darauffolgenden Tsunami bereitet sich Japan auf ein weiteres schweres Beben vor. Es gebe eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent, dass das Land in den kommenden drei Tagen von einem Erdbeben der Stärke "sieben oder mehr" erschüttert werde, sagte Takashi Yokota von der Wetterbehörde am Sonntag. Ein solches Beben könnte erneut Gebäude zerstören und einen Tsunami auslösen. Seit der Katastrophe vom Freitag waren bereits hunderte kleinere Beben nachgefolgt.

+++ 13.07 Uhr: Kan spricht von historischer Notlage +++

Nach dem verheerenden Erdbeben und der Tsunamiwelle sieht Japans Ministerpräsident Naoto Kan sein Land vor einer historischen Notlage. Kan bezeichnete die Katastrophe - auch im Blick auf die Atomkraftwerke - als schlimmste Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Zur Überwindung der Krise komme es nun auf jeden einzelnen Japaner an, so Kan weiter. Die Lage im Umkreis von Fukushima bezeichnete Kan als alarmierend. Nach dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem anschließenden Tsunami berichteten verschiedene Quellen am Wochenende über Kernschmelzen in zwei Reaktoren des Atomkomplexes.

+++ 12.07 Uhr: Experten fürchten Nikkei-Absturz +++

Das verheerende Erdbeben vom Freitag wird Japans Aktienmärkte weiter unter Druck setzen. Experten befürchteten am Sonntag, dass der Nikkei-Index zum Wochenbeginn unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten fallen wird.

+++ 11.12 Uhr: Heidelberger Professor rät zu Steuererhöhung +++

Japan wird die Folgen Erdbebens nach Einschätzung des Japanologen Harald Fuess relativ rasch überwinden. "Das Land ist viel schneller als beispielsweise Deutschland, wenn es darum geht, Häuser und Straßen zu reparieren", sagte der Heidelberger Professor. Der Wiederaufbau werde die Verschuldung Japans, die aktuell bei rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liege, nach oben treiben. "Die Regierung muss sich aber nur trauen, die Mehrwertsteuer von derzeit fünf Prozent heraufzusetzen, dann bekommt sie das Problem schnell in den Griff", meinte Fuess.

+++ 11.01 Uhr: RWE hält an Laufzeitverlängerung fest +++

Trotz der in Japan drohenden Nuklearkatastrophe steht die Laufzeitverlängerung für deutsche Atomanlagen nach Ansicht des Energiekonzerns RWE nicht in Frage. "Naturkatastrophen in der Größenordnung wie der Tsunami in Japan sind in Europa einfach nicht zu erwarten", sagte der RWE-Technikvorstand Gerd Jäger der "Welt am Sonntag". Obwohl einer der betroffenen Atommeiler in Japan mehrere Jahrzehnte alt ist und andere, jüngere Kraftwerke das Erdbeben unbeschadet überstanden, sieht Jäger keinen Grund, die Laufzeitverlängerung bis 2035 zu überdenken. Alter sei kein Maßstab für die Sicherheit einer Anlage. "Entweder ein Atomkraftwerk erfüllt die Sicherheitsanforderungen oder nicht."

+++ 10.48 Uhr: Regierung warnt vor Stromknappheit +++

Die Regierung in Tokio warnt vor einer Stromknappheit, die eine Rationierung des Stroms nötig machen werde. Industrieminister Banri Kaieda fordert vor allem Unternehmen auf, ihren Stromverbrauch auf das "strikte Minimum" zu reduzieren. Bereits am Vortag hatte der Energieversorger Tokyo Electric Power (Tepco), der die Hauptstadt Tokio und ihre Umgebung versorgt, Privatverbraucher zum Stromsparen aufgerufen. Neben Tepco liefert auch das Unternehmen Tohoku Electric Power Strom für den Osten Japans.

+++ 10.09 Uhr: Regierung berät über Steuererhöhungen +++

Regierungs- und Oppositionsparteien wollen über vorübergehende Steuererhöhungen zur Bewältigung der Folgen des Bebens beraten.

+++ 10.12 Uhr: Mann nach zwei Tagen auf Dach gerettet +++

Das Dach seines Hauses hat einem 60-jährigen Japaner das Leben gerettet. Zwei Tage lang trieb Hiromitsu Shinkawa auf dem Trümmerteil des Dachs vor der Küste der Provinz Fukushima im Meer, nachdem der durch das schwere Erdbeben ausgelöste Tsunami seinen Heimatort Minamisoma überrollt hatte. Die Marine zog den 60-Jährigen am Sonntag 15 Kilometer vor der Küste des Landes aus dem Wasser. Er war bei Bewusstsein und in guter Verfassung und wurde per Helikopter in ein Krankenhaus gebracht.

+++ 10.03 Uhr: Australien will von Japan Aufklärung +++

Australien verlangt von Japan volle Aufklärung über die Bedrohung, die von dem beschädigten Atomkraftwerk ausgeht. Er habe bereits mit seinem japanischen Kollegen Takeaki Matsumoto telefoniert, sagte der australische Außenminister Kevin Rudd am Sonntag im Rundfunk ABC. "Wir und alle anderen Länder brauchen dringend weitere Informationen über den genauen Status dieser Reaktoren", sagte Rudd. "Wir brauchen weitere Angaben über die technischen Aspekte und die Sicherheitsaspekte von der japanischen Regierung."

