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Wie kompliziert ist Hanfanbau?

Das Kölner Verwaltungsgericht hat Schmerzpatienten erlaubt, Cannabis für den Eigenbedarf anzubauen. Welche Bedingungen müssen sie erfüllen? Und warum hatten sie geklagt? Fünf Fakten zum legalen Anbau.

  Der Anbau von Cannabis ist recht simpel - aber noch immer verboten.

Der Anbau von Cannabis ist recht simpel - aber noch immer verboten.

Warum wollen Schmerzpatienten Hanf selbst anbauen?
Cannabis wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Zudem hat es deutlich mildere Nebenwirkungen als die meisten klassischen Arzneimittel. Schmerzpatienten ist es deshalb erlaubt, sich Cannabisblüten oder -präparate in der Apotheke zu kaufen - aber nur, wenn sie bestimmte Vorraussetzungen erfüllen und über eine entsprechende Genehmigung der Bundesopiumstelle verfügen.

In der Apotheke kostet das pflanzliche Mittel zwischen 15 und 18 Euro und wird nicht von den Krankenkassen bezahlt. "Im Monat würde mich der Konsum insgesamt rund 900 Euro kosten", sagt Günter Weiglein, einer der Kläger. Weiglein leidet seit einem Motorradunfall vor zehn Jahren unter chronischen Knie-, Schulter- und Beckenschmerzen. Der Eigenanbau bedeutet für die Patienten also in erster Linie eine Kostenersparnis. Laut Weiglein betragen die Kosten für Anbau und Pflege der Pflanzen nur etwa ein Zehntel des Apothekenpreises.

Was ändert sich durch das Urteil des Kölner Verwaltungsgerichtes?
Vorerst nichts, denn die Kläger haben nach wie vor keine Genehmigung zum Hanfanbau. Mit dem Urteil hat das Kölner Gericht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zwar dazu verpflichtet, über die Anträge von drei Klägern neu zu entscheiden. Wie diese Entscheidung ausfallen wird, ist aber noch nicht klar. Das BfArM hat zum Beispiel die Möglichkeit, Berufung einzulegen und strengere Sicherheitsauflagen für den Anbau zu fordern, als die Kläger derzeit vorweisen können. "Wir warten zunächst auf die Urteilsbegründung", sagt eine BfArM-Sprecherin. "Bevor diese vorliegt, wird das BfArM keine Entscheidung treffen."

Welche Bedenken hat die Behörde?
Den Antrag des Schmerzpatienten Günter Weiglein lehnte das BfArM unter anderem mit der Begründung ab, dass der Anbau in einer Privatwohnung wie seiner für jedermann sichtbar sei, und sich auch Unbefugte Zugang zu den Pflanzen verschaffen könnten - etwa Nachbarn, Besucher oder Einbrecher. Laut BfArM müsse der Eigenanbau den Richtlinien zur Sicherung von Betäubungsmittelvorräten unterliegen, die recht streng sind und unter anderem speziell gesicherte Türen vorsehen.

Welche Bedingungen stellt das Gericht für den Eigenanbau?
Wichtig ist laut Urteil, dass der betreffende Patient bereits "alle zumutbaren Behandlungsalternativen ausgeschöpft" hat. Zudem muss er sicherstellen, dass keine anderen Personen sich Zugang zu den Pflanzen verschaffen können. Im Fall von Günter Weiglein befand das Gericht die Sicherheitsvorkehrungen für ausreichend. "Laut Gericht könnte ich Hanf genau so anbauen, wie ich es geplant und dem BfArM vorgeschlagen hatte: in der Abstellkammer meiner Dreizimmerwohnung", so Weiglein. "Dort ist genug Platz für ein kleines Gewächshaus mit entspechender Zubehör, und der Raum ist abschließbar."

Ist es kompliziert, Hanf anzubauen?
Nein. Wer die Pflanzen in der Wohnung züchten möchte, braucht dazu nur wenige Utensilien wie etwa ein Gewächshaus und eine spezielle Lampe. Wichtig ist auch ein Filter, da die Pflanzen besonders in der Blütezeit einen starken Geruch absondern. Problematisch ist nur die Beschaffung der Stecklinge und Samen: In Österreich kann man sie zwar legal kaufen, allerdings ist die Einführung nach Deutschland nicht erlaubt.

Lydia Klöckner
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