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Rechtsmediziner nennt erstmals Details zu Barschels Tod: "Es war Suizid"

Der Todesfall von Uwe Barschel gibt bis heute Rätsel auf. Erstmals veröffentlicht der damals untersuchende Rechtsmediziner Details aus dem Sektionsprotokoll. Demzufolge soll sich der Politiker das Leben genommen haben.

Uwe Barschel

Der Leichnam von Uwe Barschel wird am 11. Oktober 1987 auf einer Trage aus dem Hotel Beau-Rivage in Genf abtransportiert

Knapp 30 Jahre ist es her, dass Uwe Barschel, der damalige Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, starb. Man fand ihn am 11. Oktober 1987 in der Badewanne eines Genfer Hotels. Bis heute sind die Todesumstände nicht vollständig geklärt. Nun äußerte sich Werner Janssen, Professor für Pathologie und Rechtsmedizin, erstmals zu den Ergebnissen aus dem Sektionsprotokoll zum Todesfall von Uwe Barschel, die er 1987 selbst verfasst hatte. Der heute 91-Jährige sprach darüber mit der Wochenzeitung "Die Zeit".

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Suizid oder mörderische Intrige? Der Fall Uwe Barschel beschäftigt seit Jahrzehnten die Bundesrepublik

Der Pathologie-Professor obduzierte damals gemeinsam mit Klaus Püschel, dem Leitenden Oberarzt am Hamburger Universitätsinstitut für Rechtsmedizin, den Leichnam von Barschel. Die Sektion dauerte dem Bericht zufolge sechs bis acht Stunden, "dreimal so lange wie üblich", so Janssen.

Am Ende sei er gemeinsam mit dem Hamburger Toxikologieprofessor Achim Schmoldt zum Ergebnis gekommen, dass Barschel Suizid durch Medikamentenmissbrauch begangen habe.

Uwe Barschel soll nichts eingeflößt worden sein

Laut dem Bericht heißt es im Protokoll: "Eine versehentliche Überdosierung bei einem bewusstseinsklaren Menschen ist angesichts dieser Substanzmengen nicht denkbar; ebenso unwahrscheinlich ist die Möglichkeit einer unbemerkten Beibringung. Nach den vorliegenden Erkenntnissen gibt es keinen Anhalt für eine Beibringung der zum Tode führenden Substanzen unter äußerem Zwang."

Damals hätte ein Hämatom am oberen linken Stirnbereich des Leichnams für Aufregung gesorgt. Die untersuchenden Ärzte hätten eine Fremdeinwirkung jedoch ausgeschlossen. "Viel naheliegender war es, dass Barschel sich diese Unterblutung selbst zugezogen hatte, etwa am Türrahmen oder durch Aufstoß am Badewannenrand“, sagte Janssen der "Zeit", "Ich sage noch einmal, es war Suizid. Ich hoffe, man lässt Uwe Barschel jetzt endlich ruhen."

js

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