+++ 9.42 Uhr: Beben hat Erdachse verschoben +++

Nach dem Beben hat sich die Erdachse um 10 cm verschoben. Das berichtet der Fernsehsender n-tv.

+++ 9.32 Uhr: Normaler Flugverkehr zwischen Deutschland und Japan +++

Die Maschinen zwischen Japan und Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt sollen auch am Sonntag weitgehend nach Plan fliegen. Lediglich ein Lufthansa-Flug nach Nagoya wurde annulliert, die anderen vier Maschinen nach Tokio und Osaka sollen wie geplant starten. Die Lufthansa-Maschine aus Tokio wurde etwa drei Stunden verspätet erwartet, die anderen beiden Flüge aus der japanischen Hauptstadt sowie die Maschinen aus den südlicher gelegenen Städten Osaka und Nagoya sollen pünktlich oder nur leicht verspätet landen.

+++ 8.30 Uhr: 10.000 Tote in Region Miyagi +++

In der japanischen Katastrophenregion Miyagi hat es möglicherweise 10.000 Tote gegeben. Das berichtete der japanische Fernsehsender NHK unter Berufung auf die örtliche Polizei.

+++ 9.29 Uhr: Kernschmelze in Block 3 viel schlimmer als in Block 1 +++

Im Falle einer Kernschmelze in Block 3 des Atomkraftwerks Fukushima 1 könnte noch viel mehr Strahlung freigesetzt werden als bei einer Kernschmelze in Block 1. Das berichtet "sueddeutsche.de". Der Grund: Anders als Block 1 sei Block 3 mit gefährlichen Mox-Brennstäben beladen, die aus Plutonium hergestellt werden.

+++ 7.55 Uhr: Regierung warnt vor neuer Explosion in Fukushima 1 +++

Die japanische Regierung hält eine weitere Explosion in der Atomanlage Fukushima 1 für möglich. "Wir können nicht ausschließen, dass sich im Bereich des Reaktors 3 wegen einer möglichen Ansammlung von Wasserstoff eine Explosion ereignen könnte", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Sollte dies eintreten, werde dies aber "kein Problem" für den Reaktor bedeuten. Am Samstagnachmittag hatte sich in dem AKW bereits eine Explosion ereignet, die das Gebäude rund um Block 1 zerstörte.

+++ 7.44 Uhr: Weitere 600 Tote an Japans Küste gefunden +++

An den Küsten der Provinzen Miyagi und Iwate mehr als 600 Leichen gefunden worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Insgesamt gehen die Behörden demnach bisher von mehr als 2000 Toten aus. Die Zahl ergibt sich aus den bislang offiziell gemeldeten rund 800 Toten und den Vermissten. Allerdings wird erwartet, dass die Zahl der Todesopfer noch weiter steigt. In der Krisenregion im Nordosten Japans hatten die Behörden zu Zehntausenden von Menschen bisher noch keinen Kontakt.

+++ 7.40 Uhr: Atomunfall weitet sich aus +++

Der Atomunfall wächst sich zur nuklearen Katastrophe aus: Atomexperten haben in der nordöstlichen Provinz Miyagi eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal gemessen. Um das AKW Onagawa sei eine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden. Man gehe davon aus, dass dies nicht von dem Reaktor stamme. Experten vermuten, dass der Wind Radioaktivität aus der Provinz Fukushima herübergeweht habe.

Im Atomkraftwerk Fukushima 1 pumpten Experten seit Samstagabend ein Gemisch aus Meerwasser und Borsäure in den Reaktor Nummer 1. Bor kühlt den Reaktor zusätzlich ab. Damit soll eine Kernschmelze verhindert werden.

Nach Angaben von Hisanori Nei von der Atomsicherheitsbehörde wird die Möglichkeit als groß angesehen, dass es in dem AKW Fukushima 1 schon vor der Explosion vom Samstag zu einer teilweisen Kernschmelze gekommen ist.

+++ 6.18 Uhr: Deutsche Schule in Japan lässt Unterricht ausfallen +++

Die Deutsche Schule in Japan lässt den Unterricht in der kommenden Woche wegen der Sicherheitslage nach dem verheerenden Erdbeben ausfallen. "Aufgrund der schwer einzuschätzenden Informationslage und der damit einhergehenden unkalkulierbaren Sicherheitssituation für unsere Kindergarten- und Schulkinder sowie für unsere Kolleginnen, Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sahen wir uns zu dieser Maßnahme gezwungen", teilte der Krisenstab der Deutschen Schule Tokyo Yokohama am Sonntag mit. Der Unterricht falle von Montag bis Montag der folgenden Woche aus.

