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Auf der ISS blüht eine Blume

Dem Astronauten Scott Kelly ist ein zunächst aussichtsloses Experiment geglückt: Er hat auf der Raumstation ISS eine Zinnie zum Blühen gebracht – und dokumentiert seinen Durchbruch mit wunderschönen Bildern.

  Beeindruckender Blickfang: eine blühende Zinnie im Weltall, im Hintergrund die Erde.

Beeindruckender Blickfang: eine blühende Zinnie im Weltall, im Hintergrund die Erde.

Scott Kelly ist in großer Mission unterwegs: Der US-Astronaut züchtet auf der Internationalen Raumstation (ISS) Blumen, sogenannte Zinnien. Diese sind Teil des "Veggie-Programms" der Nasa und sollen wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie Pflanzen in der Schwerelosigkeit gedeihen. Irgendwann, so die Hoffnung, soll es Raumfahrern möglich sein, Gemüse im All anzubauen.

Zuvor war es den Experten bereits gelungen, Salat zu züchten, eine vergleichbar anspruchslose Pflanze. Doch mit den Zinnien verhielt es sich anders: "Die Zinnie unterscheidet sich stark von Salat", erklärt Trent Smith, der Leiter des Pflanzenprojektes auf der Seite der Nasa. "Sie reagiert sensibler auf Umwelt- und Lichtfaktoren. Sie hat eine längere Wachstumsphase zwischen 60 und 80 Tagen. Daher ist die Pflanze schwieriger im Anbau und zur Blüte zu bringen."

Die Zinnien verkümmerten – und schimmelten

Zunächst schien die Mission zum Scheitern verurteilt: Kurz nachdem die Pflanzen angefangen hatten zu wachsen, gab es die ersten Probleme. Offenbar hatten die Zinnien zu viel Wasser abbekommen. "Bei hoher Feuchtigkeit und nassen Oberflächen beginnen die Blätter abzusterben. So bilden sie eine ideale Grundlage für Schimmel", berichtete der Astronaut Scott Kelly dem Bodenteam Ende Dezember. Dazu postete er ein Foto der verkümmerten Zinnien auf Twitter und schrieb: "Unsere Pflanzen sehen nicht besonders gut aus. Das wäre ein Problem auf dem Mars."

Daraufhin entschied das Bodenteam, die Verantwortung ganz in Kelly's Hände zu legen, der die Pflanzen tagtäglich sah und am besten beurteilen konnte, was sie brauchten. Tatsächlich gelang es ihm, die Zinnien wieder aufzupäppeln und sogar zum Blühen zu bringen. Knapp drei Wochen später folgte die erleichterte Botschaft: Kelly postete ein Bild zweier blühender Zinnien, eine in Orange, die andere in Rot. Dazu schrieb er stolz: "Ja, es gibt andere Lebensformen im Weltall".

Kelly nahm die Zinnie sogar aus dem Gewächshaus und fotografierte sie vor einem Fenster der Raumstation – mit der Erde im Hintergrund. Allerdings handelt es sich bei den Zinnien nicht um die ersten Blumen im All: Ähnliches war bereits dem Nasa-Astronauten Don Pettit gelungen, als er im Jahr 2012 einige Pflanzen in Plastiksäcken an Bord der ISS gezüchtet hatte, darunter eine Sonnenblume und Zucchini.

ikr

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