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Schnee und Blitzeis haben Europa im Griff

Der Winter beschert Europa Flugausfälle und Verkehrschaos: Im Südwesten Deutschlands bleiben die Menschen wegen Blitzeis daheim, in Frankfurt fallen etliche Flüge aus.

  Die Straßen in Karlsruhe, Baden Württemberg, sind so glatt, dass man auf ihnen Schlittschuh fahren kann. Für Autos ist das Blitzeis weniger erfreulich.

Die Straßen in Karlsruhe, Baden Württemberg, sind so glatt, dass man auf ihnen Schlittschuh fahren kann. Für Autos ist das Blitzeis weniger erfreulich.

Eis und Schnee haben in vielen Teilen Europas zu gefährlicher Glätte geführt. Flughäfen in Deutschland, Großbritannien und Frankreich strichen am Wochenende Hunderte Flüge. Autobahnabschnitte wurden gesperrt. In Ludwigsburg wurde am Sonntag der Busverkehr eingestellt. Die Bahn rechnete im Südwesten Deutschlands mit Verspätungen im Zugverkehr wegen der vereisten Oberleitungen. Viele Menschen blieben dort zu Hause, da auch die Gehwege nach gefrierendem Regen dick mit einer Eisschicht überzogen waren. In Karlsruhe liefen Kinder auf vereisten Straßen Schlittschuh.

In Baden-Württemberg wurden am Sonntag Autobahnabschnitte gesperrt, damit die Streudienste durchkamen. Betroffen waren unter anderem die Autobahn 5 zwischen den Anschlussstellen Baden-Baden und Rastatt-Nord und die Autobahn 8 zwischen dem Dreieck Karlsruhe und der Anschlussstelle Karlsbad.

Wegen Eis und Schnee fielen am Frankfurter Flughafen am Sonntag bis zum Vormittag 130 Flüge aus. Die Lage sei angespannt, sagte eine Fraport-Sprecherin. Die Abfertigung der Flieger verzögere sich zudem, weil die Maschinen zunächst enteist werden müssen. Es werde versucht, die von Flugausfällen betroffenen Passagiere per Bahn ans Ziel zu bringen. Am Samstag waren wegen der Witterung bereits 17 Flüge gestrichen worden. Auch am Flughafen Stuttgart wurden Flüge annulliert.

Chaos in London und Paris

Auf Europas größtem Flughafen London Heathrow brachten Schneefälle über das Wochenende den Flugplan ebenfalls durcheinander. Tausende Passagiere mussten stundenlang warten. Am Sonntag rechneten Flughafenmitarbeiter wegen Neuschnees damit, dass rund 260 Flüge gestrichen werden müssen. Im ganzen Land gab es wegen des Wetters Einschränkungen im Bahn- und Straßenverkehr. In Nordirland waren einige Haushalte vorübergehend ohne Strom. Beim Eurostar-Zug, der den Kontinent mit London verbindet, kam es zu witterungsbedingten Ausfällen und Verzögerungen.

Die Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly strichen am Sonntag 40 Prozent ihrer Flüge. Auf den Straßen des Landes kam es in weiten Teilen zu Behinderungen, sechs Menschen kamen ums Leben, darunter drei Soldaten, die zum Militäreinsatz nach Mali unterwegs waren. In Paris blieben viele Busse in den Depots und zahlreiche öffentliche Parks geschlossen. In Versailles waren Schlosspark und Schlossgarten bereits am Samstag nicht mehr zugänglich.

Tote in Schottland, Spanien und Portugal

Im schottischen Hochland wurden am Sonntag vier Bergsteiger von einer Lawine getötet. Eine Frau wurde bei dem Unglück schwer am Kopf verletzt, ein Mann erlitt leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Die sechs Wanderer waren beim Abstieg am Berg Bidean Nam Bian im Westen Schottlands, als der Abhang unter ihnen wegbrach.

Das Winterwetter heizte in den Niederlanden, wo Schlittschuhlaufen Volkssport ist, das Eislauffieber an. Trotz Warnungen der Polizei brachen viele Menschen auf noch nicht tragfähigem Eis ein. In der Provinz Friesland musste eine Frau mit einem Rettungshubschrauber aus dem eiskalten Wasser eines Sees geborgen werden.

In der südostspanischen Stadt Cartagena wurden am Samstag nach Behördenangaben bei einem Sturm zwei Männer von einer Mauer erschlagen. Wegen der von Unwettern angerichteten Schäden gab es vorübergehend Verspätungen auf den Strecken der Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Madrid und Sevilla sowie Valencia. Im nordwestlichen Galicien wurden mehrere Straßen überschwemmt, Bäume und Laternenpfahle stürzten um.

In Portugal starb ein 85-jähriger Mann, als er durch die Wucht des Sturms gegen das Tor seines Hauses geschleudert wurde und einen Schädelbruch erlitt. Der Zivilschutz vermerkte tausende Zwischenfälle, darunter Erdrutsche, Überschwemmungen und entwurzelte Bäume. Außerdem kam es landesweit zu zahlreichen Stromausfällen. 23 Flugzeuge, die in Lissabon landen sollten, wurden bis Samstagmittag nach Faro, Porto oder ins benachbarte Spanien umgeleitet. Grund waren Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

mlr/DPA/AFP/DPA

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