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6. Dezember 2010, 11:34 Uhr

Spiegelglatte Straßen sorgen für Unfälle

Blitzeis, Frost und Nässe sorgen zu Wochenbeginn in vielen Teilen Deutschlands für spiegelglatte Straßen. Von neuen Niederschlägen besonders betroffen ist der Süden. Drei Menschen starben bei Glätteunfällen.

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Schnee, Schneeregen, Regen und Blitzeis behindern den Verkehr© Oliver Berg/DPA

Steigende Temperaturen sorgen zum Wochenstart auf Deutschlands Straßen erneut für Verkehrsprobleme. Während in einigen Regionen am Montagmorgen noch Überbleibsel der Schneeverwehungen auf den Straßen lagen, machten andernorts überfrierende Nässe und Blitzeis den Autofahrern zu schaffen.

Nahe dem niedersächsischen Gifhorn kamen in der Nacht zwei Menschen ums Leben, als ein Kleinbusfahrer beim Überholen auf glatter Fahrbahn ins Schleudern geriet und gegen zwei Bäume raste. Zwei Frauen im Alter von 51 und 63 Jahren starben. Der 50-jährige Fahrer, seine 19-jährige Tochter und eine weitere 55-Jährige wurden schwer verletzt. Zudem registrierte die Polizei mehrere Glätteunfälle auf der Autobahn 29 Oldenburg-Wilhelmshaven binnen nur zwei Stunden.

Weiter nördlich in Schleswig-Holstein registrierten die Polizeibehörden das erste Blitzeis. Lastwagen blieben auf den spiegelglatten Fahrbahnen liegen. "Die Streudienste kümmern sich aber", sagte ein Polizeisprecher in Kiel. Die Schulen im nördlichsten Bundesland blieben geschlossen.

Alarmstufe Rot im Süden

Heftige Niederschläge gibt es im Süden. In Baden-Württemberg sagten die Meteorologen sogar Alarmstufe Rot voraus: Dort könnten sich Schneefälle in Regenschauer verwandeln und teilweise 60 Liter pro Quadratmeter auf den Boden prasseln. "Es ist dabei mit massivem Tauwetter zu rechnen, so dass es nach den Schneefällen zu größeren Überflutungen kommen kann. Auf noch gefrorenen Böden kann das Wasser zudem kaum versickern", teilte die Unwetterzentrale Meteomedia mit. Und auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für den Süden Schnee, Schneematsch und überfrierende Nässe voraus.

Ein 36 Jahre alter Autofahrer kam auf regennasser Straße ins Schleudern und verunglückte tödlich.

Nach Angaben des Verkehrsdienstes in Stuttgart kam es schon am Morgen vermehrt zu Unfällen. Zumeist blieb es bei Blechschäden, Menschen wurden nicht verletzt. Straßen im Schwarzwald seien teilweise unbefahrbar durch den hochgetürmten Schnee und auch bei Freiburg gebe es vereiste Straßen.

Auch in Bayern, so etwa in Augsburg, Regensburg und Würzburg, kam es zu mehr als einem Dutzend Unfälle. Allein vier Menschen wurden schwer verletzt, als eine Großraumlimousine bei der Auffahrt auf einen Autobahn-Parkplatz bei Würzburg ins Schleudern geriet und gegen den einzigen dort parkenden Sattelzug prallte. Zwei weitere Personen wurden leicht verletzt.

Mallorca-Klima in Mönchengladbach

Der Winter hat auch Nordrhein-Westfalen fest im Griff. Alleine zwischen Sonntagmittag und Abend kam es zu 316 Unfällen. Dabei wurden sechs Personen schwer verletzt, 29 leicht. Der Schaden beläuft sich insgesamt auf rund 1,1 Millionen Euro, teilten die Behörden mit. In Wuppertal stürzten etliche Bäume unter der Last von Schnee auf die Straßen und Äste versperrten Fahrbahnen. Dadurch wurden Zufahrten zu Einsatzstellen von Feuerwehr und Rettungsdiensten stark behindert.

Ansonsten gab es aber auch Freude über die etwas höheren Temperaturen nach den Minus-Rekorden. Für einzelne war das sogar Anlass, vom Sommer zu schwärmen: "Hier ist fast Mallorca-Klima", sagte ein Polizeisprecher in Mönchengladbach.

S-Bahn-Ärger in Berlin

Viel Ärger hat sich nach den Wintertagen wieder bei den S-Bahn-Kunden in Berlin aufgestaut - die sich noch gut an die massiven Probleme des vergangenen Jahres erinnern. Am Montagmorgen kam es bei der S-Bahn erneut zu erheblichen Verspätungen, deutlich weniger Züge und Wagen als eigentlich vorgesehen waren im Einsatz.

swd/DPA
 
 
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