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Warum Männerschweiß sexy ist

Lange war umstritten, ob Menschen überhaupt auf Pheromone ansprechen, jene Duftstoffe, die unter anderem das andere Geschlecht anziehen. Nun haben Forscher nachgewiesen, dass Männer einen solchen Stoff produzieren - in ihrem Schweiß.

Kalifornische Forscher haben ein menschliches Pheromon identifiziert: Wenn Frauen ein bestimmtes Testosteron-Abbauprodukt namens Androstadienon riechen, verbessert sich ihre Stimmungslage und sie reagieren leicht erregt. Das spiegelt sich auch in ihrem Hormonhaushalt wider, entdeckten die Wissenschaftler. Sie bestätigen damit die Vermutung, dass das im Männerschweiß ausgeschiedene Androstadienon bei Menschen als so genanntes Pheromon wirkt.

Pheromone sind Duftstoffe, mit denen Lebewesen untereinander auf biochemischem Weg kommunizieren. Bisher war umstritten, ob Menschen überhaupt auf Pheromone ansprechen. Ihre Arbeit veröffentlichen Claire Wyart und ihre Kollegen von der Universität von Kalifornien in Berkeley in der Fachzeitschrift "Journal of Neuroscience".

Der Atem wird schneller, der Blutdruck höher

Wyart und ihre Kollegen ließen 21 junge Probandinnen an einer geringen Menge reinem Androstadienon oder an einer ähnlich riechenden Kontrollsubstanz schnuppern. Die Wissenschaftler erfassten dabei Körperfunktionen wie Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz, stellten den Probandinnen Fragen zur Gemütsverfassung und bestimmten in ihrem Speichel die Konzentration von Cortisol, einem klassischen Stresshormon. Wenn die Probandinnen das Androstadienon rochen, erhöhten sich ihre Stimmungslage und ihre körperliche Erregung, was sich auch über die erhöhte Cortisol-Konzentration im Speichel messen ließ.

Ob Androstadienon die Cortisol-Produktion allerdings direkt beeinflusst und die erhöhe Stimmung eine Folge der erhöhten Cortisol-Konzentration ist, oder ob umgekehrt Androstadienon die Laune beeinflusst und das zu erhöhten Cortisol-Werten führt, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Ebenso machen sie darauf aufmerksam, dass Schweiß ein komplexes Gemisch ist und Androstadienon keineswegs das einzige darin enthaltene Pheromon sein müsse.

Es ist schon seit längerem bekannt, dass Tiere über Duftstoffe kommunizieren. Ihnen dienen die so genannten Pheromone als Sexuallockstoffe, als Erkennungsmerkmale, zur Alarmierung oder zur Markierung. Ebenso gab es bereits Hinweise darauf, dass auch Menschen auf Duftstoffe reagieren - etwa auf solche im Schweiß des bevorzugten Geschlechts. Es wurde jedoch nie untersucht, welcher Schweißbestandteil solche Pheromonqualitäten hat. Wyart und ihre Kollegen konnten nun eindeutig zeigen, dass Androstadienon auf Menschen als Pheromon wirkt: Allein dessen Geruch hat einen messbaren Einfluss auf menschliche Körperfunktionen.

DDP/DDP
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