Startseite

Dürre besiegelte Untergang der Maya

Zahlreiche Mythen und Geheimnisse ranken sich um die Maya. Doch warum verschwanden diese so plötzlich? Ein Tropfstein liefert Forschern neue Erkenntnisse über den Untergang der Hochkultur.

Von Ilona Kriesl

  Mithilfe eines Tropfsteines konnten Forscher Hinweise auf die Klimaentwicklung zur Zeit der Maya gewinnen.

Mithilfe eines Tropfsteines konnten Forscher Hinweise auf die Klimaentwicklung zur Zeit der Maya gewinnen.

Sie bauten monumentale Pyramiden, errichteten Städte und deuteten den Lauf der Sterne: Die Maya waren ihrer Zeit weit voraus. Ihre in Stein gemeiselten Schriftzeichen geben Forschern noch immer Rätsel auf – ebenso wie der plötzliche Untergang der Hochkultur. Was besiegelte das Ende dieser Zivilisation? Seit Jahrzehnten streiten Wissenschaftler und Archäologen über den Maya-Niedergang um 1000 nach Christus. Läuteten Kriege und Krankheiten das Ende der Maya ein? Wurde ihnen der Raubbau an der Natur oder eine große Dürre zum Verhängnis?

Ein internationales Forscherteam um Douglas Kennett, Geoarchäologe an der Pennsylvania State University, liefert neue und detaillierte Informationen zu diesen Thesen. Demnach beeinflusste das Klima den Aufstieg und Niedergang der Maya maßgeblich. Die Blütezeit der Maya fiel mit regenreichen Abschnitten zusammen, während regenarme Jahre und eine ausgeprägte Dürre schließlich ihr Ende besiegelten. Dies sei zwar schon vermutet, aber noch nie mit derart präzisen Klimadaten belegt worden, schreiben die Forscher in ihrer im Fachjournal "Science" veröffentlichten Studie.

Tropfstein als stummer Klimazeuge

Auskunft über das damals herrschende Wetter gab den Forschern ein Stalagmit aus der Yok-Balum-Höhle im zentralamerikanischen Belize. Stalagmiten sind vom Boden aufwärts wachsende Tropfsteine. Die Höhle liegt nur einen Steinwurf von der Maya-Stätte Uxbenká entfernt, wo vor über einem Jahrtausend die Hochkultur blühte. Insgesamt 4200 Proben entnahmen die Forscher aus den obersten 42 Zentimetern des Steines. Anschließend analysierten sie die Verteilung von Sauerstoffisotopen in den Kalkablagerungen. Die Menge eines bestimmten Isotops gibt Auskunft über die Regenmenge, die zu dieser Zeit dort niederging. Auch das Alter des stummen Klimazeugen bestimmten die Wissenschaftler.

Anhand der Isotope rekonstruierte das Team um Kennett das Klima der vergangenen 2000 Jahre. Ihre Daten verglichen sie mit alten Schriften der Maya, in denen diese für ihre Kultur wichtige Ereignisse wie Kriege oder Thronbesteigungen festhielten. So erstellten die Forscher einen Kriegs-Index aus dem relativen Vorkommen von Schriftzeichen, die auf Streit und Konflikte im Laufe der Zeit hindeuteten.

Aus ihren Ergebnissen deuteten die Forscher, dass die Blütezeit der Maya mit besonders regenreichen Perioden zusammenfiel. In der Zeit von 400 bis 640 nach Christus gedieh die Landwirtschaft, die Bevölkerung wuchs und es entstanden wichtige Zentren wie Tikal im Norden von Guatemala. Starke Regenfälle ließen Feuchtgebiete entstehen, in deren Nähe sich die Maya ansiedelten und ihre Felder bestellten. Bis 650 nach Christus bildeten sich monumentale politische Zentren aus.

Zweistufiger Zerfall

Die Ablagerungen der Jahre 660 bis 1000 nach Christus lassen auf ein sehr trockenes, niederschlagsarmes Klima schließen. In Inschriften aus dieser Zeit häufen sich die Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Maya-Stämmen. Die Zentralmacht spaltete sich in Kleinstaaten auf und die Bevölkerungszahlen schrumpften. Der ausbleibende Regen und damit verbundene geringe Ernteerträge könnten die Kriege begünstigt haben, vermuten die Forscher. Zwischen 1020 und 1100 nach Christus folgte schließlich eine starke Dürreperiode, die nach Meinung der Wissenschaftler das Ende der Maya besiegelte.

"Die Effekte von Klimaänderungen sind komplex und verlaufen auf verschiedenen Zeitskalen. Abrupte Klimawandel sind sicherlich nur ein Teil der Geschichte", betonte Hauptautor Kennett in einer Mitteilung seiner Hochschule. "Die vorhergehenden Bedingungen, die die Komplexität der Gesellschaft förderten, bauten sozusagen die Bühne auf für die späteren Probleme und den Niedergang der politischen Institutionen."

Die neuen Analysen aus den Stalagmiten-Ablagerungen bieten den Forschern zufolge die bisher genauesten Daten zum Niederschlag in der Maya-Periode. Eine Reihe von Dürreperioden wird allerdings schon länger als Ursache für den Untergang der Maya-Hochkultur vermutet. So hatte etwa Gerald Haug vom Geoforschungszentrum in Potsdam bereits im Jahre 2000 den zeitlichen Ablauf von Niederschlägen in Mittelamerika aus Meeres-Sedimenten vor Venezuela abgeleitet. Er fand ebenfalls Hinweise auf ausgeprägte Dürreperioden.

mit DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools