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Hunderte Unfälle nach Blitzeis, jetzt wird es wärmer

Das ganz große Blitzeis-Chaos bleibt aus, für Hunderte Reisende endet die Fahrt aber abrupt: Etliche Autos und Lastwagen krachen auf glatten Straßen zusammen - vor allem auf der A81 bei Heilbronn. Jetzt soll es deutlich wärmer werden.

Pkw rutscht bei Eisglätte in Stuttgart vom Uferdamm in den Neckar

Einer der dramatischsten Vorfälle durch das Blitzeis: Ein Pkw war in Stuttgart bei Glatteis vom Uferdamm in den Neckar gerutscht. Beide Insassen konnten sich befreien.

Autos ineinander verkeilt, auf dem Dach liegend oder im Fluss: Blitzeis und Schnee haben bundesweit zu Hunderten Unfällen geführt. Erhebliche Probleme gab es seit dem späten Freitagabend vor allem im Südwesten und Osten. Dutzende Menschen wurden verletzt, die meisten glücklicherweise nur leicht.

Vielerorts in Deutschland wurden nach Unfällen Autobahnen zeitweise gesperrt, Winter- und Abschleppdienste waren im Dauereinsatz. Mit Kranwagen wurden umgekippte oder in Böschungen gerutschte Lastwagen geborgen. In Stuttgart wurde ein Auto aus dem Neckar geholt. Im Zugverkehr gab es dagegen zunächst keine Probleme, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Wer nicht muss, sollte nicht fahren

Auch am Samstagmorgen und -vormittag wurde weiter vor glatten Straßen gewarnt. "Wer es nicht unbedingt braucht, soll sein Auto in den Vormittagsstunden stehen lassen", sagte ein Polizeisprecher in Magdeburg. Die Hauptstraßen in den Städten seien geräumt und gestreut, auf den Nebenstraßen sei es jedoch spiegelglatt, hieß es in Niedersachsen. Schnee und Regen auf gefrorenem Boden verwandelten Straßen und Gehwege vielerorts in gefährliche Rutschbahnen.

Mindestens drei Menschen seien bei Unfällen schwer, viele weitere leicht verletzt worden, teilten Polizei und Innenministerium in Baden-Württemberg am Morgen mit. Auf der A81 nahe Heilbronn krachten neun Fahrzeuge ineinander, darunter ein Sattelzug und ein Reisebus. Drei Menschen wurden verletzt, eine Frau schwer.

Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen. In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen. Insgesamt wurden in Baden-Württemberg zunächst mehr als 140 Glätte-Unfälle erfasst.

Kommende Tage deutlich wärmer

Auch in anderen Regionen wurde Schnee und Blitzeis auf Autobahnen etlichen Fahrern zum Verhängnis. In Thüringen krachte es auf der A4, A9 und A71 mehrfach. Zudem sorgten quer stehende Laster zeitweise für Stau. Auf der A9 Richtung Berlin kam der Fahrer eines mit Äpfeln beladenen Lastwagens von der Fahrbahn ab. Der Lkw sei einen Abhang hinuntergerutscht und der Fahrer eingeklemmt worden, berichtete die Polizei. Auf der A71 überschlug sich ein Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde verletzt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte Blitzeis in weiten Teilen Deutschlands von Freitagabend an angekündigt. Blitzeis entsteht, wenn es nach einer winterlichen Kälteperiode wieder wärmer wird und Niederschlag als Regen auf den gefrorenen Boden trifft. In einigen Regionen schneite es zunächst noch. Nun soll es von Westen her anhaltend wärmer werden. Meteorologen sprechen von bis zu plus zehn Grad in den kommenden Tagen.

dho/DPA
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