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2013 ist das Jahr der Schweifsterne

Kometen-Fans kommen nächste Woche auf ihre Kosten: Ein Schweifstern passiert die Erde - und ist gut mit bloßem Auge sichtbar. Und der nächste Himmelsbesucher ist bereits unterwegs.

  Wenn das Wetter mitspielt, dürfte der Komet PanStarrs mit bloßem Auge am Nachthimmel zu erkennen sein

Wenn das Wetter mitspielt, dürfte der Komet PanStarrs mit bloßem Auge am Nachthimmel zu erkennen sein

Für Himmelsbeobachter ist es ein aufregendes Jahr: Über Russland explodierte vor gut drei Wochen ein Meteor, dann schrammte ein Asteroid an der Erde vorbei - und nun taucht nächste Woche auch noch ein Komet am Abendhimmel auf. Doch Gefahr droht nicht vom Besuch des Kometen PanStarrs: Er bleibt bei seiner Stippvisite weiter von der Erde entfernt als die Sonne.

Sternfreunde warten dennoch gespannt auf den kosmischen Gast, denn PanStarrs dürfte der erste Schweifstern seit Jahren sein, der am nördlichen Himmel mit bloßem Auge zu sehen ist. Und im Herbst könnte der Komet Ison sogar ein Jahrhundert-Spektakel am Himmel bieten.

Doch zuerst: Was dürfen Himmelsgucker von PanStarrs erwarten, der im Juni 2011 mit dem gleichnamigen Teleskop auf Hawaii entdeckt wurde? "Im Prinzip wird er leicht mit bloßem Auge sichtbar sein", sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister, schränkt aber zugleich ein: "Wenn er nicht in der hellen Abenddämmerung stünde."

Die ersten Beobachtungsmöglichkeiten für PanStarrs, der die astronomische Bezeichnung C/2011 L4 trägt, bieten sich in unseren Breiten in der nächsten Woche - und zwar zwischen dem 13. bis 17. März. Die Beobachtungschancen verbessern sich zum Wochenende hin, wobei alles vom Wetter abhängt. Und da sind die Experten noch skeptisch: "Ein klarer Himmel ist noch nicht in Sicht", meint Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst.

Gute Chancen nach Sonnenuntergang

Wer sich den Besuch von PanStarrs nicht entgehen lassen will, könnte ihn - gutes Wetter vorausgesetzt - in der Dämmerung recht einfach entdecken: im Westen, wo die Sonne untergegangen ist. "Dort sollte dann PanStarrs eine halbe Stunde später auftauchen", sagt der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde im südhessischen Heppenheim, Otto Guthier.

Die Zeit gleich nach Sonnenuntergang bietet auch nach Meinung von Michael Khan von der Europäischen Weltraumagentur Esa in Darmstadt die beste Chance, einen Blick auf PanStarrs zu erhaschen. "Kometen sieht man meist nur gut über dem dunklen Himmel", meinte der Raumfahrtingenieur.

Ison, der "Überflieger"

Einen noch spektakuläreren Anblick als PanStarrs könnte demnächst ein zweiter Komet bieten: Ison (C/2012 S1) wird für November erwartet. Weltall-Experten nennen ihn "Jahrhundertkomet" und "Überflieger". Er soll nämlich selbst tagsüber zu sehen sein und hell wie der Vollmond leuchten.

"Ison hat mehr Potenzial", sagt Hüttemeister über den im September 2012 entdeckten Kometen mit der Bezeichnung C/2012 S1, der im November dicht an der Sonne vorbeiziehen und sich Ende Dezember unserem Planeten bis auf weniger als die Hälfte der Entfernung zwischen Erde und Sonne nähern soll.

Allerdings sind Kometen unsichere Kantonisten - niemand kann genau vorhersagen, was ihnen in Sonnennähe widerfährt. Ison beispielsweise wird der Sonne so nahe kommen, dass er womöglich auseinanderbricht. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Komet die Hoffnung auf ein Himmelsspektakel enttäuscht: So blieb 1973 der Auftritt des Kometen Kohoutek weit hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurück.

Früher Unglücksbote, heute Naturschauspiel

Kometen gelten ebenso wie Asteroiden als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Der Schmuck der Kometen ist ihr Schweif, PanStarrs wird auch "Frühlingsschweif genannt". Kometen bestehen aus Wassereis und Gesteinsfragmenten. Staub und Gase lösen sich in der Nähe der Sonne aus dem Kern - so entsteht der Schweif.

Zwar ziehen häufig Kometen an der Sonne vorbei, doch die meisten von ihnen sind nur in Fernrohren zu sehen. Astronomen entdecken nach Angaben der Uni Bonn mit ihren Teleskopen etwa 30 Kometen pro Jahr. Selten sind aber die ganz hellen Schweifsterne wie zum Beispiel die prächtigen Kometen Hale-Bopp und Hyakutake aus den 1990er Jahren. In früheren Zeiten wurden Kometen oft mit Krieg, Pest oder Königstod in Verbindung gebracht.

lea/AFP/DPA/DPA

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