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Rote Karte für rotes Fleisch

Fast täglich prasseln Meldungen auf uns ein, wie wir uns gesund ernähren können. Eine Langzeitstudie mit mehr als 500.000 Teilnehmern bringt nun Klarheit über die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krebs, Übergewicht und anderen chronischen Krankheiten.

  Schlechte Nachricht für Wurst-Fans: Rotes Fleisch erhöht das Magen- und Dickdarmkrebs-Risiko

Schlechte Nachricht für Wurst-Fans: Rotes Fleisch erhöht das Magen- und Dickdarmkrebs-Risiko

Wer viel Fleisch- und Wurst isst, setzt sich erhöhten Krebsrisiken aus, Obst und Gemüse beugen dagegen bestimmten Krebsarten vor. Diese Zwischenergebnisse der seit 15 Jahren europaweit laufenden EPIC-Studie über Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebserkrankungen stellten Wissenschaftler am Mittwoch in Potsdam vor. "Exzessiven Genuss vor allem von Rind- und Schweinefleisch sollte man meiden", warnte Hans-Georg Joost vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Den bisherigen Ergebnissen zufolge steigt das Risiko, an Magen- und Dickdarmkrebs zu erkranken, mit dem Verzehr von rotem Fleisch.

Zur Senkung des Dickdarmkrebsrisikos empfehlen die Forscher dagegen, täglich etwa 30 Gramm an Ballaststoffen zu sich zu nehmen. "Das entspricht vier bis fünf Scheiben Vollkornbrot", sagte Joost, der wissenschaftlicher Direktor des DIfE ist. Eine ballaststoffreiche Ernährung schütze zudem vor Diabetes. Auch eine fischreiche Kost beuge Dickdarmkrebs vor.

Alkohol und Übergewicht lassen Brustkrebsrisiko steigen

Überraschenderweise stellten die Wissenschaftler auch fest, dass ausgiebiger Obst- und Gemüseverzehr das Risiko für Lungen- und Speiseröhrenkrebs sinken lässt. Auswirkungen auf andere Krebserkrankungen konnten sie aber bisher nicht nachweisen. Generell empfahlen die Wissenschaftler körperliche Aktivitäten und die Ernährung mit viel Obst und Gemüse. "Wir haben nichts gefunden, wonach dies schädlich wäre", erklärte der EPIC-Koordinator am Londoner Imperial College, Elio Riboli. Stattdessen vermindere häufige Bewegung auch das Dickdarmkrebs-Risiko.

Bei Frauen entdeckten die Forscher einen leichten Anstieg des Brustkrebsrisikos bei hohem Alkoholkonsum. Auch Übergewicht nach den Wechseljahren nannten sie als Risikofaktor dafür. Generell problematisch sehen sie einen großen Bauchumfang. Dicke Frauen seien einem erhöhten Risiko bei Gebärmutterkrebs und Nierenkrebs ausgesetzt. Bei beiden Geschlechtern gebe es einen Zusammenhang zwischen dem Bauchumfang und Bauchspeichelkrebs.

519.000 Testpersonen gaben Auskunft

Die EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) ist Riboli zufolge das weltweit größte Projekt seiner Art. Forscher in zehn europäischen Ländern werten seit 15 Jahren die Ernährungsgewohnheiten und die Erkrankungen von insgesamt 519.000 Testpersonen statistisch aus. Zu Beginn war jeder Teilnehmer medizinisch untersucht worden, auch Blutproben wurden genommen. Im Laufe der Jahre konnten die Wissenschaftler immer mehr Rückschlüsse zur Auswirkung von Ernährungsgewohnheiten ziehen, neben Krebs ergaben sich unter anderem auch Erkenntnisse zu Diabetes-Erkrankungen.

AP/AP
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