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US-Astronaut Kelly kehrt nach 340 Tagen auf die Erde zurück

Fast ein Jahr lang war Nasa-Astronaut Scott Kelly auf der Raumstation ISS. Nun ist er wieder auf der Erde gelandet - schwach, aber wohlbehalten. Die Mission gilt als Vorbereitung für eine Reise zum Mars.

Das Bodenpersonal hilft US-Astronaut Scott Kelly, aus der drei Tonnen schweren Sojus-Kapsel auszusteigen

Das Bodenpersonal hilft US-Astronaut Scott Kelly, aus der drei Tonnen schweren Sojus-Kapsel auszusteigen

Zurück auf der Erde: Nach fast einem Jahr im All sind der US-Astronaut Scott Kelly, 52, und der Russe Michail Kornijenko, 55, wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt. "Die frische Luft fühlt sich herrlich an", sagte Kelly nach dem Ausstieg aus der drei Tonnen schweren Sojus-Kapsel. Bei leichten Minustemperaturen landeten die beiden Raumfahrer zusammen mit dem russischen Kosmonauten Sergej Wolkow in der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan.

Kellys und Kornijenkos Aufenthalt in der Schwerelosigkeit dauerte 340 Tage und damit doppelt so lange wie sonst übliche Einsätze auf dem Außenposten der Menschheit. Die sogenannte Jahresmission gilt als Test für einen bemannten Flug zum Mars in vielen Jahren. Die Männer hatten seit Ende März 2015 auf der ISS gearbeitet und Dutzende Experimente ausgeführt. Wolkow war 182 Tage im All.

Astronauten flogen mit Fallschirm zur Erde

Die Kapsel glitt nach dreieinhalb Stunden Flug an einem orange-weiß gestreiften Fallschirm zur Erde und landete in der kasachischen Steppe, wie auf Bildern der US-Raumfahrtagentur Nasa zu sehen war. Helfer trugen die Raumfahrer nach der Landung um 10.26 Uhr Ortszeit (5.26 Uhr MEZ) etwa 150 Kilometer südöstlich der Stadt Scheskasgan zu Klappstühlen, wo sie gut gelaunt und in blaue Decken gehüllt in Kameras winkten. 

In dieser Kapsel glitten die Astronauten auf die Erde

In dieser Kapsel glitten die Astronauten auf die Erde


Ursprünglich sollten die Raumfahrer eigenständig die Kapsel verlassen, auch bei einem langen Flug zum Mars wären sie nach der Landung auf dem Roten Planeten auf sich gestellt. Doch schließlich mussten Helfer des Bergungsteams ihnen buchstäblich unter die Arme greifen, wie die Flugleitzentrale bei Moskau mitteilte. Durch den Aufenthalt in der Schwerelosigkeit sind die Muskeln der Raumfahrer geschwächt. "Die Besatzung fühlt sich gut", sagte aber ein Sprecher.

Astronaut Kelly stellt US-Rekord auf

Kelly ist der erste Nicht-Russe, der einen so langen Flug absolviert hat. Seine Zeit im Weltraum ist zudem US-Rekord. Den bisherigen Weltrekord stellte der Russe Waleri Poljakow 1995 mit 437 Tagen im All auf.

Der US-Botschafter in Russland, John Tefft, lobte den Teamgeist des russisch-amerikanischem Raumfahrergespanns trotz internationaler Krisen, die die politischen Beziehungen belasten. "In Zeiten, in denen es auf zwischenstaatlicher Ebene Differenzen gibt, bin ich stolz, dass Amerikaner und Russen weiter Seite an Seite an so wichtigen Aufgaben arbeiten", sagte er der Agentur Tass. 

Spektakuläres Bild aus dem All: Scott Kelly fotografierte Polarlichter über der Erde

Spektakuläres Bild aus dem All: Scott Kelly fotografierte Polarlichter über der Erde


Das Ziel ist die Reise zum Mars

Der deutsche Raumfahrer Thomas Reiter ist sicher, dass die Jahresmission wichtige Antworten für eine bemannte Reise zum Mars gibt. "Natürlich kann man etwa die Belastung durch kosmische Strahlung nicht zu 100 Prozent simulieren. Auch würde man auf dem Weg zum Mars nur die Sonne sehen, nicht den Heimatplaneten Erde, diesen psychologischen Aspekt können wir nicht testen", sagt Reiter.

Die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Knochen und Muskeln sei aber zentral - so habe der deutsche Astronaut Alexander Gerst mit intensivem Training im All sogar Muskelmasse aufbauen können.

Pflanzen wuchsen in der Schwerelosigkeit

Auch die Frage der Ernährung wird bei einer Reise zum Roten Planeten entscheidend sein. Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt verzehrten Astronauten im vergangenen Sommer Gemüse, das in der Schwerelosigkeit gewachsen war.

Fast fünf Wochen lang beleuchteten LED-Lampen auf der ISS Salatpflänzchen. "Schmeckt wie Rucola", sagte Kelly, als er einige Blätter probierte.

Die nächste Sonde, die für Menschen den Weg zum Mars ein weiteres Stück ebnen soll, steht schon bereit. Der in Europa gebaute Satellit ExoMars soll am 13. März mit einer russischen Rakete starten. Nach siebenmonatigem Flug soll die Sonde dann die Atmosphäre des Planeten untersuchen. Ein Minilabor auf der Oberfläche des Mars soll erkunden, wie eine sanfte Landung gelingen kann. Auch das ist wichtig, damit Raumfahrer eines Tages sicher aussteigen können.

kis/DPA
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