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14. Oktober 2008, 11:43 Uhr

Eine Milliarde Menschen müssen hungern

Fast eine Milliarde Menschen leiden unter Hunger. Weltweit hätten 923 Millionen Menschen nicht genug zu essen, teilte die Welthungerhilfe mit. Die Organisation forderte einen Rettungsplan für die Hungernden, der mit dem für die internationale Finanzwirtschaft vergleichbar ist.

Die zehnjährige Penda mit ihrem Cousin auf dem Arm. Die Kinder leben in der Nähe von Dakar, Senegals Hauptstadt - auch hier herrscht großer Hunger© Normand Blouin/Reuters

In 33 Ländern der Welt leiden die Menschen unter einer dramatischen Hungersnot. Der am Dienstag in Berlin veröffentlichte "Welthunger-Index" spricht von einer "alarmierenden oder extrem alarmierenden Hungersituation" in diesen Nationen. Insgesamt sei die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen gestiegen. Vor allem wegen steigender Lebensmittelpreise.

"Fast eine Milliarde Hungernde sind eine Schande für die Menschheit", erklärte die Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Ingeborg Schäuble. "Im Gegensatz zu den Banken sind sie nicht selbst schuld an ihrer Misere." Das allgemeine Umdenken über die Rolle des Staates im Zuge der Finanzkrise müsse sich auch auf die Hungerkrise erstrecken. "Die Welt braucht ein Rettungspaket gegen den Welthunger", verlangte Schäuble.

In dem Bericht heißt es, seit 1990 gebe es in einigen Regionen der Erde durchaus langsame Fortschritte, vor allem in Süd- und Südostasien, im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Lateinamerika und in der Karibik. Dennoch bleibe die Zahl der Hungernden in Südasien hoch. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sei es ebenso schlimm, und dort gehe auch nichts voran. Am schlimmsten sei die Lage in der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Burundi, Niger und Sierra Leone.

