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28. April 2007, 17:58 Uhr

Hoch "Silvia" bedroht die Bierpreise

Wegen der langen Trockenheit beginnen die Bauern um die Braugerste zu bangen. Der heiße April könnte im Herbst die Bierpreise steigen lassen. Und nicht nur das: Missernten, Borkenkäfer und Waldbrände gefährden zahlreiche Existenzen. Regen ist nicht in Sicht.

Das schöne Wetter sorgt für volle Biergärten. Doch weil die Braugerste verdorrt, könnte Bier bald teurer werden© Sascha Schuermann/DDP

Hoch "Silvia" lässt die Sonne weiter gnadenlos auf die größten Teile Deutschlands brennen. Die Bauern befürchten Missernten, und die Waldbrandgefahr ist unverändert hoch bis sehr hoch. Zwar wird es in den nächsten Tagen auch in der Südwesthälfte Deutschlands etwas kühler, wie der Deutsche Wetterdienst vorhersagte. Aber regnen soll es trotzdem bis in die übernächste Woche hinein allenfalls im äußersten Süden und Südwesten.

Die bisherige Trockenheit treibt den Bauern in Deutschland den Angstschweiß auf die Stirn: "Wenn es in den nächsten zehn Tagen nicht dauerhaft regnet, drohen Missernten bei Sommergerste, -weizen und Zuckerrüben", sagte der Sprecher des Deutschen Bauernverbandes, Michael Lohse, dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Bauern sehen Existenzen bedroht

Gerade auch die Braugerste sei gefährdet, da die Frühsaat in den trockenen Ackerschollen nur mickrige Wurzeln ausbilden könne. Es sei sogar nicht auszuschließen, dass der heiße April im Herbst den Bierpreis steigen lasse. "Wenn es am Wochenende nicht regnet, ist die Saat verdorrt. Es wird von Stunde zu Stunde dramatischer", sagte Holger Brantsch, Sprecher des Landesbauernverbandes Brandenburg, dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Bis zu drei Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche könnten dann laut Brantsch weitgehend ausfallen: "Jetzt sind viele Existenzen bedroht." Die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) nennt die Situation ebenfalls "dramatisch". "Die Wasserreserven in Brandenburg sind total aufgebraucht", warnte Monika Frielinghaus vom Institut für Bodenlandschaftsforschung in Müncheberg.

Waldbrandindex feuerrot bis lila

Auch den Waldbesitzern bereitet die frühe Hitze und Trockenheit große Sorgen. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes war auch am Samstag mit ganz kleinen Ausnahmen in ganz Deutschland feuerrot, entsprechend der Warnstufe 4 (hoch). Im Osten vom östlichen Niedersachsen, über Sachsen-Anhalt und Brandenburg bis ins nördliche Sachsen war er sogar lila, entsprechend Warnstufe 5 (sehr hoch). Auch in Teilen Schleswig-Holsteins und in Mecklenburg-Vorpommern an der Oder entlang war er lila.

Der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein warnte eindringlich davor, bei weiter anhaltender Trockenheit Flächenbrände durch Fahrlässigkeit, Leichtsinn und Unachtsamkeit zu verursachen. Auf jeden Fall sollte bei einem Brand so schnell wie möglich die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmiert werden.

Den Waldbesitzern drohen durch einen jahreszeitlich extrem frühen Käferbefall der Bäume nach den Schäden durch den Orkan "Kyrill" weitere Einnahmeverluste in Millionenhöhe, wie die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft deutscher Waldbesitzerverbände, Ute Seeling, dem "Focus" sagte.

Kälter, aber weiter trocken

Laut Vorhersage schiebt "Silvia" mit Schwerpunkt über dem Nordmeer frische Polarlust nach Mitteleuropa. Am (morgigen) Sonntag sollen die Höchsttemperaturen im Nordosten und Osten auf 16 bis 21 Grad, an der Ostsee gar nur auf 14 Grad steigen. Im übrigen Deutschland soll es bis zu sommerliche 23 bis 27 Grad warm werden. Bis Mitte der Woche sollen die Werte auf maximal 22 Grad sinken. Vereinzelt ist dann sogar leichter Nachtfrost möglich. Auch bis zum Ende der Woche soll die Dürreperiode bei wenig geänderten Temperaturen anhalten.

AP
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
BiedermannGE (29.04.2007, 10:39 Uhr)
Und wieder die Bauern - wie jedes Jahr
Jedes Jahr - wirklich jedes Jahr sehe ich Bauern im Fernsehen, die mit dem Wetter unzufrieden sind. Mal ist es zu trocken, dann zu nass, es ist zu kalt, dann wieder zu warm. Und jedes mal schauen sie nach Berlin und nach Brüssel um Ihren angeblichen Schaden ausgeglichen zu bekommen. Natürlich werden die Verbraucherpreise steigen müssen!! Komisch ist nur, dass nach der Geldentwertung 2002 die Preise für Obst, Gemüse und Brot sich verdoppelt haben. Das würde bedeuten, dass wir 2001 eine kleine Eiszeit hatten. Bauern nerven - die sollen Ihre Arbeit machen und die Kirche im Dorf lassen. Das Wetter ist seit Menschengedenken für jeden Landwirt ein Glücksspiel, welches er kfm. kalkulieren müsste (z.B. der gleitende Durschnitt der letzten 30 Jahre). Außerdem gab es früher gegen schlechtes Wetter einen ganzen satz Götter, die durch milde Gaben gnädig gestimmt wurden...
thebender (29.04.2007, 03:04 Uhr)
Hauptsache...
... das Wichtigste zuerst. Würde mich nicht wundern, wenn als nächstes "Knut hats zu warm!" oder so ne dämliche Schlagzeile kommt...
tagora-sagittara (29.04.2007, 00:52 Uhr)
zu Hülf,..zu Hülf,...
wir haben seit 2 Wochen keinen Regen mehr gehabt,...tja Leute, warum breche ich denn nicht in Panik aus??
Ganz einfach,..weil wir eh nichts ändern können!!...
Antidemokrat (28.04.2007, 20:53 Uhr)
Und wenn die Presse nicht wäre ...
... würde Manches keine Panik machen und auslösen !
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