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München ist barrierefreiste deutsche Großstadt

Die Organisation "Aktion Mensch" hat in den fünf größten deutschen Metropolen nachgefragt, wie es um die Barrierefreiheit steht. Defizite gibt es nicht nur bei Gebäuden und Bussen.

  Gut: Ein Aufzug sorgt für barrierefreien Zugang.

Gut: Ein Aufzug sorgt für barrierefreien Zugang.

Für eine Rollstuhlfahrerin, einen Vater mit Kinderwagen oder eine alte gehbehinderte Frau bedeutet eine Treppe ein schwer zu bezwingendes Hindernis. Mit einer Rampe wäre das anders. Doch daran hapert es vielerorts - genauso wie am freien Zugang insgesamt. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage der Organisation "Aktion Mensch". Demnach sehen 80 Prozent der Befragten ihre Stadt nicht als Vorbild für Barrierefreiheit. Insgesamt hatte "Aktion Mensch" mehr als 2300 Menschen zwischen 18 und 65 Jahren in Deutschland befragt - davon über die Hälfte in den fünf größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main.

Das Ergebnis: München ist der Sieger im Barriere-Ranking. Aus der Sicht der Bewohner ist die bayerische Hauptstadt am barrierefreisten. Es folgen Frankfurt am Main und Berlin. Köln hat nach Ansicht der Einwohner Defizite. Schlusslicht in Sachen Barrierefreiheit ist Hamburg.

Handlungsbedarf sehen die Bürger an verschiedenen Stellen. Dass öffentliche Gebäude besser zugänglich sein müssten, sagen Berliner, Hamburger und Münchner. In Köln halten die Befragten vor allem die Wegen und den öffentlichen Nahverkehr für verbesserungsbedürftig. Nach Ansicht der Frankfurter müsste es mehr barrierefreie Wohnungen geben.

Kaum Jobs für Menschen mit Behinderungen

Eine große Mehrheit der Befragten wünscht sich eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und den Abbau von Vorurteilen. Um Barrieren und Vorurteile zu reduzieren, sehen zwei Drittel der Befragten jeden einzelnen Menschen in der Verantwortung. Wichtige Impulse erwarten sie allerdings von der Kommunal- und Bundespolitik genauso wie von Unternehmen.

In Deutschland leben 7,1 Millionen schwer behinderte Menschen, die Mehrheit davon erwirbt die Behinderung erst im Laufe des Lebens. Laut "Aktion Mensch" arbeiten nur 4,2 Prozent der Menschen mit Behinderungen in einem regulären Job. 60 Prozent der deutschen Unternehmen müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen, weil sie keine oder zu wenige behinderte Menschen beschäftigen.

Um auf bestehenden Barrieren aufmerksam zu machen, veranstalten "Aktion Mensch" und Organisationen der Behinderten- und Selbsthilfe am 5. Mai einen bundesweiten Aktionstag. Der Verein "Aktion Mensch" ist die größte soziale Förderorganisation in Deutschland. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie und das ZDF.

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