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Oxford-Professor löst 300 Jahre altes Matherätsel

Der Oxford-Professor Sir Andrew Wiles löste ein jahrhundertealtes Mathe-Rätsel: den "Großen Fermatschen Satz". Dafür erhält er nun den Abelpreis. Er gilt als Äquivalent zum Nobelpreis.

  Er knackte den "Großen Fermatschen Satz" und wird dafür nun ausgezeichnet: Oxford-Professor Sir Andrew Wiles

Er knackte den "Großen Fermatschen Satz" und wird dafür nun ausgezeichnet: Oxford-Professor Sir Andrew Wiles

Mehr als drei Jahrhunderte zerbrachen sich Mathematiker den Kopf über den "Großen Fermatschen Satz" – eines der wohl berühmtesten Mathe-Rätsel unserer Zeit. Der Franzose Pierre de Fermat hatte diesen bereits im Jahr 1637 aufgestellt, allerdings selbst nicht beweisen können. Dennoch hatte Fermat nie an der Richtigkeit des Lehrsatzes gezweifelt. Er behauptete: Die Gleichung a^n+b^n=c^n hat für positive ganze Zahlen a, b, c keine Lösung, wenn n größer als zwei ist.

Andrew Wiles las zum ersten Mal als Zehnjähriger von dem ungelösten Rätsel und war sofort elektrisiert: "Der Satz sah so einfach aus, und dennoch konnten ihn all die großen Mathematiker der Geschichte nicht beweisen", erklärte er vor einigen Jahren in einem Interview dem Magazin Nova. "Ich musste ihn einfach lösen."

Die Lösung kam ihm zwischen Mittagessen und Teezeit

Über Jahre tüftelte Wiles an einer Lösung – bis zu jenem Tag Ende Mai des Jahres 1993: "Meine Frau Nada war gerade draußen mit den Kindern, und ich saß oben an meinem Schreibtisch und grübelte über den letzten Stand meines Beweises." Plötzlich sei ihm ein Satz ins Auge gestochen, und er realisierte, dass dieser den Weg zu der Lösung ebnen konnte. Vor lauter Aufregung vergaß er sogar zum Mittagessen mit seiner Familie zu kommen. "Es war bereits Teezeit, und ich kam die Treppen herunter. Meine Frau war überrascht, dass ich erst so spät auftauchte. Dann erzählte ich ihr, dass ich den Großen Fermatschen Satz bewiesen hatte."

Die Theorie des französischen Mathematikers galt über viele Jahrzehnte als nahezu unlösbar – doch Andrew Wiles hatte das Rätsel mithilfe drei komplexer mathematischer Anwendungen geknackt: Modulformen, elliptischen Kurven und der Galoistheorie. Dafür wurde der Wissenschaftler nun mit dem Abelpreis ausgezeichnet: Er gilt als Äquivalent zum Nobelpreis und ist mit rund 600.000 Euro dotiert. Sir Andrew habe mit dem Beweis der Theorie "ein neues Zeitalter der Zahlentheorie eröffnet", so die Begründung des Preis-Komitees.

Für den Professor selbst ist die Auszeichnung eine "riesige Ehre", wie er auf der Seite der Oxford University erklärt. "Der Große Fermatsche Satz war bereits in jungen Jahren meine Leidenschaft. Ihn zu lösen gab mir ein überwältigendes Gefühl der Erfüllung." Nun hoffe er, mit seiner Arbeit junge Menschen für Mathematik begeistern zu können. Es gebe schließlich noch so viele Herausforderungen auf diesem "schönen und faszinierenden Gebiet".

ikr

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