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Gezüchteter Penis steht kurz vor Praxistest

Um Männern zu helfen, die ihren Penis verloren haben, züchtet ein Forscher künstliche Penisse aus Zellen. Die Geschlechtsteile könnten bald am Menschen getestet werden.

Dr. Anthony Atala hält hier keinen Penis, sondern das "Gerüst" für eine menschliche Niere. Die Wake Forest University in Winston-Salem züchtet verschiedene Ersatzorgane für Menschen - darunter auch Penisse.

Dr. Anthony Atala hält hier keinen Penis, sondern das "Gerüst" für eine menschliche Niere. Die Wake Forest University in Winston-Salem züchtet verschiedene Ersatzorgane für Menschen - darunter auch Penisse.

Männern, die bei einem Unfall, einer Krankheit oder durch die Rache einer erzürnten Geliebten ihren Penis verloren haben, könnte bald geholfen werden. Im Labor gezüchtete Penisse werden derzeit von Wissenschaftlern des Wake Forest Institute for Regenerative Medicine im US-Bundesstaat North Carolina getestet, wie die britische Zeitung "The Guardian" berichtet. Die Forscher prüfen die künstlichen Gliedmaßen auf ihre Sicherheit, Funktionalität und Belastbarkeit. Sie warten auf eine Genehmigung der US-Behörden und hoffen, die Penisse in den nächsten fünf Jahren auch an Patienten testen zu können.

2006 erhielt ein Chinese als erster Mann eine Penistransplantation. Zwei Wochen nach der 15-Stunden-Operation mussten die Ärzte das Glied jedoch wieder entfernen.

Penis aus körpereigenen Zellen

Statt einen Spenderpenis zu transplantieren, züchtet das Institut in North Carolina unter der Leitung von Professor Anthony Atala Penisse aus den eigenen Zellen des Patienten. Damit soll das Risko einer Abstoßung durch den Körper verringert werden. Dem Patienten werden Zellen aus dem Rest seines Penis entnommen und dann in einer Kultur für vier bis sechs Wochen zum Wachsen gebracht.

Für die Form wird aber dennoch ein Spenderpenis benötigt. Dieser wird durch Einlegen in ein mildes Reinigungsmittel von allen fremden Zellen befreit. Nach zwei Wochen bleibe dann ein "Gerüst" aus Kollagen übrig, auf das die kultivierten Zellen des Patienten gesetzt werden.

Da es sich um körpereigene Zellen handelt, kann die Methode nicht für eine geschlechtsangleichende Operation von der Frau zum Mann verwendet werden.

Methode war bei Hasen erfolgreich

Atala begann seine Arbeit zur Wiederherstellung von Geschlechtsorganen 1992 um Menschen zu helfen, deren Penis als Kleinkind wegen uneindeutigem Geschlechts entfernt wurde. Das Institut wird von den US-Streitkräften finanziert, die darauf hoffen, an den Geschlechtsteilen verletzte Soldaten behandeln zu können.

2008 gelang es Atalas Team bereits, Hasenmännchen mit einem künstlichen Penis auszustatten. Dabei erwies sich auch die Funktionstüchtigkeit als erfolgreich: Alle 12 Versuchstiere versuchten sich zu paaren, bei acht konnte eine Ejakulation nachgewiesen werden, vier erzeugten Nachwuchs.

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