HOME

Ehemalige Pflegerin findet rührende Worte zum Tod von Gorilla Harambe

"Wir müssen die Schönheit und Majestät dieser Tiere hervorheben": Die ehemalige Tierpflegerin Amanda O'Donoughue hat einen rührenden Facebook-Post zum Tod des Gorillas Harambe geschrieben. Darin verteidigt sie auch dessen Abschuss.

Tierpflegerin Amanda O'Donoughue kniet vor einem Gorilla - sie trauert um Harambe

Amanda O'Donoughues Text über den Gorilla Harambe wird im Netz tausendfach geteilt

Gorilla Harambe war eine Attraktion im Zoo von Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio. Der Flachlandgorilla wog gute 180 Kilo, war stattlich gewachsen, sein Rücken silbern eingefärbt. Wärter des Zoos mussten das Tier am vergangenen Samstag erschießen, nachdem ein vierjähriger Junge in sein Gehege gefallen war. Es blieb ihnen wohl keine andere Wahl. Harambe hatte sich den Jungen geschnappt, zog ihn durch den Wassergraben und hob ihn immer wieder in die Luft. Der Kleine schwebte in Lebensgefahr.

Durch den Abschuss des Gorillas konnte das Leben des Jungen gerettet werden. Dennoch ist der Tod des Tieres tragisch. Die Art, der Harambe angehörte, ist laut Weltnaturschutzunion vom Aussterben bedroht. Der Silberrücken sollte für die Zucht verwendet werden.

Harambes Tod ist "ein schwerer Verlust"

Kritiker erheben daher schwere Vorwürfe gegen den Zoo in Cincinnati. Die Verantwortlichen hätten sich voreilig für einen Abschuss entschieden und zu radikal gehandelt. Dieser Darstellung widerspricht Zoodirektor Thane Maynard. Der des 17-jährigen Tieres sei zwar ein schwerer Verlust, doch die Wärter hätten keine andere Wahl gehabt. Er erklärte zwei Tage nach dem Vorfall: "Wir stehen zu unserer Entscheidung, und wir würden heute genauso verfahren."

Die ehemalige Tierpflegerin Amanda O'Donoughue kann die Entscheidung des Zoos nur allzu gut nachvollziehen. Sie habe vor einigen Jahren selbst mit Gorillas zusammengearbeitet, sie seien ihre Lieblingstiere, schreibt sie auf Facebook. "Gorillas sind gutmütig, neugierig und manchmal albern. Auf der anderen Seite sind sie aber auch sehr große, sehr starke Tiere", heißt es in ihrem Post, der mittlerweile fast eine Million Mal geteilt wurde.


Eine Betäubung wirkt erst nach Minuten – zu lange nach Ansicht von O'Donoughue

Darin verteidigt sie den Abschuss des Primaten. "Ich höre immer wieder, der Gorilla habe versucht, den Jungen zu beschützen. Ich glaube, das entspricht nicht der Wahrheit. Harambe greift nach den Armen und Beinen des Jungen, aber nur, um den Jungen so zu positionieren, dass er ihn sich ansehen kann. Männliche Primaten betreiben dieses zur Schau stellen vor allem dann, wenn sie sehr aufgeregt sind." Sie glaube nicht, dass Harambe einfach so von dem Kind abgelassen hätte, ohne ihn vorher ernsthaft zu verletzen. Dies sei aber lediglich der Größe und der Kraft des geschuldet, keineswegs böser Absicht.

Auch ein Betäubungspfeil wäre ihrer Meinung nach nicht infrage gekommen: "Es hätte zu lange gedauert, bis Harambe außer Gefecht gesetzt gewesen wäre." Dies sei auch der Stresssituation geschuldet, in der sich der Gorilla befunden habe. Betäubungsmittel brauchen dann länger, um ihre Wirkung zu entfalten. O'Donoughue: "Wäre Harambe im Wassergraben zum Liegen gekommen, wäre er dort möglicherweise ertrunken. Unter Umständen wäre er auch auf den Jungen gefallen und hätte ihn ebenfalls unter Wasser gedrückt."

Leicht gefallen sei der Abschuss den Verantwortlichen sicher nicht, glaubt O'Donoughue: "Einer Sache bin ich mir gewiss: Diese Wärter haben einen wunderschönen, wirklich prächtigen Silberrücken und Freund verloren. Ich fühle mit ihnen in dieser Woche. Als Erzieher und Bewahrer dieser bedrohten Arten, können wir nur die Schönheit und Majestät dieser Tiere hervorheben und hoffen, die Liebe für sie zu entfachen und zu verhindern, dass sie von unserem Planeten verschwinden. Sie sind keine Kindsmörder. Dieser Vorfall ist bedauerlich für den Erhalt der Spezies und auch für den wunderschönen Zoo von Cincinnati selbst, da dieser Umsatzeinbrüche hinnehmen muss. Ringsum nur Tragödien."

ikr

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren