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Fortschritt bei der Suche nach Malaria-Impfstoff

Malaria ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Forscher suchen schon lange einen Impfstoff, nun ist ihnen ein entscheidender Schritt gelungen.

  Die Malaria-Erreger werden durch Stechmücken übertragen.

Die Malaria-Erreger werden durch Stechmücken übertragen.

Bei den Forschungen an einem Impfstoff gegen Malaria sind Wissenschaftlern in den USA nach eigenen Angaben vielversprechende Fortschritte gelungen. Wie die US-Fachzeitschrift "Science" berichtet, brachten Tests mit abgeschwächten Erregern, die mehr als 50 Testpersonen intravenös verabreicht wurden, gute Ergebnisse.

Malaria ist eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten überhaupt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben im Jahr 2010 weltweit 660.000 Menschen an der Tropenkrankheit, rund 90 Prozent davon in Afrika. Die weltweite Zahl der Malariafälle lag im selben Jahr nach diesen Schätzungen bei 219 Millionen.

Gegen keine der Varianten der Tropenkrankheit gibt es bisher einen Impfstoff. Übertragen werden die Malaria-Erreger, die als Plasmodien bezeichneten Parasiten, durch Stechmücken der Gattung Anopheles. Zwar gibt es Medikamente gegen Malaria. In vielen Regionen haben die Erreger jedoch Resistenzen gegen diese Mittel entwickelt.

Parasiten für Impfung aufbereitet

Auf der Suche nach einer Impfstoff gegen Malaria gelang der Forschergruppe um Robert Seder vom Impfforschungszentrum in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland dem Bericht zufolge ein entscheidender Schritt: Die in Moskitos lebenden und für die Übertragung einer besonders gefährlichen Malaria-Variante verantwortlichen Parasiten Plasmodium falciparum kultivierten die Forscher in einer für Impfungen geeigneten Form und verarbeiteten sie zu einem Serum.

Dass sich Menschen durch eine Injektion von Plasmodium falciparum gegen Malaria immunisieren können, ist der Forschung nach Angaben von "Science" schon seit 40 Jahren bekannt. Es gab aber bislang noch keinen geeigneten Weg, die winzigen Parasiten für Impfungen aufzubereiten. Bisher war die einzige Möglichkeit, Menschen von infizierten Moskitos stechen zu lassen.

Weitere Studien notwendig

Die Forscher teilten ihre Testpersonen dem Bericht zufolge in zwei Gruppen auf: Die erste Gruppe bekam im Verlauf eines Jahres vier Impfdosen, die zweite bekam fünf. Nur ein Drittel der ersten Gruppe bekam Malaria, aus der zweiten Gruppe keiner. Je höher die Zahl der verabreichten Dosen war, desto größer war die Zahl der Antikörper, die die Forscher im Blut der Testpersonen feststellten.

Auch die menschlichen T-Zellen, die ein wichtiger Teil der Immunabwehr sind, sprachen demnach in einer "dosis-abhängigen Weise" auf die Serumsgabe an. Ein derartiger Schutz sei bislang nur mittels Immunisierung durch Moskitostiche erreicht worden.

Laut "Science" sind nun noch umfangreiche weitere Studien nötig, bis geklärt ist, ob der neue Ansatz letztlich trägt. Dabei müsse unter anderem geklärt werden, wie lange der Schutz anhält und ob das Serum auch gegen andere Plasmodium-falciparum-Stämme wirkt. Der gefährliche Erreger Plasmodium falciparum kommt vor allem in Afrika vor.

lea/AFP/AFP

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