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Erstmals Genmanipulation an menschlichen Embryonen erlaubt

In Großbritannien ist es Forschern erstmals erlaubt, in das Genmaterial von Embryonen einzugreifen. Die zuständige Behörde hat die Versuche genehmigt. Kritiker fürchten, dass dies ein weiterer Schritt Richtung Designerbabys ist.

  Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ist jede menschliche Eizelle vom Stadium ihrer Befruchtung an als "menschlicher Embryo" anzusehen, da sie das Potenzial besitzt, sich zu einem Menschen zu entwickeln. 

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ist jede menschliche Eizelle vom Stadium ihrer Befruchtung an als "menschlicher Embryo" anzusehen, da sie das Potenzial besitzt, sich zu einem Menschen zu entwickeln. 

Großbritannien hat erstmals die Genmanipulation an Embryonen erlaubt. Die Erlaubnis gilt nur im Rahmen eines Forschungsprogramms zu Frühgeburten. Der entsprechende Antrag von Dr. Kathy Niakan vom Francis Crick Institute auf eine Ausweitung der Forschungslizenz sei genehmigt worden, teilte die zuständige Behörde am Montag mit. Die Entscheidung dürfte die ethische Debatte über Genmanipulationen am Menschen wieder entfachen.

Das aktive Verändern des menschlichen Erbgutes (DNA) ist äußerst umstritten und in vielen Ländern, darunter Deutschland, nicht erlaubt. Kritiker befürchten, dass sogenannte Designerbabys geschaffen werden könnten, bei denen die Eltern die Eigenschaften ihres Kindes durch Manipulation der DNA festlegen. Nicht nur Theologen lehnen einen solchen Eingriff in die Natur beziehungsweise jeden derartigen Eingriff ab.

Embryonen werden nicht eingepflanzt

Die jetzt in Großbritannien erlassene Zulassung betrifft die sogenannte Crispr/Cas9-Methode, die es erlaubt, kranke Gene in der DNA zu bestimmen, um sie gezielt auszuschalten. Ein erster Versuch, diese Methode an menschlichen Embryonen anzuwenden, wurde Anfang 2015 schon einmal in China unternommen.

Die Experimente finden sieben Tage nach der Befruchtung statt. Mit den Versuchen wollen die Forscher mehr über die Ursachen von Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit herausfinden. Die Embryonen dürfen keiner Frau eingepflanzt werden, schreibt die BBC. Sie stammen von Paaren, die sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen haben.

lea/dho/AFP/DPA
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