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Spanier macht sechs Jahre blau - und keiner merkt's

Eigentlich sollte er für über 20 Jahre im öffentlichen Dienst eine Belobigung erhalten: Doch dann fiel den Zuständigen auf, dass sie Joaquin Garcia seit Jahren nicht mehr bei der Arbeit gesehen hatten. Nun wird es teuer für den Beamten.

Bürotisch

Sein Stuhl blieb jahrelang leer: Ein Beamter aus Cadiz erschien sechs Jahre nicht zur Arbeit.

Er nutzte seine Arbeitszeit um sich ganz der philosophischen Literatur zu widmen: Doch der Beamte Joaquin Garcia aus dem spanischen Cadiz arbeitete nicht an einem philosophischen Institut - sondern in einem Abwasserwerk. Doch von Arbeit kann nur bedingt die Rede sein, denn der 69-Jährige soll mindestens sechs Jahre nicht bei seiner Dienststelle erschienen sein, obwohl er weiterhin die vollen Bezüge kassierte. Aufgefallen war das lange niemandem - wie konnte das sein?

Die Kollegen beim Wasserwerk, der Dienstelle von Garcia, dachten, er wäre den örtlichen Behörden unterstellt. Die örtlichen Behörden wiederum dachten, er würde seine Anweisungen aus dem Wasserwerk erhalten. Lange profitierte der 69-Jährige von dem Missverständnis, bis zu seinem 20-Jährigen Dienstjubiläum eine Belobigung anstand - und dem Vizebürgermeister erstmals auffiel, dass Garcia gar nicht da war.

Beamter erhält 27.000 Euro Strafe

Den mittlerweile pensionierte 69-Jährigen kommt sein jahrelanges Blaumachen nun aber teuer zu stehen: Ein örtliches Gericht hat ihn zu einer Strafe in Höhe von 27.000 Euro verurteilt - ein Netto-Jahresgehalt. Eine ordentliche Stange Geld, doch Garcia bezog schließlich über die "mindestens" sechs Jahre Philosophie-Lesen ein Gehalt von 37.000 Euro vor Steuern. Laut Informationen des Gerichts habe der Leiter der Abwasseranlage den Beamten seit Jahren nicht mehr gesehen - und das obwohl Garcias Büro direkt gegenüber lag.

Garcia wies die Vorwürfe gegen ihn als Mobbing zurück: Er sei damals in das Abwasserwerk versetzt worden, um anderen Leuten aus dem Weg zu sein. Bekannte von Garcia sagten der spanischen Zeitung El Mundo, Garcia habe sich all die Jahre nicht zu Wort gemeldet, weil er eine Familie zu versorgen habe - und Angst hatte, er würde in seinem Alter keinen neuen Job mehr finden. Garcia sagte, er sei doch ins Büro gegangen - aber nicht in Vollzeit.

amt

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