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Gähnen wie die Großen

Gähnen Babys oder öffnen und schließen sie lediglich den Mund? Darüber waren sich Forscher uneins. Nun haben sie das Rätsel gelöst.

  Sechs Monate ist dieser Fötus alt, der gerade herzhaft gähnt.

Sechs Monate ist dieser Fötus alt, der gerade herzhaft gähnt.

Gähnen schon Föten? Ja, hat ein britisches Forscherteam um Nadja Reissland von der Universität Durham herausgefunden. Die Forscher verfolgten die Entwicklung von 15 Babys mit einem Ultraschallgerät und fanden heraus: Die Kleinen öffnen nicht nur zufällig ihren Mund – sie gähnen lange und herzhaft. Unklar bleibe, warum sie dieses Verhalten zeigen, schreiben die Forscher im Journal "PloS One".

Das Team untersuchte acht Mädchen und sieben Jungen zu verschiedenen Zeitpunkten im Mutterleib. Sie filmten die Föten ab dem sechsten Monat und in den darauffolgenden Monaten für je 20 Minuten. Dabei beobachteten sie die Mundbewegungen der Kleinen und zählten, wie oft sie gähnten. Als "Gähner" zählte, wenn die Babys ihren Mund langsam und lange öffneten und ihn dann schnell wieder schlossen. Alles andere werteten die Forscher als schlichtes "Mund auf und zu".

Warum wir gähnen, ist rätselhaft

Bei 58 Videoaufnahmen zählten die Wissenschaftler 56 Gähner und 27 "Nicht-Gähner", also eine geringe Anzahl. Auffällig war jedoch: Kurz vor der Geburt gähnten die Kleinen nicht mehr. Die Forscher vermuten daher, dass Gähnen ein Zeichen dafür sein könnte, wie weit die Kinder entwickelt sind.

Ob noch im Mutterleib oder schon im Erwachsenenalter: Strittig bleibt weiterhin, warum wir eigentlich gähnen. Langeweile dürfte bei den Kindern im Mutterleib wohl nicht der Grund sein, auch wenn neun Monate ganz schön lang sein können. Nachahmung wie beim Menschen scheidet ebenfalls aus. Die Forscher vermuten, dass die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut eine Rolle spielen könnte. Weitere Untersuchungen müssten diesen Zusammenhang allerdings erst noch belegen.

ikr/DPA/DPA

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