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Verschwundene Pyramide wiederentdeckt

1842 entdeckte ein deutscher Archäologe die "kopflose Pyramide". Doch sein Fund versank erneut im Wüstensand. Spätere Forscher konnten nur rätseln, wo sich das 4000 Jahre alte Bauwerk befand. Jetzt aber stießen Archäologen auf das Grab des Pharaos Menkauhor.

Pyramiden sind mächtige Bauwerke der Vergangenheit, in denen ägyptische Pharaonen ihre letzte Ruhe fanden. Werden sie jedoch vom Wüstensand verschluckt, ist es schwer, die Riesen zu finden. So geschehen mit der "kopflosen Pyramide".

Schon lange vermuteten Archäologen die Pyramide in der Gräbnisstätte Sakkara südlich von Kairo: Der deutsche Archäologe Karl Richard Lepsius erwähnte 1842 die Pyramide als eine seiner Entdeckungen. Er gab ihr die Nummer 29 und nannte sie "kopflos", weil die Spitze des Bauwerks fehlte. Der Wüstensand begrub jedoch in den Jahrzehnten darauf Lepsius' Entdeckung unter sich. Seit damals gelang es keinem Archäologen, die Grabstätte zu finden. Im vergangenen Jahr trugen Archäologen dann einen acht Meter hohen Sandberg ab und entdeckten nun das Fundament der Grabstätte.

Die Pyramide sei wahrscheinlich von König Menkauhor in Auftrag gegen worden, einem Pharao, der nur acht Jahre an der Macht war, vermutet der Leiter der ägyptischen Altertumsbehörde, Sahi Hawass. Der ägyptische Herrscher gehörte der 5. Dynastie an, die von 2465 bis 2325 vor Christus regierte. Den Namen des Erbauers fanden die Archäologen allerdings nicht.

Frühe Siedler köpften die Pyramide

Für Hawass handelt es sich eindeutig um die vermisste Pyramide: Der Baustil lasse darauf schließen. So befinden sich am Eingang zur Grabkammer große rote Granitblöcke, die ganz charakteristisch für diese Epoche sein sollen. Und auch der Sarkophag wird von einer Gesteinsart verschlossen, die nur in dieser Zeit verwendet wurde.

Die Altertumsbehörde gab nun bekannt, sie habe auch eine alte Straße für Prozessionen entdeckt, die an der Pyramide Menkauhors vorbeiführte. Auf der Straße hätten Priester die mumifizierten Überreste heiliger Bullen zu ihrer Grabstätte gebracht.

Wirklich gut in Schuss ist die Pyramide allerdings nicht mehr: Übrig blieben nur gewaltige Felsbrocken, die auf die Wände und den früheren Eingang schließen lassen, sowie eine Grabkammer. Die Forscher vermuten, dass Siedler vor vielen Jahren die Spitze der Pyramide abgetragen haben, um die Steine als Baumaterial für Häuser zu verwenden.

Im Sand verbergen sich viele alte Schätze

Sakkara gilt als eines der ältesten Gräberfelder aus der Pharaonenzeit. Hier liegen rund zwei Dutzend Pharaonen begraben, die in Memphis regierten. Der Ort liegt etwa 19 Kilometer südlich von Kairo. Aber nicht nur Könige, auch hohe Würdenträger wurden hier zu Grabe getragen. Trotz der intensiven Arbeit von Archäologen in Ägypten in den vergangenen 200 Jahren wurde nach Einschätzung von Hawass jedoch erst ein Drittel der unterirdischen Artefakte in Sakkara entdeckt: "Man weiß nie, welche Geheimnisse der ägyptische Sand noch verbirgt", sagte Hawass. "Ich glaube, es gibt noch viele Pyramiden zu entdecken."

AP/AP

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