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Von wegen sicher

Das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima ist laut der japanischen Regierung wieder unter Kontrolle. Doch Experten zweifeln daran: Von Normalität ist die Atomruine weit entfernt.

Von Christoph Fröhlich

  Die Atomruine von Fukushima ist angeblich sicher. Doch viele Experten bezweifeln die Einschätzung der japanischen Regierung

Die Atomruine von Fukushima ist angeblich sicher. Doch viele Experten bezweifeln die Einschätzung der japanischen Regierung

Fukushima ist wieder sicher. Glaubt man jedenfalls der japanischen Regierung. Trotz zahlreicher Zwischenfälle in den vergangenen Wochen befinden sich die schwer beschädigten Reaktoren endlich im Zustand der sogenannten Kaltabschaltung ("cold shutdown"), bei der das Kühlwasser konstant unter 100 Grad Celsius gehalten wird. Ein riesiger Fortschritt, meint Ministerpräsident Yoshihiko Noda. Ein "großer Angstfaktor" sei damit beseitigt worden. Und das nur neun Monate nach dem verheerenden Zwischenfall. Wie glaubwürdig ist die gute Nachricht?

Alles wie gehabt

Experten und Umweltschützer hegen Zweifel. "Schon der Begriff 'Kaltabschaltung' ist falsch gewählt", sagt Heinz Smital, Atomexperte der Umweltschutzorganisation Greenpeace, stern.de. "Normalerweise gilt er nur für intakte Anlagen, wenn sich der Reaktor abkühlt und das Brennelement gewechselt werden kann." Doch von einer normalen Anlage ist die Reaktorruine weit entfernt: "Dass die Temperatur unter 100 Grad Celsius liegt, ist sicherlich richtig. Allerdings sagt diese Zahl kaum etwas aus, da sich das Brennelement nicht mehr im Druckbehälter befindet."

Neueste Berechnungen des Betreibers Tepco zeigen, dass der Großteil des geschmolzenen Brennstoffs durch den Boden des Behälters gebrannt und in den darunterliegenden Beton geschmolzen ist. "Das Brennelement kann überall sein, nur nicht mehr im Behälter", meint Smital. Dass plötzlich alles unter Kontrolle ist, bezweifelt auch Horst May von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit in Köln, die das Geschehen in Fukushima seit der Katastrophe im März verfolgt. May ist überzeugt: "Die Lage hat sich zwar zunehmend stabilisiert, aber die grundlegenden Probleme bestehen nach wie vor", sagte er stern.de. Warum die japanische Regierung ausgerechnet heute von einem Erfolg spricht, ist ihm schleierhaft.

Noch immer sei das ehemalige Kernkraftwerk weit entfernt vom Normalzustand. Die Reaktoren müssten nach wie vor gekühlt werden, kein Mensch wisse genau, wie es im Inneren aussieht. "Die Gefahr ist immer noch groß. Trotz der bisherigen Fortschritte kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Lage wieder verschärft, zum Beispiel durch weitere Beben.", warnt May. Der Atomexperte hält es für wahrscheinlich, dass um alle Reaktoren ein Schutzmantel gebaut werden müsse wie einst in Tschernobyl, der die radioaktiven Stoffe in der Anlage einschließt.

Wie einst Tschernobyl

Das weiß auch Tepco, der Betreiber der einstigen Atomanlage. Über den ersten der vier zerstörten Blöcke wurde bereits eine provisorische Schutzhülle errichtet. "Sie schützt vor der gefährlichen Strahlung und eintretendem Regenwasser. Doch sie wird nicht ewig halten", sagt Umweltschützer Smital stern.de. Ob und wann eine stärkere Ummantelung gebaut wird, ist nicht bekannt. "Die Aufräumarbeiten in Fukushima sind schwieriger als einst in Tschernobyl, da gleich vier Reaktoren betroffen sind und mehr Brennstoff vorhanden ist." Der Prozess werde noch Jahrzehnte dauern - eine baldige Rückkehr der Bevölkerung hält er für ausgeschlossen.

Die Regierung hatte im Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk eine Sperrzone verhängt, die evakuiert wurde. Nachdem sich die Lage nun aber nach offizieller Darstellung beruhigt hat, will die Regierung die Zugangsbeschränkungen laut Medienberichten überdenken. Im Januar 2012 startet eine großangelegte Dekontaminierung. Knapp 1000 Soldaten haben bereits begonnen, öffentliche Gebäude in der Sperrzone zu reinigen.

Wie großflächig die Gegend rund um das ehemalige Atomkraftwerk verstrahlt wurde, zeigt ein Vorfall Anfang des Monats: 400.000 Dosen Baby-Milchpulver waren mit radioaktivem Cäsium verseucht und mussten zurückgerufen werden. Wie der Stoff in das Pulver gelangte, ist noch unklar. Vermutlich wurde die Kuhmilch 200 Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk entfernt getrocknet und ist dort mit den radioaktiven Isotopen in Kontakt gekommen.

Im nächsten Jahr sollen die Brennelemente aus dem Lagerbecken in Block 4 entfernt werden, danach folgen die übrigen Reaktoren. "Das wäre ein wichtiger Schritt in die Zukunft" meint Atomexperte Horst May. Doch die Bergung aller geschmolzenen Brennstäbe soll mehr als zehn Jahre dauern. Von Normalität kann da keine Rede sein.

mit DPA

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