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23. November 2010, 07:33 Uhr

"Gundula" kommt und bringt den Winter mit

Schnee und Kälte halten Einzug in Deutschland. Über zehn Zentimeter Schnee erwarten die Meteorologen in einigen Mittelgebirgsregionen. Später soll es auch im Flachland schneien.

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Passend zur Adventszeit liegt im Harz schon der Schnee© Matthias Bein/DPA

Vom Mittelmeer zieht Tief "Gundula" über Osteuropa Richtung Norden - das bedeutet Nordwind und damit Kaltluft aus Skandinavien. "Die Temperaturen werden sich in allen Höhenlagen auf winterliches Niveau begeben", sagte Meteorologe Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Zwar lasse die Niederschlagsneigung ab Mittwoch nach. Aber es bleibe überall frostig. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde sich die Kälte bis zum ersten Adventswochenende und vielleicht sogar darüber hinaus halten.

Die ersten Vorboten sind bereits im Harz angekommen: Auf dem 1142 Meter hohen Brocken hat sich die Schneehöhe in der vergangenen Nacht fast verdoppelt. Wurden auf dem höchsten Berg Norddeutschlands am Montag um 12.00 Uhr noch 28 Zentimeter gemessen, waren es am frühen Dienstagmorgen bereits 50 Zentimeter. Dazu sorgte ein Wind zwischen 40 und 60 Kilometer pro Stunde für Schneeverwehungen auf dem Harzgipfel, sagte Wetterbeobachter René Sosna von der Brocken-Wetterwarte der Nachrichtenagentur DAPD.

Gleise der Harzquerbahn zugeweht

Auch die Gleise der Harzquerbahn, die zum Brocken hinaufdampft, wurden zugeweht. Nach einer Umfrage bei Polizeidienststellen in Goslar, Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Braunschweig habe es in der Nacht zum Dienstag keine herausragenden witterungsbedingten Unfälle oder Störungen gegeben.

Offenbar haben die Autofahrer die Warnungen des Wetterdienstes ernst genommen und sind besonders vorsichtig gefahren, sagte ein Polizeisprecher der Direktion Braunschweig. Lediglich einige Bäume seien unter der Last des noch recht nassen Schnees umgestürzt und mussten beiseite geräumt werden.

Sehr kalter Winter eher unwahrscheinlich

Wie der bevorstehende Winter ausfällt, bliebt allerdings weiter unklar: Nach dem Jahreszeitentrend des DWD ist ein sehr kalter Winter die unwahrscheinlichste Variante - nur 20 Prozent Wahrscheinlichkeit haben die Wetterforscher dafür errechnet. Viel wahrscheinlicher sei ein durchschnittlicher oder sogar zu warmer Winter. Diese Langzeitprognose sei allerdings sehr unsicher, unterstrich Meteorologe Hartmann.

In der Nacht zum Mittwoch sinkt die Schneefallgrenze weiter, bis in tiefen Lagen kann es dann leichten Frost und etwas Schnee mit glatten Straßen geben. Nur im west- und südwestdeutschen Flachland regnet es noch. Ab Donnerstag liegen die Höchstwerte nur noch um den Gefrierpunkt. Nachts gibt es Frost bis minus fünf Grad. Schnee fällt aber nur noch vereinzelt.

DPA/DAPD/nik
 
 
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