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Deutschland ist in der EU am fettesten

Deutschland ist in Europa Dickenland Nummer 1 - zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie. Nirgendswo sonst in der EU haben so viele Menschen Übergewicht. Doch die Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen.

  75 Prozent der Männner und 59 Prozent der Frauen in Deutschland sind zu dick

75 Prozent der Männner und 59 Prozent der Frauen in Deutschland sind zu dick

Eine Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) hat 25 EU-Länder hinsichtlich des Anteils an Übergewichtigen in der Bevölkerung verglichen. Das Ergebnis: In Deutschland sind 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen zu dick. Als Maß dient der Body-Mass-Index (BMI), der sich aus dem Gewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße errechnet. Gemeinhin gilt ein Mensch mit einem BMI größer 25 als übergewichtig, ab 30 als fettleibig.

Deutschland nun vor Tschechien, Zypern und England

Bei den Männern in Deutschland sind nach der Erhebung 52,9 Prozent übergewichtig, 22,5 leiden unter krankhafter Fettleibigkeit. Bei den Frauen haben 35,6 Prozent Übergewicht, 23,3 Prozent sind adipös. Niedrige Einkommens- und Bildungsklassen sind laut Branco überdurchschnittlich oft von Gewichtsproblemen betroffen. Die Bundesrepublik hat nach Zeitungsangaben Tschechien, Zypern und Großbritannien in der Rangliste der Dicken abgelöst, die EU- Spitzenreiter in den vergangenen Jahren waren.

Allerdings sind die Daten mit Vorsicht zu genießen. Wie die Studienautoren selbst anmerken, stammen die Daten der einzelnen Ländern aus unterschiedlichen Jahren. Mitunter - wie im Falle Ungarn - sind sie sogar bis zu fünfzehn Jahre alt. Weiterhin sind sie nicht nach Alter standardisiert, die Altersgrenzen bei der Datenerhebung variieren. Und manche Länderdaten beruhen auf Eigenreports und - so schreiben die Autoren - könnten geringere Werte abbilden als die tatsächlichen Verhältnisse. Die Daten für Deutschland stammen aus dem Jahr 2002/2003 und beruhen auf Eigenreport.

Übergewicht belastet die Gesundheitssysteme

Fettleibigkeit sei zu einer weltweiten Epidemie geworden, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Europa-Präsidenten der IASO, Vojtech Hainer. Die überflüssigen Pfunde entwickelten sich zu einer Belastung für das Gesundheitssystem. Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und verschiedene Krebsarten seien oft die Folgen, warnte Hainer.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Wirtschaft: Sechs Prozent der Ausgaben der Gesundheitssysteme in der EU gehen auf Krankheiten zurück, die von Übergewicht verursacht worden sind. In Deutschland sind das zwischen 10 und 20 Milliarden Euro. Die Weltgesundheitsorganisation forderte die Politik zum Handeln auf. Die Werbung für fette und zuckerhaltige Nahrungsmittel solle eingeschränkt und die Menschen zu mehr körperlicher Bewegung animiert werden.

lub mit DPA
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