+++ 6.00 Uhr: Japans Regierung hält Kernschmelze in zwei Reaktoren für möglich +++

Die japanische Regierung sieht inzwischen Anzeichen für eine Kernschmelze in zwei Reaktoren des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima 1. Regierungsprecher Yukio Edano sagte am Sonntag in Tokio, sowohl bei Block 1 als auch bei Block 3 der Anlage bestehe die Möglichkeit, dass dieser Fall eingetreten sei. "Wir können nicht überprüfen, was sich im Innern eines Reaktors abspielt, aber wir treffen die Maßnahmen, die von einer solchen Vermutung ausgehen", sagte Edano.

+++ 5.00 Uhr: Stärke des Großbebens in Japan auf 9,0 angehoben +++

Das verheerende Erdbeben in Japan vom vergangenen Freitag hatte nach revidierten Angaben eine Stärke von 9,0. Das gab die Meteorologische Behörde in Tokio am Sonntag bekannt. Zuvor hatte sie die Stärke auf 8,8 beziffert, während amerikanische Seismologen 8,9 gemessen hatten. Unterdessen arbeiten die Einsatzkräfte auf Hochtouren. 390.000 Menschen sind nach Medienberichten vor den verheerenden Zerstörungen geflohen.

+++ 4.30 Uhr: Erhöhte Radioaktivität um AKW in Japan +++

Techniker versuchen, die Reaktoren in den beschädigten Atomkraftwerken in der Provinz Fukushima zu sichern. Auf dem Gelände des Atomkraftwerks Fukushima 1 überschritt die Radioaktivität nach Angaben des Betreibers TEPCO vom Sonntag zeitweise die gesetzlichen Grenzwerte. Im Reaktor 3 des AKW Fukushima 1 werde Wasser zum Abkühlen der Brennstäbe eingeführt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Die Radioaktivität in diesem Reaktor sei aber gering und unter Kontrolle.

Zuvor waren nach neuen Angaben 19 Menschen in der Region radioaktiven Strahlen ausgesetzt gewesen - zusätzlich zu 3 am Samstag gemeldeten Fällen.

+++ 3.15 Uhr: Grenzwerte für Radioaktivität überschritten +++

Am Atomkraftwerk Fukushima 1 hat die radioaktive Strahlung die zulässigen Höchstwerte überschritten. Das teilte die Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco) am Sonntag mit, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Sowohl am Reaktorblock 1 als auch am Reaktorblock 3 des AKW wurden durch das Erdbeben die Kühlsysteme beschädigt, so dass dort eine gefährliche Kernschmelze drohte. Dabei überhitzen die Brennstäbe so stark, dass sie sich verflüssigen und in eine unkontrollierbare, radioaktive Schmelze verwandeln.

+++ 2.39 Uhr: Starkes Nachbeben erschüttert Raum Tokio +++

Ein starkes Nachbeben hat am Sonntagmorgen den Großraum der japanischen Hauptstadt Tokio erschüttert. In der Stadt wankten Hochhäuser.

+++ 1:47 Uhr: THW-Team eingetroffen +++

Ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) ist in Japan eingetroffen, um bei der Suche nach Überlebenden des verheerenden Erdbebens zu helfen. Ein THW-Sprecher sagte in Bonn, die 39 Männer und Frauen seien auf dem Internationalen Flughafen Narita in Tokio gelandet. Das Team hat demnach drei Spürhunde, Ortungs- und Bergungsgerät sowie Gerätschaften zur Messung von Strahlung dabei. Insgesamt seien damit nun 45 THW-Mitarbeiter in Japan.

+++ 0.54 Uhr: US-Flugzeugträger "Ronald Reagan" vor Japans Küste eingetroffen +++

Der US-Flugzeugträger "Ronald Reagan" ist am Sonntagmorgen vor der Küste Japans eingetroffen, um den japanischen Einsatzkräften bei den Bergungsarbeiten in den Erdbebengebieten zu helfen. Japan habe darum gebeten, den Flugzeugträger für die Betankung seiner Helikopter nutzen zu können, teilte die US-Marine auf ihrer Facebook-Seite mit.

+++ 00.20 Uhr: Fukushima-Betreiber plant weitere Freisetzung von Strahlendampf +++

Aus Fukushima I soll aus einem weiteren Reaktor radioaktiver Dampf abgelassen werden. Ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco sagte, die Menge der Strahlung sei klein und beeinträchtige die Gesundheit von Menschen nicht.

+++ 00.05 Uhr: 15 Personen verstrahlt +++

Nach dem Atomunfall in Japan sind in der Nähe des Kraftwerks Fukushima 15 Personen verstrahlt worden, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagmorgen meldete

+++ 00.02 Uhr: 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht +++

Die Evakuierung des Gebiets rund um die beiden Atomkraftwerke in Fukushima betrifft inzwischen rund 200.000 Menschen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) am späten Samstagabend mitteilte, werden die Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern um das AKW Fukushima Eins und im Umkreis von 10 Kilometern um Fukushima Zwei evakuiert. 170.000 Menschen seien bei dem ersten und 30.000 Menschen bei dem zweiten Atomkraftwerk betroffen.

dho/swd/fro/mlr/Reuters/DPA/AFP/DPA/Reuters
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