"Für hungernde und unterernährte Menschen in diesen Regionen stellen die steigenden Lebensmittelpreise eine ernste Bedrohung dar", heißt es in dem Bericht. "Menschen, die bereits zu wenig zu essen hatten, um sich gesund zu ernähren, stellen fest, dass sie sich nun noch weniger leisten können. Hunger ist eins der ernstesten Probleme, mit denen die Welt konfrontiert ist." Die Autoren der Studie fordern deshalb mehr Anstrengungen. Nötig seien nicht nur mehr Nahrungsmittelhilfe, sondern auch viel höhere Investitionen in die Landwirtschaft und in soziale Sicherungsprogramme, ein faires Welthandelssystem, eine veränderte Haltung zu Biokraftstoffen und Maßnahmen zur Beruhigung des Lebensmittelmarkts.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Gisella (15.10.2008, 15:23 Uhr)
Eine Sendung
im Deutschen Fernsehen prangerte die EU an, die afrikanische Staaten zwingt unsere Lebensmittel zu kaufen.U.a. gefrorene Hähnchen und Fleisch. Aus allen Ländern der EU waren Lebensmittel dabei.Durch Dumpingpreise sind die örtlichen Bauern nicht mehr in der Lage ihre Produkte zu verkaufen. Kuh-und Hühnerställe standen leer. So, der afrikanische Politiker sagte, dass man bei Nichtabnahme von der EU bedroht wurde, keine Wirtschaftshilfe mehr zu bekommen.Da keine Arbeit in seinem Land vorhanden war, würden wir nun mit den Flüchtlingen seines Landes überschwemmt.Für mich ist die EU sowieso für den Ar.....Unfähiges, aufgeblähtes Imperium.Und was den Anbau des Opiums in Afghanistan angeht- einige Länder dachten schon darüber nach, die Ernten zu kaufen-für medizinische Belange, man wollte besser bezahlen als die Warlords, aber..........auch hier keine Einigkeit.
mutti1 (15.10.2008, 12:27 Uhr)
x für ein u
seit der kolonialisierung und christianisierung durch die katholiken, es ist bekannt, was da angebaut werden kann, und gerade import, zb.
hühnerflügel, bringen dort kleintierzüchter um ihre einnahmen, genau wie die lieferung von kleidung, die große einnahmen für die deutschen bringt u. anderer europäischer länder, und die umsätze natürlich
der bewohner der jeweiligen länder.
es gäbe zb. in afghanistan eine alternative zum anbau von rauschgiften , der anbau von roggen, der da sehr gut gedeihen soll. der roggen ist sehr gesund und das manna, was man hier sehr gerne ist und man könnte den armen bauern helfen u.
das groß aufziehen. brot ist sehr gesund und wichtig, es ist kein dickmacher u. wird in kraft umgewandelt.
ebenso sollte man endlich nahrung liefern, die da angebaut werden kann und pflanzen u.
obst, das da wachsen könnte. es gibt genug geld, um milchnahrung und breie für babys zu liefern.
dazu mais und reis ,dazu noch die pille, damit die menschen erstens nicht unter 14-16 jahren schon x kinder haben,
und aufklärung, sowie
hilfe zur selbst-hilfe. dazu muß das system der ausbeutung u. religiöser bürgerkriege und der raub von bodenschätzen ausgemerzt werden.
die reichen kapitalist. staaten u. die arabischen länder können das , es gibt die UNO, und andere vereine, die sich nur bereichern an afrika, asien und lateinamerika
www.der klima-luegendetektor. de dazu lesen.
botoxia (15.10.2008, 10:58 Uhr)
Versagen
Ich nenne es Versagen der Organisation "Welthungerhilfe" wenn 1 Milliarde Leute hungern. Und - wir sind zuviele, finde ich auch. Eigentlich ist jeder zuviel hier. Kinder habe ich unter anderem auch deswegen nicht.
Clibanarius (14.10.2008, 18:17 Uhr)
Ach?
"richtig währ es, Sie würden sagen 1 Milliarde Menschen zuviel auf diesem Trabanten Erde,... dann stimm es!!"
-------------
Zählst du dich auch mit dazu? Wenn ja, würde es noch besser stimmen.
tagora-sagittara (14.10.2008, 17:47 Uhr)
Falsch diagnostiziert Frau Schäuble...
richtig währ es, Sie würden sagen 1 Milliarde Menschen zuviel auf diesem Trabanten Erde,... dann stimm es!!
auwei (14.10.2008, 17:14 Uhr)
@grossbuerger
auwei!!!
grossbuerger (14.10.2008, 16:47 Uhr)
Stillen und Quillen ?
Mal ehrlich, dann stillt doch den Hunger der Welt und dann möchte ich sehen, was passiert, wenn sich diese Menschen noch unkontrollierter Fortpflanzen ! Guten Appetit !
makira (14.10.2008, 16:08 Uhr)
Entwicklungshilfe
Ich habe da gar keine Zweifel.
Den Helfer mit dessen Hilfe bezahlen.
auwei (14.10.2008, 15:50 Uhr)
Ob Sozialismus oder Kapitalismus...
...an der Bewältigung dieser Aufgabe wird sich die Menschheit messen lassen müssen. Bis jetzt haben Gier und Dummheit über (christliche, muslimische oder atheistische) Nächstenliebe gesiegt - und sie werden es wohl auch weiterhin tun. Ob das etwas mit der gerne kolportierten Illusion zu tun hat, dass niemand in den Industrieländern auf etwas Wohlstand verzichten müsse, wenn andere zumindest genug zum Leben haben sollen? Der Beweis für diese steile These steht noch aus...
influ (14.10.2008, 14:56 Uhr)
Sein wir doch mal ehrlich...
Alle zeigen Mitgefühl und es tut ihnen Leid und sagen das muss sich ändern!
Aber sobald Fair-Trade Preise gezahlt werden sollen und das womöglich für ALLE Produkte wird es fast allen scheißegal sein weil sich damit nämlich ihr Lebensstandard halbiert.
SO einfach ist das.
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