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Zwei Mädchen sollen vergewaltigt werden - als Strafe für ein Vergehen ihres Bruders

Ein neuer Höhepunkt barbarischer Dorfjustiz in Indien: Weil ein junger Mann mit einer Frau aus einer höheren Kaste durchbrannte, sollen seine Schwestern massenvergewaltigt und nackt durchs Dorf gejagt werden.

Vergewaltigung in Indien: Diese Frau sollte zusammen mit ihrer Schwester vergewaltigt werden

Die 23-jährige Meenakshi Kumari sollte dem Urteil eines Dorfgerichts zufolge zusammen mit ihrer 15-jährigen Schwester vergewaltigt werden

Der eines indischen Dorfes hat eine Massenvergewaltigung von zwei Mädchen angeordnet. Wenn es nach dem Willen des Dorfgerichts geht, sollen die 23-jährige Meenakshi Kumari und ihre 15-jährige Schwester zuerst missbraucht und anschließend nackt mit geschwärzten Gesichtern durch das Dorf gejagt werden. Das berichtet die britische Zeitung "The Telegraph". Der Grund des barbarischen Rituals ist nicht einmal ein eigenes Vergehen. Vielmehr ist der Bruder der jungen Frauen mit einer verheirateten Frau aus einer höheren Kaste weggelaufen. Das sollen nun die Schwestern büßen.

Die Tragödie nahm ihren Lauf als der junge Mann sich in eine Frau der mächtigen Jat-Kaste verliebte. Er selbst und seine Familie gehören hingegen der Dalit-Kaste an, deren Angehörige auch als "die Unberührbaren" bekannt sind. Es ist die niedrigste Kaste in . Eine solche Verbindung kam für die Familie der Frau nicht in Frage und sie wurde zwangsverheiratet. Die Verliebten brannten dennoch durch. 

Polizei foltert Familie des Mannes

Ihre Flucht war jedoch nur von kurzer Dauer. Das Paar kehrte zurück, nachdem Polizisten die Familie des Mannes gefoltert haben. Aber das war für den Ältestenrat des Dorfes nicht genug. Die beiden Schwestern des Mannes sollten für dieses "Vergehen" büßen und grausam geschändet werden, um die Schande, die der Jat-Familie in den Augen des Rates zugefügt wurde, zu sühnen.

Der Ältestenrat, der dieses Urteil verhängte, besteht nur aus Männern. Um der Vollstreckung zu entgehen, floh die Familie aus ihrem Dorf Sankrod in die Hauptstadt Delhi, wo sie auf den Schutz des Obersten Gerichtshofs hofft.

"Vergewaltigung ist ein grauenhaftes Verbrechen"

Eine Chance auf eine Wiederkehr in ihr Dorf sieht die Familie nicht. "Wenn wir zurückkehren, werden sie uns vergewaltigen oder sonst etwas antun. Wenn nicht heute, dann morgen", sagte die 23-jährige Meenakshi Kumari der britischen News-Plattform "Metro". Die Dorfältesten würden die Demütigung nie vergessen, fürchtet sie. "Sie wollen Rache."

Die Hilfsorganisation "Amnesty International" hat eine Petition initiiert, damit die indischen Behörden die beiden Schwestern in Schutz nehmen. "Nichts kann diese abscheuliche Strafe rechtfertigen. Sie ist nicht gerecht. Sie ist nicht gerechtfertigt. Sie ist gegen das Gesetz“, heißt es auf der Website der Hilfsorganisation. "Vergewaltigung ist ein grauenhaftes Verbrechen, keine Methode der Bestrafung", sagte ein Sprecher von "Amnesty International" gegenüber "The Telegraph". "Diese Dorfgerichte ordnen regelmäßig sexuelle Gewalt gegen Frauen an. Die Regierung des Bundesstaates Uttar Pradesh ist in der Pflicht, die Sicherheit der Familie zu gewährleisten."

ivi

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