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Amoklauf "schockiert" selbst US-Waffenorganisation NRA

Nach dem Amoklauf in einer Grundschule in Newtown, Connecticut, wird der Ruf nach schärferen Waffengesetzen wieder lauter. Auch die US-Waffenorganisation NRA hat sich nun zur Tragödie geäußert.

  Wie unzählige andere Menschen trauert diese Frau an der provisorischen Gedenkstätte um die Opfer des Amokläufers Adam Lanza. Sogar die Waffenlobby zeigt sich jetzt in einem offiziellen Statement "schockiert".

Wie unzählige andere Menschen trauert diese Frau an der provisorischen Gedenkstätte um die Opfer des Amokläufers Adam Lanza. Sogar die Waffenlobby zeigt sich jetzt in einem offiziellen Statement "schockiert".

Erstmals seit dem Amoklauf in Newtown hat sich die mächtige US-Waffenorganisation NRA zu der Tat geäußert und sich zutiefst "schockiert" gezeigt. Aus Respekt vor den Angehörigen und aus Anstand habe sie sich nicht eher geäußert und Zeit für "Trauer, Gebete und Ermittlungen" zu dem Vorfall gelassen, erklärte die NRA. Der Gouverneur im Bundesstaat Michigan legte sein Veto gegen ein Gesetz zum Tragen von Waffen ein.

Um die mächtigste Stimme der US-Waffenlobby war es in den Tagen nach dem Amoklauf vom vergangenen Freitag auffällig ruhig gewesen. In der auf ihrer Internetseite veröffentlichten kurzen Erklärung heißt es nun, die National Rifle Association (NRA) bestehe aus "vier Millionen Müttern und Vätern, Söhnen und Töchtern und wir sind schockiert und traurig" angesichts dieser "schrecklichen und sinnlosen Morde" in Newtown. Für diesen Freitag kündigte die NRA eine Pressekonferenz in Washington an.

Debatte über schärfere Waffengesetze entfacht

Sie wolle zudem "Beiträge leisten", um dabei zu helfen, dass sich derlei Verbrechen nicht wiederholten, führte die NRA weiter aus, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Den Verein gibt es seit 1871. Er vertritt die Sichtweise, dass mehr Waffen in Privathand ein Garant für Sicherheit sind, weil sich die Menschen dann selbst verteidigen könnten. Am Freitag war ein 20-Jähriger schwerbewaffnet in eine Grundschule in Newtown im Bundesstaat Connecticut gestürmt und hatte 20 kleine Kinder und sechs Frauen erschossen, bevor er sich selbst tötete.

In der Folge der Bluttat war in den USA die Debatte über schärfere Waffengesetze wieder voll entfacht. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein kündigte eine Gesetzesinitiative für ein Verbot von Sturmgewehren an. Am Dienstag erklärte US-Präsident Barack Obama dann seine Unterstützung für ein solches geplantes Gesetz. Obama stehe hinter der Initiative, teilte das Weiße Haus am Nachmittag (Ortszeit) mit.

In Michigan stoppte der republikanische Gouverneur Rick Snyder ein Gesetz, welches das Tragen von Waffen in Schulen, Krankenhäusern, Kirchen und Stadien erlaubt hätte. Die öffentlichen Orte bräuchten klare Befugnisse, um selbst das Tragen von Waffen zu unterbinden, erklärte Snyder zur Begründung. Derzeit stehe dies nur privaten Orten wie Bars und Banken zu.

Elfjähriger Schüler bewaffnet in Schule erwischt

In einem Vorort von Salt Lake City im Bundesstaat Utah brachte unterdessen am Dienstag ein elfjähriger Schüler eine kleinkalibrige Waffe mit in die Schule. Ein Sprecher der Schule in Kearns sagte am Ende des Schultags, der Junge habe die Waffe mitgebracht, um sich und seine Freunde vor einem ähnlichen Fall wie dem Amoklauf in Newtown zu beschützen. Aufmerksame Schulkameraden meldeten den Schüler, der die Waffe in seinem Rucksack trug. Er soll zudem mindestens drei andere Schüler bedroht haben und wurde von der Schule suspendiert.

In Newtown selbst waren die meisten Schüler am Dienstag erstmals nach der Tat vom Freitag wieder in ihre Schulen zurückgekehrt. Die Sandy-Hook-Grundschule, der Ort des Amoklaufs, bleibt aber weiter abgesperrt. Für die Überlebenden der Bluttat soll erst Ende der Woche in einem Ersatzgebäude in der Nähe von Newtown der Unterricht wieder beginnen.

awö/AFP/AFP

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